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Kritik des Familismus
Theorie und soziale Realität eines ideologischen Gemäldes
VerfasserIn: Notz, Gisela
Verfasserangabe: Gisela Notz
Jahr: 2014
Verlag: Stuttgart, Schmetterling Stuttgart
Reihe: Theorie.org
Mediengruppe: Buch
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 Vorbestellen Zweigstelle: 07., Urban-Loritz-Pl. 2a Standorte: GS.OL Notz / College 3h - Gender Status: Verfügbar Frist: Vorbestellungen: 0
Inhalt
Familismus bezeichnet sie weitgehende Identität von Familie und Gesellschaft. Dabei bildet das System aller Familien das Gemeinwesen. Familismus ist die Überbewertung des familiären Bereichs als Quelle für soziale Kontakte. In familistischen Gesellschaften – dazu gehört die Bundesrepublik Deutschland - ist die Familie der Dreh- und Angelpunkt aller sozialen Organisationen.Selbst in das in frauenpolitischer Hinsicht fortschrittliche Grundgesetz für die BRD wurde 1949 der Familismus eingeschrieben, indem die Auffassung von der Familie als wichtigster Baustein einer Gesellschaft aufgenommen wurde und somit eine konservative Familienideologie, die Frauen und Männern eindeutige Rollen zuwies und die bis heute wirkt, verfestigt wurde. Erst die neue Frauenbewegung entwickelte Gegenkonzepte, die heute allerdings zu verblassen scheinen. Staatliche Familienpolitik fördert nach wie vor die traditionelle mit Vater, Mutter und Kind(ern) 'normalbesetzte' Kleinfamilie in der Kinder erzogen und pflegebedürftige Menschen versorgt werden sollen. Die soziale Realität hat sich längst von diesem ideologischen Gemälde entfernt.In der Einführung geht es zunächst um eine historische Rekonstruktion exemplarischer Theorien und Praxen, die zu jenem ideologisierten Familienverständnis führen, das auf das 'Gemeinwohl' abzielt; faktisch aber alle Menschen ausschließt, die nicht zu einer Familie gehören und Frauen zu rechtlosen Wesen macht. Am Ende steht die Frage, ob es sinnvoll ist, ein kritikwürdiges System weiter auszuweiten, indem sich häufende Zusammenlebensformen durch vom Staat verordnete Gesetze 'normalisiert' werden und damit wiederum andere daran gemessen und ausgegrenzt werden, wenn sie sich nicht in die familiale 'Ordnung' fügen./ AUS DEM INHALT: / / / Vorwort 8 >br> 1. Familie und Familismus (Familialismus) >br> Versuch einer Begriffserklärung 13 >br> 1.1. Was ist Familie? 13 >br> 1.2. Was ist Familismus/Familialismus 17 >br> 1.3. Familie als gesellschaftliches Leitbild 19 >br> 1.4. Familismus, Geschlecht und Wohlfahrtsstaat 22 >br> 1.5. Familismus in der Familiensoziologie 24 >br> 2. Historischer Rückblick auf Familismen 28 >br> 2.1. Die gute alte Zeit ist eine Schimäre 30 >br> 2.2. Das "ganze Haus" zerfällt.der Familismus bleibt 34 >br> 2.3. Gewerkschaftsmänner als Hüterder Tradition 37 >br> 2.4. Familismus im Kaiserreich 42 >br> 2.5. Familismus im Ersten Weltkrieg 45 >br> 2.6. Familismus in der Weimarer Republik 47 >br> 2.7. Familismus im Nationalsozialismus 49 >br> 3. Historischer Rückblick auf frühe Kritik am Familismus.... 53 >br> 3.1. Die Beginen als "freie Frauen" ohne Familie 54 >br> 3.2. Frühsozialistische Kritik am Familismus 56 >br> 3.3. Anarchistische Kritik am Familismus 58 >br> 3.4. Marxistische und sozialistische Kritik am Familismus 61 >br> 3.5. Frühe feministische Kritik am Familismus 64 >br> 3.6. Halbherzige Kritik der "ersten alten" Frauenbewegungen >br> am Familismus 66 >br> 3.7. Familismuskritik der sozialistischen Frauenbewegung 67 >br> 3.8. Familismuskritik durch die Theorie der neuen Ethik 71 >br> 5 >br> >br> 4. Die Einschreibung des Familismus in das Grundgesetz >br> für die Bundesrepublik Deutschland und seine >br> Wirkungen auf die Familienpolitik 73 >br> 4.1. Vorgeschichte 73 >br> 4.2. Männer und Frauen sind gleichberechtigt? 