X
  GO
Ihre Mediensuche
Suche
Zweigstelle
Medienart


8 von 68
Entscheidunghandeln im Sportspiel Fußball
eine Analyse im Lichte der Rubikontheorie
VerfasserIn: Höner, Oliver
Verfasserangabe: Oliver Höner
Jahr: 2005
Verlag: Schorndorf, Hofmann
Mediengruppe: Buch
verfügbar (wo?)verfügbar (wo?)
Exemplare
 ZweigstelleStandorteStatusFristVorbestellungen
 Vorbestellen Zweigstelle: 07., Urban-Loritz-Pl. 2a Standorte: VS.AMH VS.SMF Höne / College 2a - Sport Status: Verfügbar Frist: Vorbestellungen: 0
Inhalt
Zentrales Anliegen des Forschungsprojektes ist es, die Prozesse der Informationsaufnahme während des Entscheidungsverhaltens in Sportspielen zu analysieren. Als theoretische Grundlage dient hierzu das Rubikon-Modell der Motivation/Volition nach Heckhausen und Gollwitzer, welches den Handlungsverlauf zeitlich-funktional in vier sequentielle Phasen (prädezisional, präaktional, aktional, postaktional) einteilt. Die Grundannahme des Modells schreibt diesen vier Phasen des Handlungsverlaufs distinkte kognitive Orientierungen zu, die sich vor allem auf Aspekte der Informationsaufnahme und -analyse beziehen. Für die ersten beiden Handlungsphasen wird u.a. behauptet, dass eine handelnde Person in der prädezisionalen Phase zwischen Zielen abwägt und dabei eine weit gefasste Informationsaufnahmebereitschaft aufweist, während sie nach der Bildung einer Zielintention eine auf die Zielrealisierung fokussierte Informationsaufnahmebereitschaft besitzt. Um den Erklärungswert des Rubikon-Modells für Sportspielhandlungen und damit seine Übertragbarkeit auf Entscheidungsverhalten zu überprüfen, sollen die postulierten unterschiedlichen Modi der Informationsaufnahme vor der eigentlichen Handlungsinitiierung - eine Kernaussage der Rubikon-Theorie - rekonstruiert werden. Hierzu wird in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe Neuroinformatik von Herrn Prof. Dr. Ritter an der Universität Bielefeld auf die Methode der Blickregistrierung (Eye-Tracking) zurückgegriffen. Mit dieser, in den Kognitionswissenschaften fest verankerten, prozessorientierten Forschungsmethode ist es möglich, das Blickverhalten als Indikator für die Aufmerksamkeitszuwendung bei der visuellen Wahrnehmung von Sportspielhandlungen aufzuzeichnen und somit Rückschlusse auf kognitive Prozesse zu ziehen. Aufbauend auf dem Konzept der kognitiven Orientierungen soll darüber hinaus untersucht werden, inwiefern sich durch die im Rubikon-Modell beschriebene Vorsatzbildung die Informationsaufnahme beeinflussen läßt und eine solche Interventionsmaßnahme für Wahrnehmungs- und Antizipationsprozesse die Handlungsausführung begünstigen kann. Neben diesen theorieorientierten Annahmen wird im Sinne des Expertiseansatzes ein Vergleich des Entscheidungsverhaltens von Experten (Jugendnationalspieler) und Novizen (unteres Leistungsniveau) durchgeführt. Die ersten Arbeitsschritte des Projekts bestanden in der Entwicklung und Validierung eines Messinstrumentariums für kognitive Orientierungen während des Entscheidungsprozesses in Sportspielen. Es konnten experimentelle Settings zum Eye Tracking entwickelt werden, bei denen schrittweise die externe Validität erhöht wurde bis die in der internationalen Expertiseforschung zum Entscheidungsverhalten im Sportspiel geforderten Standards hinsichtlich der Realitätsnähe erfüllt wurden. Die ersten qualitativen Auswertungen der Blicktrajektorien von Jugendnationalspielern im Fußball zeigen, dass die Vpn bei 3:2-Entscheidungssituationen zunächst ein im Sinne der im Rubikon-Modell postulierten abwägenden kognitiven Orientierung interpretierbares Blickverhalten zeigen und danach ihren Blick auf die später gewählte Anspielalternative fokussieren. Des weiteren zeigen sich hinsichtlich der Entscheidungsqualität deutliche Vorteile der U17 gegenüber den U15-Nationalspielern. Die Vorteile betreffen in erster Linie die Richtigkeit der Entscheidung und weniger die Schnelligkeit der Entscheidung. In einem Experiment zum Entscheidungsverhalten im Volleyball konnte die im Rubikon-Modell postulierte positive Wirkung von Vorsätzen auf die Handlungsiniitierung belegt werden. Die Versuchsgruppe, die für klar definierte Situationen einen Vorsatz bilden sollte ("Wenn ..., dann spiele ich den Lob!") entschieden sich hochsignifikant schneller als die Kontrollgruppe. Dieser Effekt war nicht durch eine Benachteiligung bei anderen Spielszenen begleitet, für die kein Vorsatz gebildet wurde.
Details
VerfasserIn: Höner, Oliver
VerfasserInnenangabe: Oliver Höner
Jahr: 2005
Verlag: Schorndorf, Hofmann
Systematik: VS.AMH, VS.SF
ISBN: 3-7780-8334-1
Beschreibung: 378 S. : Ill., graph. Darst.
Sprache: Deutsch
Fußnote: Zugl.: Bielefeld, Univ., Diss., 2003Deutscher Sportbund: Wissenschaftliche Schriftenreihe des Deutschen Sportbundes. 1957-
Mediengruppe: Buch