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Muschiland
Exkursionen in eine kulturelle Intimzone
VerfasserIn: Helmer, Ulrike
Verfasserangabe: Ulrike Helmer
Jahr: 2012
Verlag: Königstein im Taunus, Helmer
Mediengruppe: Buch
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 ZweigstelleStandorteStatusFristVorbestellungen
 Vorbestellen Zweigstelle: 07., Urban-Loritz-Pl. 2a Standorte: GS.OF Helm / College 3h - Gender Status: Verfügbar Frist: Vorbestellungen: 0
Inhalt
Unsere Zeit hält für das weibliche Geschlecht allerlei bereit: Designervaginas, die für jugendliche Optik sorgen, Vulva-Parfüms, Schamlippen-Piercings, Delfin-Dildos und himmelblaue Tamponwerbung … Andererseits aber auch Genitalbeschneidungen und Hymen-OPs zur Wiederherstellung ewiger Jungfräulichkeit. Wie schon lange nicht mehr oszilliert das Geschlecht zwischen Huren- und Heiligtum, zwischen Selbst- und Fremdbestimmung.
Spätestens seit Charlotte Roches »Feuchtgebieten« und dem vorausgegangenen Erfolg der Vagina-Monologe tobt offenbar der Sturm auf die kulturelle Intimzone. Tabubruch ist angesagt. Den wohl letzten Schritt tat Rapperin Lady Bitch Ray, als sie das Wort »Fotze« in der Harald-Schmidt-Show etablierte und ein Döschen Vaginasekret als Gastgeschenk überreichte.
Ist diese Entwicklung als eine Befreiung zu sehen oder erblicken wir hier bloß eine weitere (Selbst)Vermark- tung weiblicher Körperlichkeit? Ist es nicht immerhin ein Schritt, mit beherzten Wortbesetzungen jenes Namenlose auf den Begriff zu bringen, für das wir ohnehin nur hilflose Vokabeln haben? Die Wendung diskriminierender Begriffe hat eine lange Tradition in der Frauen- wie der Lesben- und Schwulenbewegung. Weitere historische Parallelen drängen sich auf: »Mein Bauch gehört mir!«, stellte die Frauenbewegung der frühen Siebziger klar. Dass jeder Frau ihre Vulva gehört, dass sie ein Selbstbestimmungsrecht auch über diesen Teil ihres Körpers besitzt, ist bis heute in weiten Teilen der Welt alles andere als selbstverständlich. Und das bei einer langen kulturgeschichtlichen Tradition, in der das Geschlecht der Frauen als Symbol göttlicher Fülle, als Gral der Fruchtbarkeit und Lebenskraft galt – die Künstlerin Judith Chicago feierte dies in ihrer berühmten »Dinner Party«.
Details
VerfasserIn: Helmer, Ulrike
VerfasserInnenangabe: Ulrike Helmer
Jahr: 2012
Verlag: Königstein im Taunus, Helmer
Systematik: GS.OF
ISBN: 978-3-89741-271-2
2. ISBN: 3-89741-271-3
Beschreibung: 175 S.
Sprache: ger
Fußnote: Literaturverz. S. 171 - 172
Mediengruppe: Buch