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Der Dialog
das offene Gespräch am Ende der Diskussionen
VerfasserIn: Bohm, David
Verfasserangabe: David Bohm. Hrsg. von Lee Nichol. Aus dem Engl. von Anke Grube
Jahr: 2002
Verlag: Stuttgart, Klett-Cotta
Mediengruppe: Buch
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 Vorbestellen Zweigstelle: 07., Urban-Loritz-Pl. 2a Standorte: PI.HSK Bohm / College 3f - Psychologie / Psychologie Status: Entliehen Frist: 30.05.2022 Vorbestellungen: 0
Inhalt
Der Dialog beginnt, wo die Diskussion aufhört ... Der Dialog ist eine neue Form des Gesprächs. Hier werden weniger Argumente ausgetauscht, sondern Horizonte eröffnet. Der Dialog ist eine Chance, Neues zu entdecken, keine Garantie, Altes zu bewahren. Der Physiker David Bohm, von dem Einstein sagte, er sei der einzige, der über die Quantentheorie hinauskommen könne, war nicht nur ein berühmter Naturwissenschaftler, sondern auch ein Philosoph im ursprünglichen Sinne. Er gab dem Gespräch, dem Dialog seine Tiefe zurück, die ihm im Zeitalter der Kommunikation und Diskussion abhanden gekommen ist. Besprechung, Meeting, Gesprächsrunde nennt man heute Versammlungen, in denen Standpunkte vorgestellt, Argumente ausgetauscht, Positionen verteidigt, Gedanken ausgeführt und Theorien angerissen werden. Der Zweck solcher Gespräche ist es, den Status quo der Differenzen zu klären, sich auf Ziele zu einigen und Unstimmigkeiten auszuräumen. David Bohm hat die Erfahrung gemacht, daß all dies gut gemeint ist, aber nicht reicht, um einen wirklichen Schritt nach vorne zu kommen. Statt der Diskussion fordert er den Dialog, verstanden nicht als ein freundliches Gespräch miteinander, sondern als ein Horizonte öffnendes Aufeinanderzugehen. Ein Dialog ist ein grundsätzlich gelungenes, die Teilnehmer mit wirklich neuen Erfahrungen und Erkenntnissen belohnendes Gespräch. "Die Bedeutung, die ich dem Wort »Dialog« gebe, unterscheidet sich leicht von der allgemein üblichen Definition. Die etymologische Ableitung eines Wortes hilft uns oft, eine tiefere Bedeutung zu erschließen. »Dialog« kommt von dem griechischen Wort dialogos. Logos heißt »das Wort« oder auch »Wortbedeutung, Wortsinn«. Und dia heißt »durch« - nicht »zwei«. Ein Dialog kann von einer beliebigen Anzahl von Leuten geführt werden, nicht nur von zweien. Sogar ein einzelner kann einen gewissen inneren Dialog mit sich selbst pflegen. Wesentlich ist, daß der Geist des Dialogs vorhanden ist. Die Vorstellung oder das Bild, das diese Ableitung nahelegt, ist das eines freien Sinnflusses, der unter uns, durch uns hindurch und zwischen uns fließt. Das macht einen Sinnstrom innerhalb der ganzen Gruppe möglich, aus dem vielleicht ein neues Verständnis entspringen kann. Diese Einsicht ist etwas Neues, das zu Beginn möglicherweise gar nicht vorhanden war. Sie ist etwas Kreatives. Und dieser untereinander geteilte Sinn ist der »Leim« oder »Zement«, der Menschen und Gesellschaften zusammenhält." David Bohm
Details
VerfasserIn: Bohm, David
VerfasserInnenangabe: David Bohm. Hrsg. von Lee Nichol. Aus dem Engl. von Anke Grube
Jahr: 2002
Verlag: Stuttgart, Klett-Cotta
Systematik: PI.HSK
ISBN: 3-608-91857-4
Beschreibung: 3. Aufl., 175 S.
Originaltitel: On dialogue <dt.>
Fußnote: Literaturverz. S. 175
Mediengruppe: Buch