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7 von 34
Der Krieg und seine psychosozialen Funktionen
VerfasserIn: Mentzos, Stavros
Verfasserangabe: Stavros Mentzos
Jahr: 2002
Verlag: Göttingen, Vandenhoeck und Ruprecht
Mediengruppe: Buch
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 Vorbestellen Zweigstelle: 07., Urban-Loritz-Pl. 2a Standorte: PI.HS Ment / College 3f - Psychologie / Psychologie Status: Verfügbar Frist: Vorbestellungen: 0
Inhalt
Kriege sind Ausdruck von machtpolitischen, ideologischen und ökonomischen Interessenkonflikten. Dahinter lagern jedoch bestimmte Funktionen, die einer scharfsichtigen Analyse bedürfen. Der Psychoanalytiker Stavros Mentzos entwickelt die These, dass in kriegerischen Auseinandersetzungen narzisstische Bedürfnisse und Defizite kompensiert werden. Innere Konflikte, Identitätskrisen, Depressionen, Sinnlosigkeitsgefühle werden dabei nach außen verlagert.Entgegen der Auffassung eines Großteils von Psychoanalytikern ist für Mentzos deshalb nicht der menschliche Aggressionstrieb das zentrale Movens von Krieg, wenn er auch unterstützend für die kriegerische Handlung gebraucht wird. Richtet man den Blick auf die psychosoziale Dimension von Kriegen, so liegt genau hier auch eine Hoffnung auf eine Bewusstseinsveränderung, die zur Kriegsprävention beitragen kann, die vielleicht auch irgendwann einmal die anachronistische Institution Krieg überwinden hilft.Die Neufassung von Mentzos’ bedeutsamem Werk setzt sich mit der erschreckenden Aktualität des Themas auseinander.Stavros Mentzos (* 1930 in Athen) ist ein Neurologe, Psychiater und Psychoanalytiker griechischer Herkunft. Arbeitsschwerpunkte sind die Dynamik und Therapie von Psychosen, Persönlichkeitsstörungen und Neurosenlehre sowie die Psychosoziale Funktion von Konflikten. S.Mentzos ist Herausgeber der Schriftenreihe „Forum der psychoanalytischen Psychosentherapie“ und Autor von mehreren Fachbüchern.
 
Inhalt
 
Vorwort zur zweiten, erweiterten Auflage 11
Vorwort zur ersten Auflage 14
STATT EINER EINLEITUNG
Ein Streitgespräch mit "Antilogos" 18
 
1. TEIL
Die biologische und die sozioökonomische Dimension des Krieges 31
1. KAPITEL
Instinkt oder Institution? Der humanethologische Aspekt . . . 33
1. Biologische Voraussetzungen und Funktionen aggressiven Verhaltens 33
2. Ist der Krieg ein angeborenes Verhaltensmuster? 36
3. Zu einer Streitfrage: Ist der Krieg im Neolithikum entstanden? 42
2. KAPITEL
Automatik der Homöostase oder bewußtes Instrument
der Politik? - Instrumentalisierung des Krieges 47
1. Das Epidemie-Paradigma, Interdependenz von Wirtschaft und Waffentechnik, befehls- versusmarktgesteuertes Verhalten 47
2. Carl von Clausewitz und die Neo-Clausewitzianer . . . 52
3. Instrumentalisierung des Krieges 56
4. Ethnische und nationale Konflikte - Beispiel: Balkan und die "Großmächte" 57
3. KAPITEL
Klassenkampf oder semantischer Konflikt? 62
1. Ökonomie versus Semantik 62
2. Nicht auf den Klassenkampf reduzierbare ökonomische Konflikte 68
3. Nachtrag: Kampf ist der Vater aller Dinge (Heraklit) - Polemik und Dialektik 72
 
