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Der große Aufbruch
wie unsere Gesellschaft eine neue Ordnung erfindet
VerfasserIn: Fukuyama, Francis
Verfasserangabe: Francis Fukuyama
Jahr: 2000
Verlag: Wien, Zsolnay
Mediengruppe: Buch
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Inhalt
Francis Fukuyama (* 27. Oktober 1952 in Chicago, Illinois) ist ein US-amerikanischer Politikwissenschaftler und gilt als intellektuell bedeutendster Schüler von Allan Bloom. In seinem sozialpolitischen Essay aus dem Jahre 1999 unternimmt Fukuyama den Versuch, die sozialen und ökonomischen Veränderungen der modernen und industrialisierten Gesellschaften zu erklären, welche sich auf Grund der Informationstechnologie ergeben. Die Entwicklung von einer Industrie- zu einer Informationsgesellschaft hat zusammenfassend folgende soziale Probleme herbeigeführt: Zunahme von Kriminalität; Geringe Geburtsraten mit der mittelbaren Folge der Zuwanderung; als Folge der Frauenemanzipation; als Folge der Entkirchlichung der Gesellschaft (extremer Individualismus); Verringerung interpersonaler Verhältnisse; als Folge der Entstehung und Zunahme von virtuellen Netzwerkgesellschaften; als Folge der virtuellen Kommunikation (Internet); Gleichzeitig analysiert Fukuyama auch die Vorteile der Informationalisierung der Gesellschaft: Dazu zählt der Umstand, dass Wissen und intellektuelle Fähigkeiten des Menschen eine zunehmend wichtigere Rolle in der modernen Gesellschaft spielen. So entsteht allmählich eine Wissensgesellschaft, welche insbesondere auf Hochtechnologisierung und qualifizierte Dienstleistungen basiert. Der Staat ist gezwungen, zunehmend in die Bildung zu investieren, um Innovationen zu fördern. Geistige Arbeit ersetzt immer mehr körperliche Arbeit. Außerdem wird die Globalisierung der Produktion ebenfalls zu den Folgen des Wandels zu einer Informationsgesellschaft sein. Gleichzeitig werden Entwicklungsländer wegen der dort vorhandenen billigeren Arbeitskräfte zunehmend industrialisiert. Im Übrigen lösen Informationstechnologien kulturelle Grenzen auf. Dadurch wird Toleranz gefördert und gleichzeitig Verständnis für andere Kulturen und Lebensweisen entwickelt. Fukuyama vertritt die These, dass die durch diesen Wandel entstehenden sozialen Probleme von den Gesellschaften durch die gesetzmäßige Bildung neuer formeller und informeller Normen gelöst werden. Jede Gesellschaft sei in der Lage, eine neue Ordnung zu erfinden. Dabei geht Fukuyama von der Prämisse aus, dass nur Gesellschaften in der Lage seien eine neue Ordnung zu erfinden, die genügend Sozialkapital aufweisen. Unter Sozialkapital (im Sinne von Fukuyama; für weitere Bedeutungen siehe: soziales Kapital) ist die Zusammenfassung informeller sowie formeller Normen zu verstehen, die alle Mitglieder einer Gesellschaft teilen, um eine effektive Kooperation untereinander zu ermöglichen. Es handelt sich also um einen Indikator, der negativ zu bemessen ist. Hohes Sozialkapital stehe häufig im Zusammenhang mit niedrigen Kriminalitätsraten und der generellen Bereitschaft, sich für die Gesellschaft zu opfern (damit ist z. B. ehrenamtliche Tätigkeit in Vereinen gemeint).
"Warnfried Dettling hat Fukuyamas Buch auf einer ganzen Seite verrissen. Streckenweise drängt sich ihm der Eindruck eines riesigen "Zettelkastens" auf, der zwar viele Einzelheiten, jedoch kaum Einsichten vermittele. Er äußert den Verdacht, der ausladende Fußnotenapparat diene dazu, die theoretischen und empirischen Mängel des Werks zu verschleiern. An der Ansicht des Autors vom Verfall aller Ordnungen und Werte kann er genauso wenig Neues entdecken wie er seiner Prognose einer heraufziehenden Ära des Neubeginns Glauben schenken kann. Besonders scharf kritisiert er Fukuyamas Analyse der Familie, deren Verfall er mit der Verbreitung der Pille begründet sieht. "Schlicht" nennt Dettling diese These, und hält dagegen, dass es nach dem Ersten und Zweiten Weltkrieg, also bevor es die Pille gab, bereits zu einer dramatischen Verkleinerung der durchschnittlichen Familiengröße gekommen sei. Seine Rezension beschließt Dettling mit einem schweren Vorwurf: "Autoren wie Francis Fukuyama und Politiker, die seinen Einflüsterungen erliegen, leisten gegen ihre eigene Absicht aktive Beihilfe zum Verschwinden der Familien aus modernen Gesellschaften".
Details
VerfasserIn: Fukuyama, Francis
VerfasserInnenangabe: Francis Fukuyama
Jahr: 2000
Verlag: Wien, Zsolnay
Systematik: GP.PL
ISBN: 3-552-04957-6
Beschreibung: 462 S. : graph. Darst.
Beteiligte Personen: Dürr, Karlheinz; Schäfer, Ursel
Originaltitel: The great disruption
Mediengruppe: Buch