Die Sehnsucht nach Geborgensein ist tief in uns allen verankert und wird, wenn alles gut läuft, durch gute Bindungserfahrungen gestillt. Doch es gibt viele Menschen mit frühen seelischen Verletzungen oder transgenerationalen Traumata, die ohne Urvertrauen groß geworden sind. Auf der Grundlage von Bindungs-, Trauma- und neurobiologischer Forschung stellt Katharina Kautzsch hypnosystemische und Ego-State-Ansätze für die professionelle Begleitung vor. Durch imaginierte Geborgenheitsempfindungen können Klient:innen neue, körperlich spürbare Wohlfühlerfahrungen machen. So lassen sich alte Verletzungen integrieren und das eigene Leben kann mehr selbst gestaltet werden. Das praxiserprobte Arbeitsinstrument unterstützt Menschen in akuten Krisen wie auch in längerfristigen Prozessen dabei, mehr mentale, emotionale und körperliche Sicherheit und Stabilität zu erlangen. Fallbeispiele illustrieren lebensnah die praktische Umsetzung.
Inhalt
Einleitung......................................................................................................9
Begriffsklärung...........................................................................................12
Historische Bezüge..................................................................................... 12
Aktuelle und Forschungsdefinitionen ......................................................13
Versuch einer systemischen Definition ....................................................14
Persönliche Definitionen ..........................................................................16
Abschnitt 1: Zusammenhänge mit Forschungsfeldern
Forschungsfeld 1: Bindungsforschung und das Erleben
von Zugehörigkeit und Autonomie......................................................... 18
Bindungstheorie und das Konzept der sicheren Bindung...................... 18
Krisenkompetenz aufder Basis von Bindung.......................................... 26
Fähigkeiten zur Selbststeuerung und Selbstberuhigung ........................31
Forschungsfeld 2: Was wir aus der Traumaforschung für Krisen,
Leid und Trauer lernen können .............................................................34
Traumaerfahrungen als großes Hindernis für Geborgenheitserleben 34
Eine kurze, vereinfachte Traumadefinition ........................................ 36
Trauma und Lebenslauf........................................................................38
Arbeitsmodelle.......................................................................................43
Hindernisse und Voraussetzungenfür Geborgenheit im
Traumakontext .....................................................................................44
Fazit....................................................................................................... 47
Desorganisierte Bindung und gesundheitliche Folgen im Leben
mit traumatischen Bindungserfahrungen................................................48
Spiritualität als geborgenheitsförderlicher Faktor...................................52
Der Mangel an Geborgenheit für ganze Generationen..........................54
Forschungsfeld 3: Neurobiologische Implikationen und wie
das Gehirn und der Körper Geborgenheit lernen können ................ 57
Plastizität des Gehirns und das Hebbsche Gesetz...................................57
Hypnosystemik und das Ego-State-Modell..............................................60
Trance und Imagination mitAufmerksamkeitsfokus nach innen 63
Das Ego-State-Modell............................................................................65
Zusammenhang von Ego-States mit Geborgenheit und Trauma... 68
Abschnitt 2: Arbeit mit »Geborgenheit« im Prozess
der Krisenbegleitung
Auftragsklärung...........................................................................................72
Schaffung eines äußeren sicheren Ortes für Krisen, Leid und
Trauer ..........................................................................................................74
Die helfende Haltung und das Eigene ..................................................... 75
Übung: Liebevolle Selbstreflexion......................................................... 77
Selbstsicherung in Krisenbegleitungen für Helfende............................. 79
Übung: Installation eines beobachtenden Anteils ............... 81
Innere Steuerung entwickeln ...............................................................85
Übung: Innere Steuerung installieren und spüren ............................. 87
Bedürfnisorientierte Erkundung der Lebensgefühle ............................. 88
Würdigung von Leid ................................................................................. 90
Übung: Kostbarer innerer Kern ...........................................................93
Übung: Integration eines noch leidenden Anteils ............................... 98
Frage der Nachbeelterung........................................................................ 101
Einladung in die imaginative Welt ......................................................... 103
Hypnosystemische Grundgedanken....................................................103
Wege ins Geborgenheitserleben........................................................... 106
Übung: Imagination mit Landschaft ................................................107
Anleitung für das Erleben von Geborgenheit........................................ 109
Übung: Imagination des Geborgenheitsortes.....................................110
Übung: Imagination innerer helfender Wesen...................................112
Übung: Körpererleben und Verankerung.......................................... 113
Umgang mit Störungen........................................................................ 116
Verankerung und Training .................................................................117
Abschnitt 3: Geschichten und Bilder von
Geborgenheit aus der Praxis
Vorbemerkung...........................................................................................120
Beispiel 1: Frau S., 55 Jahre......................................121
Dokument 1 von Frau S........................................................................122
Dokumente 2 und 3: Nachreflexionen zur Geborgenheitsarbeit
von Frau S..............................................................................................124
Beispiel 2: Herr L., 55 Jahre.................................................................... 127
Dokument 1 von Herrn L ..................................................................... 130
Dokument 2 von Herrn L ..................................................................... 130
Beispiel 3: Frau G., 57 Jahre.................................................................... 132
Dokument 1 von Frau G. .................................................................... 136
Beispiel 4: Frau K., 25 Jahre.................................................................... 137
Dokument 1 von Frau K. .................................................................... 140
Beispiel 5: Herr M., 32 Jahre .................................................................. 143
Dokument 1 von Herrn M. ................................................................ 144
Nachhall....................................................................................................148
Danksagung.............................................................................................. 150
Literatur....................................................................................................151