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Achill in Vietnam
Kampftrauma und Persönlichkeitsverlust
VerfasserIn: Shay, Jonathan
Verfasserangabe: Jonathan Shay. Mit einem Vorw. von Jan Philipp Reemtsma. Aus dem Amerikan. von Klaus Kochmann
Jahr: 1998
Verlag: Hamburg, Hamburger Ed.
Mediengruppe: Buch
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 Vorbestellen Zweigstelle: 07., Urban-Loritz-Pl. 2a Standorte: PI.HKA Sha / College 3f - Psychologie / Psychologie Status: Verfügbar Frist: Vorbestellungen: 0
Inhalt
Shay arbeitet als Psychiater mit Vietnam-Veteranen. Er beschreibt die psychischen Extrembelastungen der Vietnam-Soldaten, zitiert aus ihren schriftlichen Berichten und aus Interviews mit ihnen, untersucht ihre schweren posttraumatischen Persönlichkeitsstörungen und kommt im Vergleich mit den Erlebnissen der Kämpfer in Homers "Ilias" zu dem Ergebnis, daß die Kriegserfahrungen der Vietnam-Soldaten, die schweren psychischen Schäden und die "Verwandlung des Kriegers in den Berserker" universell sind und über Zeit und Kulturgrenzen hinausgehen. Ein nachhaltig beeindruckendes, hochinteressantes und wichtiges Buch. In diesem bemerkenswerten Buch untersucht der amerikanische Psychiater Jonathan Shay die seelischen Verwüstungen, die der moderne Krieg im Menschen anrichtet, indem er die Aussagen seiner Patienten mit denen in Homers Ilias vergleicht. Seine Patienten sind ehemalige Vietnamkämpfer, die an schweren posttraumatischen Störungen leiden; die Ilias beschreibt, wie der Krieger Achill aus Trauer über den Tod seines Freundes Patroklos »zum Berserker« wird. Wie entsteht ein Verhalten, das den modernen Soldaten wie den historischen Krieger die zivilisatorischen Hüllen abstreifen läßt? Wie kommt es, daß es ihm nach Beendigung der kriegerischen Ausnahmesituation oft unmöglich ist, sich wieder in »normalen Verhältnissen« zurechtzufinden? Für Shay hat das posttraumatische Syndrom seine Ursache in der Regel nicht so sehr im grausigen Kriegsgeschehen selbst, sondern in einer Art moralischer Entgrenzung, die der Soldat erlebt, wenn zudem seiner sittlichen Wertordnung zuwidergehandelt wird, wenn das verletzt wird, was - ungeachtet kriegsbedingter Gewalt - »recht ist«. Die Verletzung dessen, was »recht ist«, scheint die Verletzung einer Grenze zu bedeuten, die nötig wäre, damit der Soldat seine psychische Verbindung zu einem Status außerhalb des Krieges nicht verliert. »Schwere psychische Schäden haben ihren Ursprung in der Zerstörung des Vertrauens, und sie führen zur Zerstörung der Fähigkeit zu vertrauen«, schreibt Shay. Die weiteren Folgen: zwanghafte Wiederholung des traumatisierenden Erlebnisses im Schlaf- und Wachzustand; stark herabgesetzte psychische Belastbarkeit; Verlust jeden Interesses an der Welt schlechthin. Jonathan Shays kluges, einfühlsames Buch zeigt, daß Krieg eine fortdauernde individuelle Pathologie sein kann; es zeigt, daß die dabei durchlaufene psychische Transformation universell ist, den klassischen Krieger mit dem modernen Soldaten verbindet; und es zeigt nicht zuletzt, welch permanente Zerstörungen der Krieg in jedem Zeitalter hervorruft. Zum Autor: Jonathan Shay arbeitet als Psychiater mit Vietnamveteranen, die an posttraumatischer Belastungsstörung leiden, im Department of Veterans Affairs Outpatient Clinic in der Umgebung von Boston. Er gehört außerdem der Fakultät der Tufts Medical School an und lebt in Cambridge, Massachusetts. InhaltVorwort zur deutschen Ausgabe 9Danksagung I 5Einleitung I6Teil IKapitel I Verrat an "dem, was recht ist" 33Die Armee als moralisches Gefüge 36Sieg, Niederlage und die schwebenden Toten 38Ebenen des Verrats an "dem, was recht ist" 41Die Wut des Soldaten - der Anfang 55Kapitel 2 Die Verengung des Gesichtskreises 58Der soziale Raum eines amerikanischen Soldaten 59Der soziale Raum des Achill 60Achills Charakter vor seiner Kränkung 65Moralische Schicksalsfügung 67Der Krieg zerstört das Vertrauen in die eigenengeistigen Fähigkeiten 7oKampf als Gefangenschaft