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Menschenjagd
Schengenland in Österreich
Verfasserangabe: Hg.: Anny Knapp ...
Jahr: 1998
Verlag: Wien, Promedia
Mediengruppe: Buch
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Inhalt
"Seit Dezember 1997 ist das Schengener Abkommen in Österreich in Kraft. Am 1. April 1998 wurden die letzten Grenzkontrollen zu unseren EU-Nachbarn aufgehoben. Das Schengener Abkommen wird im öffentlichen Diskurs als Mechanismus zur Abschaffung lästiger Grenzen begrüßt. Die Kehrseite dieser Reisefreiheit - Maßnahmen zur Bekämpfung illegaler Einwanderung - erweist sich als äußerst kostspielig und für Flüchtlinge im Extremfall als tödlich. Obwohl die Teilnahme am Schengener Abkommen nicht Teil des EU-Vertrags ist, läuft die Umsetzung von Schengen in Österreich wie ein 'miteingekaufter' Mechanismus, der nicht weiter hinterfragt wird. Begleitet wird diese europaweite Zusammenarbeit in Sicherheits- und Visaangelegenheiten durch eine Stigmatisierung und Illegalisierung von Flüchtlingen und MigrantInnen. Die Einreise in diese 'Festung Europa' ist für Menschen aus den wichtigsten Flucht- und Emigrationsländern nur noch illegal möglich. So entsteht für Visa- und Paßfälscher, Transportunternehmen und korrupte Beamte ein weites Geschäftsfeld, das in den Sicherheitsberichten als eine der 'gewinnträchtigsten Formen organisierter Kriminalität' beschrieben wird. Humanitäre Organisationen und politisch oder familiär motivierte Fluchthilfe werden ebenso kriminalisiert wie die Flüchtlinge und MigrantInnen. Vor welchen politischen und sozialen Bedrohungen diese Menschen fliehen, wird in diesem Diskurs völlig nebensächlich. 'Menschenjagd' dokumentiert konkrete Maßnahmen Österreichs und anderer EU-Staaten zur Verhinderung von Migration und Flucht im Rahmen des Schengener Abkommens. Wie sich diese Politik in konkreten Gesetzesbestimmungen niederschlägt und für Schutzsuchende auswirkt, wird in den Beiträgen ebenso analysiert wie die Situation von Schubhäftlingen vor und nach der Abschiebung. Den Ursachen, persönlichen Motiven und Schicksalen von Flüchtlingen, MigrantInnen und 'Schleppern' wird in Form von Reportagen und Interviews nachgegangen. Berichte aus den Herkunftsländern werden durch Eindrücke von der Situation an der Grenze ergänzt. Überlegungen zur Rolle der Hilfsorganisationen im System der 'Festung Europa' ermöglichen eine kritische Reflexion karitativen Engagements. Eine Reihe von Beiträgen leuchtet das gesellschaftliche und politische Umfeld aus, in dem Abschottung und die damit verbundene Konstruktion von 'Drittausländern', 'Illegalen', 'Schleppern' usw. möglich wird. Die Politik der österreichischen Sozialdemokraten und der mediale Diskurs stehen dabei im Mittelpunkt." (Textauszug) (GS.BMO)
Details
VerfasserInnenangabe: Hg.: Anny Knapp ...
Jahr: 1998
Verlag: Wien, Promedia
Systematik: GS.BM
ISBN: 3-85371-133-2
Beschreibung: 208 S. : graph. Darst.
Beteiligte Personen: Knapp, Anny [Hrsg.]
Mediengruppe: Buch