75 >br> 4.2.1. Die "natürliche Ordnung" von Ehe und Familie 77 >br> 4.2.2. Mann und Frau sind in der Familie nicht gleichberechtigt 78 >br> 4.3. Hoch-Zeit des Familismus in den 1950er-Jahren 80 >br> 4.3.1. Ein Ministerium zum "Schutze der Familie" >br> wird neu erfunden 81 >br> 4.3.2. Die Hausfrauenehe soll gestärkt werden 86 >br> 4.3.3. Kern familie - immer noch eine soziale Gruppe >br> besonderer Art 88 >br> 4.3.4 Exemplarische Kritik sozialdemokratischer >br> Politikerinnen an der Familienpolitik 91 >br> 4.4. Christlicher Familismus und Fundamentalismus 95 >br> 4.5. Die Funktion der Familie im Wohlfahrtsstaat 100 >br> 4.6. Berufliche Situation der Frauen in der frühen BRD 102 >br> 4.7. Familienpolitik der Bundesregierung in der >br> sozial-liberalen Koalition 1969-1972 105 >br> 5. Familismuskritik der "neuen Frauenbewegungen" >br> in Westdeutschland 108 >br> 5.1. Vorgeschichte 108 >br> 5.2. Familismuskritik der 1968er- und 1970er-Jahre 109 >br> 5.2.1. Feministische Wegbereiterinnen der neuen >br> Frauenbewegungen 110 >br> 5.3. Frauenbewegungen in Westdeutschland: >br> Das Private ist politisch 116 >br> 5.3.1. Rückzug der Frauen von Männern und Familie 120 >br> 5.3.2. Die "Lohn für Hausarbeit"-Debatte 124 >br> 5.4. Gemeinschaftsprojekte als Alternativen >br> zur bürgerlichen Kleinfamilie 127 >br> 5.4.1. Zufluchtsräume für Frauen 129 >br> 5.4.2. Wohngemeinschaften 131 >br> 5.4.3. Frauenwohngemeinschaften 133 >br> 5.4.4. Antiautoritäre Kinder- und Schülerläden 135 >br> 5.4.5. Kommunen 139 >br> 5.5. Einfluss der Frauenbewegungen auf die Politik der BRD 143 >br> 6. Familismus in der DDR 148 >br> 6.1. Die paternalistische Abhängigkeit blieb bestehen 149 >br> 6.1.1. Die ökonomische Unabhängigkeit der Frau >br> erleichterte die Trennung 152 >br> 6.1.2. Das Recht auf Selbstbestimmung 153 >br> 6.1.3. Bevölkerungspolitik - auch in der DDR 154 >br> 6.2. Unterschiedliches Rollenverständnis in Ost und West 156 >br> 7. Staatlicher und wirtschaftlicher Familismus >br> nach der "Wende" 159 >br> 7.1. Angst vor dem Verlust "traditioneller Familienwerte" 159 >br> 7.2. Versuch der Herstellung eines gesamtdeutschen >br> Familismus 161 >br> 7.3. Familismus und Bevölkerungspolitik 164 >br> 7.3.1. Bevölkerungspolitik als Familienpolitik >br> der Bundesregierung 168 >br> 7.4 Familienpolitische "Reformen" unterstützen Familismus 175 >br> 7.5. Arbeitsmarktpolitische "Reformen" unterstützen >br> den Familismus 178 >br> 7.6. Vereinbarkeit von Familie und Beruf 181 >br> 7.7. Monetäre Förderung von Ehe und Familie 184 >br> 7.7.1. Hausfrauengehalt und Familiengehalt 184 >br> 7.7.2. Betreuungsgeld 185 >br> 7.8. Förderung der familialen Betreuung >br> von Alten und Pflegebedürftigen 187 >br> 7.8.1. Neue soziale Netze durch >br> bürgerschaftliches Engagement 189 >br> 8. Phänomene des aktuellen Familismus 192 >br> 8.1. Traditionelle Familie als Auslaufmodell? 193 >br> 8.2. Die "vollständige" und "intakte" Familie bleibt Leitbild 196 >br> 8.3. Aktuelle Politik der Bundesregierung 198 >br> 8.4. Christlich-konservativer Familismus 202 >br> 8.4.1. Familie als "Keimzelle des Staates" 202 >br> 8.4.2. Abtreibung als "Mord im Mutterleib" 204 >br> 8.4.3. Die "Märsche für das Leben" 205 >br> 8.5. Familismus und die "neue Rechte" 208 >br> 8.6. Lesbisch-feministische Kritik an Zwangsheterosexualität 209 >br> 8.7. Die gelebte Realität 213 >br> 8.8. Paradoxien der Emanzipation 215 >br> 8.9. Die "Normalisierung" von anderen Lebensformen 219 >br> 9. Perspektiven 223 >br>
Details
VerfasserIn: Notz, Gisela
VerfasserInnenangabe: Gisela Notz
Jahr: 2014
Verlag: Stuttgart, Schmetterling Stuttgart
Systematik: GS.OL
ISBN: 978-3-89657-681-1
2. ISBN: 3-89657-681-X
Beschreibung: 1. Aufl., 225 S.
Reihe: Theorie.org
Mediengruppe: Buch