Erfahrungen aus über 40 Jahren Tätigkeit für Personen aus dem autistischen Spektrum fließen in die komplett überarbeitete, zweite Auflage von Autismus - Verstehen und Helfen ein. Die Basis des Buches bildet die langjährige praktische Arbeit in der Dresdner Autismusambulanz. Manche Passagen wurden gekürzt, dafür neue Aspekte eingearbeitet. Der allgemeine Teil beschreibt diagnostische sowie therapeutische und begleitende unterstützende Maßnahmen. Im praktischen Teil, der weitgehend aus eigenen Erfahrungen und Berichten besteht, geht es, in Abhängigkeit von den Anforderungen vom Kindes- bis zum Erwachsenenalter, um Erwartungen und mögliche Schwierigkeiten sowie sich daraus ergebende Erfordernisse zur Unterstützung. Verschiedene therapeutische Interventionen sind nachvollziehbar beschrieben; vor allem die Beiträge der Betroffenen und Angehörigen machen die Lektüre so ansprechend, denn die in der Erstauflage veröffentlichten Lebens-Verläufe wurden aktualisiert. Der institutionelle Teil, der insbesondere die Entwicklung und Situation in Sachsen beleuchtet, ist um interessante und wertvolle Erfahrungen einer der Autorinnen aus ihrer inzwischen fast 15-jährigen Arbeit als Psychotherapeutin in eigener Praxis ergänzt. Der umfangreiche Anhang bietet außerdem Zugang zu Merkmalslisten und Erhebungsbögen, die analog, aber auch online genutzt werden können.
Inhalt
Geleitwort zur ersten Auflage von Maria Kaminski, Vorsitzende des
Bundesverbandes autismus Deutschland e.V............. 11
Geleitwort zur zweiten Auflage von Dr. Gabriele Schmötzer, vormals
Oberärztin an der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie der
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main.................. 13
Vorwort der Autorinnen. 15
I. Allgemeiner Teil: Autismus verstehen........... 17
1 Grundlagen.......... 19
1.1 Merkmale...... 19
1.2 Prognose......... 21
1.3 Häufigkeit des Auftretens und derzeitiger Wissensstand zu den Ursachen...... 22
1.4 Wege zum Verständnis der autistischen Besonderheiten -
Neuropsychologie............ 22
2 Autismus-Spektrum-Störung und Teilhabe am Leben in der
Gemeinschaft...... 25
2.1 Leitlinien zur Diagnostik........ 25
2.2 Früherkennung.... 26
2.3 Autismusdiagnostik mit Interview und strukturierter Beobachtung................ 30
2.4 Entwicklungs- und Leistungstests, neuropsychologische Diagnostik......... 31
2.5 Wahrnehmung..... 36
2.6 Stärken und Interessen............ 39
2.7 Funktionsfahigkeit und Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft 40
2.8 Veränderungen im Laufe des Lebens............... 41
3 Herausforderungen für die Familie.. 45
4 Unterstützungsmöglichkeiten...... 49
4.1 Entwicklungsförderung und Therapie............ 49
4.1.1 S3-Leitlinien zur Therapie. 49
4.1.2 Intensive Frühförderung.... 52
4.1.3 Sensomotorisches Training nach Kiphard .. 55
4.1.4 Verhaltenstherapie..... 56
4.1.5 Heilpädagogik ............... 76
4.1.6 Musik als Basis für rhythmisch-musikalische Arbeit..... 77
4.1.7 Kunsttherapie................. 78
4.1.8 Entspannungsverfahren...... 79
4.1.9 Lernen mit visuellen Hilfen .................... 80
4.1.10 Hilfen zur Kommunikation.................. 82
4.1.11 Förderung des Sozialverhaltens .......... 91
4.1.12 Medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten................ 96
4.2 Selbsthilfeorganisationen....... 96
4.3 Übersicht über ausgewählte sozialrechtliche Grundlagen....... 98
II. Praktischer Teil: Hilfen zur Lebensbewältigung...101
5 Entwicklungsfördernde und therapeutische Strategien in der
Autismusambulanz am St. Marien-Krankenhaus in Dresden... 105
5.1 In der Einzelsituation............ 105
5.1.1 Rhythmisch-musikalische Arbeit......... 105
