Cover von Die politische Propaganda Kaiser Rudolfs II. wird in neuem Tab geöffnet

Die politische Propaganda Kaiser Rudolfs II.

(1576-1612)
Verfasser*in: Suche nach Verfasser*in Vocelka, Karl
Verfasser*innenangabe: Karl Vocelka
Jahr: 1981
Verlag: Wien, Verl. d. Österr. Akad. d. Wiss.
Mediengruppe: Buch
verfügbar

Exemplare

AktionZweigstelleStandorteStatusFristVorbestellungen
Vorbestellen Zweigstelle: 07., Urban-Loritz-Pl. 2a Standorte: GE.OF Voc / College 2d - Geschichte Status: Verfügbar Frist: Vorbestellungen: 0

Inhalt

Die politische Propaganda der frühen Neuzeit, die vor allem einen kleinen Kreis von Menschen, dem die herrschaftsstützende Funktion zukam, ansprechen sollte, ist ein von der bisherigen Forschung wenig beachtetes Thema geblieben. Der vorliegende Band erhebt den Anspruch, daß gerade für die Erforschung der Zeit Rudolfs II. und für die Erfassung seiner so umstrittenen Persönlichkeit die Beschäftigung mit der politischen Propaganda und der Herrscherrepräsentation eine wesentliche Funktion erfüllen kann.
Die bisherige Auseinandersetzung mit Rudolf II. ist immer von seinen letzten Lebensjahren ausgegangen, deren Tendenz auf die gesamte Regierungszeit übertragen wurde; somit entstand das Bild eines kranken passiven Herrschers. Die Aufarbeitung der Propaganda Rudolfs II. zeigt hingegen, daß eine erste aktive Phase seiner Regierung existiert, die bis zum langen Türkenkrieg dauert und die vor allem der repräsentativpropagandistischen Ausgestaltung des Herrschaftsantrittes, von Festlichkeiten und dem überdimensionalen Mäzenatentum und der Sammlungstätigkeit Rudolfs dominiert war. Auch die Zeit des langen Türkenkrieges sieht Rudolf noch als regierungsfähigen, wenn auch von seiner beginnenden Schizophrenie bestimmten, in seinen Entscheidungen wechselhaften Monarchen. Der lange Türkenkrieg bildet einen wichtigen Einschnitt auch für die Propaganda Rudolfs II. Die kaiserliche Repräsentation tritt zugunsten einer konfessionell- religiösen antiosmanischen Propaganda zurück. Der Öffentlichkeit wurde dabei ein ganz anderes Bild der Osmanen und der Gefahr, die von ihnen ausging vermittelt, als es die Selbstverherrlichung Rudolfs als Türkensieger in den Medaillen und allegorischen Gemälden kannte. Die Osmanen wurden als schrecklich grausame und brutale Strafe Gottes für die Sünden der Christen stilisiert. Eine Beseitigung dieser Gefahr versprach man sich nur von Besserung und Gebet. Die dadurch unterstützte Türkenfurcht solidarisierte die ständischen Mächte zugunsten einer Reichshilfe für Rudolf.
Eine Fülle von Quellen, die den Bereich des schriftlichen Materials bei weitem übersteigt, konnte im Rahmen der Untersuchung berücksichtigt werden. Vor allem sind hier Münzen und Medaillen, Stiche und Bildwerke, Denkmäler und architektonische Zeugnisse der Zeit zu nennen, die das schriftliche Material der Patente und Mandate, der Flugblätter, Flugschriften und „Newen Zeitungen“, der gedruckten Relationen, Reden und der Predigten ergänzen und die im Zusammenhang mit der politischen Propaganda eingeordnet werden. Viele der Kunstwerke und literarischen Denkmäler erhalten erst durch diese Einordnung Sinn und werden in ihrer gesellschaftlichen Relevanz für ihre Zeit voll erfaßt. (Klappentext)
 

Details

Verfasser*in: Suche nach Verfasser*in Vocelka, Karl
Verfasser*innenangabe: Karl Vocelka
Jahr: 1981
Verlag: Wien, Verl. d. Österr. Akad. d. Wiss.
opens in new tab
Systematik: Suche nach dieser Systematik GE.OF
Suche nach diesem Interessenskreis
ISBN: 3-7001-0380-8
Beschreibung: XIV, 570 S.: Ill.
Schlagwörter: Propaganda, Rudolf <Römisch-Deutsches Reich, Kaiser, II.>
Suche nach dieser Beteiligten Person
Fußnote: Zugl.: Wien, Univ., Habil.-Schr., 1978
Mediengruppe: Buch