2. TEIL o
Konflikt, Aggression, Kulturtheorie und einige psychohistorische Hypothesen 75
4. KAPITEL
Intrapsychische und interpersonelle Konflikte 77
1. Der Grundkonflikt und seine Variationen 77
2. Das zweite Gespräch mit dem Antilogos:
Intrapsychischer versus interpersonaler Konflikt 83
5. KAPITEL
Aggression, ein zentral wichtiges, aber sekundäres Phänomen 88
1. Vorbemerkungen zur Problematik des Aggressionsbegriffs 88
2. Versuch über ein neues psychoanalytisches Aggressionsmodell 89
3. Mögliche Einwände gegen das dargestellte Aggressionsmodell 100
4. Anwendungen des Konzepts in der Analyse psychosozialer Prozesse 103
5. Der sogenannte Masochismus 103
6. Das München-Hauptbahnhof-Syndrom 107
7. Die narzißtische (Aggressions-)Lust des erfolgreichen Jägers 109
8. Die Faszination des "Bösen" 110
6. KAPITEL
Scham, Schuld, Verschüttung des "Guten": Konflikt und Kultur 112
1. Ein problematischer Aspekt der Kulturtheorie Freuds: Sind Arbeits- oder gar kulturelle Leistungen das Resultat von Sublimierung und Zwang? 112
2. Schuld- und Schamgefühle: autonome und heteronome ethische Wertungen und Selbsteinschätzungen 115
3. Verdrängung und Verschüttung des "Guten" 122
4. Die Kaskade der "Wir-Bildungen" 127
5. Gemeinsamer Mangel der Zivilisationstheorien von Freud und Elias 131
7. KAPITEL
Brauchbare und weniger brauchbare psychohistorische Hypothesen 136
 
1. Die Todestriebtheorie: von Sigmund Freud bis Eissler 136
2. Die Externalisierung des depressiven Konflikts: Fornari, Shatan und Volkan 138
3. Die Delegation der Gruppenphantasie an den Führer: Lloyd de Mause 143
4. Der Gestaltwandel des Krieges: Sue Mansfield 149
5. Krieg und Religion: Der Standpunkt Drewermanns ... 151
 
3. TEIL
Die psychosozialen "Funktionen" des Krieges 157
8. KAPITEL
Einige Grundmechanismen und "Funktionen" 159
1. Spaltung, Projektion und Real-Externalisierung 159
2. Identifikation mit der Nation 168
3. Biographien von Nationen 172
4. Weitere "Funktionen" des Krieges 178
5. Das dritte Streitgespräch mit dem Antilogos, der zum Schluß auch die Frage nach der Rolle der Frauen im Krieg stellt 180
9. KAPITEL
Die Regierenden 187
1. Zur Psychologie und Psychopathologie der Macht.... 187
2. Zur Psychologie und Psychopathologie von Gier,
Neid und Rache 193
3. Charismatische und pathologisch-narzißtische Führer 196
 
4. TEIL
Das psychosoziale Arrangement 199
10 KAPITEL
Im Krieg gehen die Beteiligten mehrere Beziehungen und Kollusionen ein (der selbstpsychologische und der objektbeziehungstheoretische Aspekt) 201
1. Vorbemerkungen 201
2. Identifikation mit dem idealisierten Objekt 202
3. Die Beziehung zwischen "Führer" und "Geführten" .. 206
4. Die Psychodynamik in Gruppen 208
5. Die Beziehung zum "Feind" 209
 
11. KAPITEL
Institutionelle Verankerung des Krieges 213
1. Der Krieg als Institution 213
2. Militär - die "Schule der Nation" und der Umgang mit der Angst des Soldaten 216
 
5. TEIL
Chancen einer Überwindung der Institution "Krieg" 221
12. KAPITEL
Lang-, mittel- und kurzfristige Prävention des Krieges 223
1. Das Schwungrad des Krieges - Versuch einer anschaulichen
Zusammenfassung 223
2. Das Überflüssigmachen des Krieges 225
13. KAPITEL
"Demokratisiertes" Gewaltmonopol einer Weltregierung?
Probleme der Globalisierung und der Entnationalisierung . . . 228
14. KAPITEL
Anstelle eines Epilogs: Das letzte Gespräch mit Antilogos . . . 235
ANHANG 246
Anhang I. Das Grundkonflikt-Konzept in seiner Beziehung zu anderen psychoanalytischen Begriffen und Konstrukten 246
Anhang II. Zwei weitere Konzepte: Der Begriff des assertiven Verhaltens. Das Modell von Lichtenberg .249
Anhang III. Norbert Elias und die Frankfurter Schule 250
Anhang IV. Norbert Elias und Sigmund Freud 250
 
Literatur 253
Details
VerfasserIn: Mentzos, Stavros
VerfasserInnenangabe: Stavros Mentzos
Jahr: 2002
Verlag: Göttingen, Vandenhoeck und Ruprecht
Systematik: PI.HS
ISBN: 3-525-01469-4
Beschreibung: 2. Aufl., Neufassung, 256 S. : graph. Darst.
Sprache: Deutsch
Fußnote: Literaturverz. S. 253 - 256
Mediengruppe: Buch