5.1.2 Kunsttherapie............... 106
5.2 In einer Gruppensituation ... 107
5.2.1 Kochgruppen............... 107
5.2.2 Tanz- und Rhythmikgruppen............... 109
5.2.3 Malgruppen ................. 110
5.2.4 Soziale Übungsgruppen... 111
5.2.5 Spielgruppen................. 113
5.2.6 Konzentrative Entspannung ................. 117
6 Ausgewählte verhaltenstherapeutische Programme aus der Autismusambulanz
am St. Marien-Krankenhaus in Dresden...... 121
6.1 Befolgen von Aufforderungen.... 121
6.2 Verbesserung der Selbstständigkeit................. 133
6.3 Fähigkeiten für den Schulalltag.. 154
6.4 Vorbereitung auf das Arbeitsleben.................. 166
6.5 Reduktion herausfordernder Verhaltensweisen.. 174
7 Altersbezogene individuelle Hilfen. 195
7.1 Kinder bis zur Einschulung.. 195
7.1.1 Altersgruppe unter 12 Monaten .......... 196
7.1.2 Kleinkinder im Alter von ein bis eineinhalb Jahren .... 196
7.1.3 Kinder im Alter ab drei Jahren............. 203
7.1.4 Kinder im Alter von fünf bis sechs Jahren… 210
7.2 Schulalter...... 215
7.2.1 Grundlagen zur schulischen Teilhabe…. 216
7.2.2 Autistische Kinder und Jugendliche mit hohem Funktionsniveau....... 223
7.2.3 Autistische Kinder und Jugendliche mit umfangreichem Förderbedarf ..... 232
7.3 Erwachsen-Werden und Erwachsen-Sein ...... 237
7.3.1 Ausbildung und Berufstätigkeit........... 239
7.3.2 Wohnen.... 243
8 Möglichkeiten und Grenzen des Erlernens von alltagspraktischen Fähigkeiten 247
8.1 Selbstständigkeit und Leben in der Gemeinschaft.................. 249
8.2 Teilnahme am öffentlichen Leben .................. 252
8.3 Gestaltung der Freizeit ......... 256
9 Berichte.............. 261
9.1 Beitrag von Ute (t) und Johannes Ballnus über die Entwicklung
ihres Sohnes................... 261
9.2 Erste Auseinandersetzung mit dem „Anderssein“ des Kindes...... 270
9.3 Frühförderung…. 279
9.4 Sensomotorisches Training nach Kiphard ... 286
9.5 Verhaltenstherapie................. 288
9.5.1 Erfahrungen mit dem Institut Knospe...... 288
9.5.2 Bericht der Mutter, die mit ihrem autistischen Sohn zu Hause
nach verhaltenstherapeutischen Prinzipien arbeitete.................. 290
9.6 Berichte über unterschiedliche Angebote zur Erweiterung sozialer,
kommunikativer und kreativer Fähigkeiten.................... 295
9.6.1 Das Bilder-Austausch-Kommunikationssystem (PECS)... 295
9.6.2 Berichte zur Musiktherapie, schriftlichen Kommunikation und
zu Krisen............ 298
9.6.3 Bericht einer Mutter über die Veränderungen ihres Sohnes im
Zusammenhang mit der Maltherapie.................. 306
9.6.4 Entwicklung und Berichte zur Maltherapie eines autistischen
Mannes mit hohem Unterstützungsbedarf........ 307
9.6.5 Bericht einer Mutter zur Teilnahme ihrer Tochter an einer
integrativen Tanzgruppe............. 310
9.6.6 Gespräch mit einer erwachsenen Teilnehmerin der integrativen
Kochgruppe....... 311
9.6.7 Gespräch mit einer erwachsenen Teilnehmerin der integrativen
Gruppe „Konzentrative Entspannung“.... 313
9.7 Erfahrungen zur Beschulung aus Dresdner Gymnasien ......... 313
9.7.1 Bericht einer Lehrerin für die Erstauflage.................... 313
9.7.2 Erfahrungen eines Inklusionsassistenten (2021) für die Neuauflage ..318
9.8 Berichte zur Freizeit............... 319
9.8.1 Erfahrungen bei der Nutzung des Persönlichen Budgets…. 319
9.8.2 Berichte über Aikido …. 325
9.8.3 Mit Mandy unterwegs 328
9.9 Berichte zu Ausbildung und Arbeitsleben..... 329
9.9.1 Kurzbericht über die Werkstatt „St. Josef“ über den Zeitraum 1990
bis 2003 ............... 329
9.9.2 Bericht zur Wiedereingliederung in eine Werkstatt für behinderte
Menschen............ 331
9.9.3 Bericht über die Ausbildung in einem Berufsbildungswerk................... 334