und Versklavung 74"Alles ganz egal" - Zerstörung von Idealen,Ambitionen, Zugehörigkeiten 76Kapitel 3 Schmerz über den Tod eines engen Kameraden 78Die Zuneigung des Soldaten zu einemengen Kameraden - Vietnam und Troja 79Bin Bild des Patroklos 8;Der Schmerz des Achill 90Die Vergesellschaftung der Trauer in der Ihas und,in Vietnam 96Die Bedeutung der vereitelten Trauer I08Teil 2Schuld und unrechtmäßige StellvertretungIm-Stich-Lassen und unrechtmäßigeStellvertretungDas verdiente TodesurteilAblehnung der HeimkehrEin unbeabsichtigtes Ergebnis religiöserErziehung?Die Wut des Soldaten - fatale Konvergenz undErfüllungBerserkerwutAusléser der Berserkerwut"Laß dich nicht hängen, zahl's ihnen heim!"Kennzeichen des BerserkerzustandsAristeiai amerikanischer Soldaten in Vietnam -die UnterschiedeDie klinische Bedeutung des BerserkerzustandsDem Feind die Ehre nehmenDer Feind: Gemeinsame Bilder in Vietnamund TrojaDas Bild des vietnamesischen FeindesHomer: Mut und Achtung fiir den FeindDie klinische Bedeutung der Nichtachtungdes FeindesWovon Homer nicht sprichtMangelFeuer von der eigenen SeiteMord an den eigenen VorgesetztenDas Leiden der VerwundetenLeiden der ZivilbevölkerungKapitel 8 Soldatenschicksal und Gottes Wille I 92Das soziale Spektrum des Zufalls I 92Mange] in der Ausrüstung I97Schuldzuweisung 200Das Paradox des Hiob und die Möglichkeit derTugend 204Kapitel 9 Die Götter der Ilias als Metapher fiirgesellschaftliche Macht 207Armeen als Schöpfer gesellschaftlicher Macht 209Die Götter als Drahtzieher im Hintergrund 213Die Bereitschaft der Götter, Leben zu"verschwenden" 2 I4Homerische Ironie und göttliche Liebe 222Teil 3Kapitel 10 Die Bruchstellen der moralischen Existenz:Was zerbricht? 224Die offiziellen diagnostischen Kriterien derAmerikanischen Psychiatrischen Gesellschaftfür PTSD 225Posttraumatische Persönlichkeitsveränderung 229Nachwirkung des traumatischen Augenblicks -Verlust der Beherrschung mentalerFunktionen 230Ständige Wachsamkeit gegen Gefahren 2 35Das Weiterbestehen der Überlebenstechniken 238Die Fortwirkung des Verrats 242Das Fortwirken der Isolation 243Das Fortwirken der Selbstmordneigung 243Das Fortbestehen der Sinnlosigkeit 244Zerstörung der Fähigkeit zur demokratischenTeilhabe 245Kapitel I I Heilung und TragödieIst Gesundung möglich?Welche Behandlung ist die beste?Das Gesetz des Vergessens und des LeugnensSchlußfolgerungenPräventionDer Krieg ist kein industrieller ProzessFalsche Konkurrenz der OpferGattungsethikAnmerkungenLiteratur
Details
VerfasserIn: Shay, Jonathan
VerfasserInnenangabe: Jonathan Shay. Mit einem Vorw. von Jan Philipp Reemtsma. Aus dem Amerikan. von Klaus Kochmann
Jahr: 1998
Verlag: Hamburg, Hamburger Ed.
Systematik: PI.HKA
ISBN: 3-930908-36-0
Beschreibung: 1. Aufl., 319 S.
Schlagwörter: Homer, Ilias, Persönlichkeitsstörung, Posttraumatisches Stresssyndrom, Veteran, Vietnamkrieg, Bewältigung, Krieg, Psychische Belastung, Indochina, Psychisches Trauma, Vietnam, Bewaffneter Konflikt, Entlastung <Psychologie>, Kriegführung, Stress, Homerus, Indochinakrieg, PTB, PTBS, PTSD, Personality Disorder, Posttraumatic psychoreactive stress syndrome, Posttraumatic stress disorder, Posttraumatisch-psychoreaktives Stresssyndrom, Posttraumatische Belastungsreaktion, Posttraumatische Belastungsstörung, Trauma / Psychische Belastung, Bewältigungsstrategie, Bewältigungsverhalten, Coping, Kriege, Mentale Beanspruchung, Mentale Belastung, Problembewältigung, Psychische Beanspruchung, Psychische Bewältigung, Psychologische Belastung, Seelische Belastung, Dissoziation <Psychologie>, Psychische Störung, Stress-Syndrom, Achtzigjähriger Krieg, Belastung, Djihad, Falkland-Konflikt, Finnisch-sowjetischer Winterkrieg, Konfliktbewältigung, Kriegsende, Landkrieg, Lebensbewältigung, Psycho-physische Belastung, Spanischer Erbfolgekrieg, Stressbewältigung, Vergangenheitsbewältigung
Beteiligte Personen: Reemtsma, Jan Philipp
Originaltitel: Achilles in Vietnam <dt.>
Fußnote: Literaturverz. S. 316 - [320]
Mediengruppe: Buch