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Die Erwartung der Endzeit
vom Ursprung der Apokalypse
VerfasserIn: Cohn, Norman
Verfasserangabe: Norman Cohn. Aus dem Engl. von Peter Gillhofer ...
Jahr: 1997
Verlag: Frankfurt am Main [u.a.], Insel-Verl.
Mediengruppe: Buch
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 Vorbestellen Zweigstelle: 07., Urban-Loritz-Pl. 2a Standorte: PR.AM Cohn / College 3g - Religionen, Esoterik Status: Verfügbar Frist: Vorbestellungen: 0
Inhalt
Norman Cohn ist durch mehrere gewichtige, inzwischen klassische Bücher über Apokalyptiker, Millennaristen und Endzeitfanatiker berühmt geworden (z. B. Millennium. Das Ringen um das Tausendjährige Reich). Im vorliegenden Buch, das er selbst als sein Hauptwerk bezeichnet, stellt er die Zeit- und Geschichtsvorstellungen früher Kulturen dar. Am Anfang des apokalyptischen Denkens steht die Hoffnung auf eine bessere Welt. Die frühe Weltsicht um das Jahr 1500 vor Christus bestand im Nahen Osten darin, daß das grundsätzliche Chaos in der Welt durch die Götter in einen geordneten Kosmos verwandelt wurde, der dann als unveränderlich galt. Allerdings war dieser Zustand nur außerhalb der Welt vorstellbar, die diesseitige Ordnung wurde immer wieder in Frage gestellt durch die Kräfte des Chaos, d.h. durch Naturkatastrophen, Hungersnöte und Epidemien, Kriegsverheerungen, Todesfälle aus allen möglichen Ursachen. Dazu kam die Bedrohung durch dämonische Kräfte. Solchen Anfeindungen gegenüber bewährten sich - so wird in den mythischen Heldengeschichten erzählt -göttliche Kämpfer als Bewahrer des Ordnungsprinzips: Sie bewirkten, daß die Welt überleben konnte. Dieses Weltmodell wurde zwischen 1500 und 1300 vor Christus von dem iranischen Propheten Zoroaster (Zarathustra) entscheidend verändert: Er setzte dieser furchteinflößenden Sicht auf die irdische Welt eine Neudeutung des Weltkampfmythos entgegen, in welcher bereits dem Diesseits ein konfliktloses Ende zugesprochen wurde, eine Endzeit, in der Kosmos ohne Chaos herrschen würde. Es ist dies ein Modell linearer Zeitentwicklung, das von manchen jüdischen Sekten, insbesondere von den Jesusnachfolgern, begierig aufgegriffen wurde und das es erlaubte, das menschliche Leben und das Leben der gesamten Menschheit in einem Zukunftsentwurf und in einer Zukunftsperspektive zu deuten. Die zoroastrische Weltdeutung wurde so zur Grundlage unserer auf linearen Verläufen aufbauenden Zeitinterpretation und gestattete grundsätzlich die Entfaltung von Endzeitperspektiven, die mehr oder minder bis in unsere Zeit wirkten. Cohns Buch ist außerordentlich gut lesbar; es rückt - im Kontext der menschlichen Bewußtseinsgeschichte einen zentralen Umschlagspunkt in den Blick und führt tief in die Problematik unseres historisch gewordenen Zeitempfindens hinein. Der Religionswissenschaftler Norman Cohn, Verfasser zahlreicher Standardwerke zur Religionsgeschichte, spürt den Anfängen des apokalyptischen Denkens nach. Cohn stellt anschaulich die Glaubenswelten des alten Ägypten, Mesopotaniens und Indiens dar, und er zeigt die Neuerungen auf, die vom Iran und von den jüdischen Propheten ausgingen und die sich in den frühen christlichen Vorstellungen von einem Himmel auf Erden fortgesetzt haben. Das ist ein ebenso aufregendes wie gelehrtes Buch, nicht nur für Forscher und Studenten der alten Religionen, sondern auch für all jene, die sich für die modernen apokalyptischen Modelle interessieren.
Details
VerfasserIn: Cohn, Norman
VerfasserInnenangabe: Norman Cohn. Aus dem Engl. von Peter Gillhofer ...
Jahr: 1997
Verlag: Frankfurt am Main [u.a.], Insel-Verl.
Systematik: PR.AM
ISBN: 3-458-16880-X
Beschreibung: 1. Aufl., 421 S.
Originaltitel: Cosmos, chaos, and the world to come <dt.>
Mediengruppe: Buch