9.9.4 Berichte einer Mutter zu den Ängsten ihres Sohnes, zu seiner
Schulbildung und zur Integration in die Arbeitswelt .................. 336
9.9.5 Eigenberichte über die Arbeit und zeitweilige Schwierigkeiten mit
einer Arbeitskollegin................... 339
9.10 Berichte zum Übergang in die Selbstständigkeit .................. 341
9.10.1 Bericht der Mutter eines erwachsenen
Sohnes über Trennungssituationen ....... 341
9.10.2 Eigenbericht zur „Abnabelung“......... 343
9.10.3 Bericht einer Mutter zum betreuten Einzelwohnen .. 346
9.11 Weitere Berichte zu unterschiedlichen Themen ................... 348
9.11.1 Bericht der Mutter über schwere Schlafstörungen ihres Sohnes......... 348
9.11.2 Erfahrungen der Autorinnen zur Ritualisierung von Schlafgewohnheiten ...... 349
9.11.3 Berichte zur Heimaufnahme wegen zunehmend herausforderndem
Verhalten........ 350
9.11.4 Bericht der Mutter über verschiedene Krisen ihres Sohnes................ 364
9.11.5 Bericht der Eltern eines erwachsenen Sohnes über die
Alltagsbewältigung................... 368
9.11.6 Zahnarztbesuche....... 370
9.11.7 Eigenbericht zu einem Überfall......... 372
9.11.8 Zwei Briefe einer jungen Frau an eine Mitarbeiterin der Ambulanz …. 372
10 Lebens-Verläufe 377
10.1 Lea, 12 Jahre..... 377
10.2 Cornelius, 13 Jahre/26 Jahre...... 392
10.3 Enrico E, 16 Jahre/29 Jahre 414
10.4 Paul S., 23 Jahre/36 Jahre.... 428
10.5 Fritz G., 28 Jahre/41 Jahre…. 455
10.6 Karl L., 30 Jahre/43 Jahre.... 469
10.7 Petra R., 37 Jahre/50 Jahre…. 482
III. Institutioneller Teil: Betreuung von Personen mit Autismus
in Sachsen.491
11 Entstehung und Entwicklung der Selbsthilfe und der Autismusambulanz
in Dresden …. 493
12 Angebote der Dresdner Autismusambulanz am St. Marien-Krankenhaus
1984 bis 2010 .... 499
13 Die Autismusambulanz der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie am Universitätsklinikum Dresden........... 505
14 Erfahrungen einer Autorin in eigener Praxis...... 507
15 Weitere Institutionen................... 531
IV Anhang....... 535
1 Abkürzungsverzeichnis................ 537
2 Stichwortverzeichnis 539
3 Sachregister......... 549
4 Literatur.............. 555
5 Hinweis zu den Online-Materialien. 566
6 Merkmalsliste zur Früherkennung von Kindern mit einer
Autismus Spektrum-Störung ............... 567
7 Erhebungsbögen ...... 573
7.1 Erfassung sprachlicher Möglichkeiten im Verlauf.................. 573
7.2 Erfassung des Sauberkeitsverhaltens mit Zeitfestlegung....... 574
7.3 Erfassung des Sauberkeitsverhaltens ohne Zeitfestlegung..... 575
7.4 Registrierung herausfordernder Verhaltensweisen:................. 576
7.4.1 Verhaltensbeobachtung mittels Ereignisaufzeichnung 576
7.4.2 Beobachtungskarte..... 577
7.5 Beobachtungsbögen für autistische Kinder in der Grundschule: ........... 581
7.5.1 Beobachtungsbogen Nr. 1 für den Unterricht: Aufforderungen der
Lehrer zur Handlung (ohne Fragen)...... ............. 581
10 Inhalt
7.5.2 Beobachtungsbogen Nr. 2 für den Unterricht: Reaktion auf Fragen
der Lehrer............ 582
7.5.3 Beobachtungsbogen Nr. 3 für den Unterricht:
Auftreten herausfordernden Verhaltens............... 583
7.5.4 Zusammenfassung der Beobachtungsdaten aus dem Unterricht......... 584
7.5.5 Beobachtungsbogen Nr. 4 für die Pause: Aufforderungen der Lehrer
zu Handlungen... 586
7.5.6 Beobachtungsbogen Nr. 5 für die Pause: Reaktion auf Kontaktangebote ..... 587
7.5.7 Beobachtungsbogen Nr. 6 für die Pause: Was tut der Schüler von
sich aus ohne Angebote?............. 588
7.5.8 Zusammenfassung der Beobachtungsdaten aus der Pause.................... 589
7.5.9 Erläuterungen zum Ausfüllen der Erhebungsbögen für die Schule...... 590