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68 von 376
Semiologie eines Bildmythos
der Flipper Shangri-La
VerfasserIn: Oppitz, Michael
Verfasserangabe: Michael Oppitz
Jahr: 2000
Verlag: Zürich, Völkerkundemuseum d. Uni Zürich
Mediengruppe: Buch
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 Vorbestellen Zweigstelle: Bücherei der Raritäten Standorte: GS.EN Oppi Status: Verfügbar Frist: Vorbestellungen: 0
Inhalt
Man blickt auf einen Alltagsgegenstand der ausgehenden sechziger Jahre und sieht ein exotisches Bild: Tibet? China? Japan? Im Zählerkasten des Flippers Shangri-La vereinigen sich charakteristische Gegenstände und dingliche Symbole aller drei Kulturen zu einem einheitlichen ikonographischen Zeichen. Welchen Objekten der realen Welt diese Komponenten nachgebildet wurden, macht einen Teil der hier vorgeführten Analyse aus.
 
In einem anderen Teil wird untersucht, auf welche Vorlagen die dreiteilige Ikone des Flipperbildes zurückgreift: zunächst auf einen englischen Roman und einen amerikanischen Spielfilm der dreißiger Jahre, die gemeinsam die Voraussetzungen dafür lieferten, dass im Westen die kollektive Vorstellung von einem asiatischen Paradies namens Shangri-La überhaupt entstehen konnte.
 
Dies war jedoch keineswegs eine Erfindung aus dem Nichts. Shangri-La geht in direkter Linie auf ein tibetisches Vorbild zurück, auf das irgendwo im Nordwesten des Schneelandes angesiedelte und nur Eingeweihten zugängliche Paradies Shambhala. Dieses "verborgene Land" hat in Tibet über Jahrhunderte die Phantasie von Autoren und Malern angeregt und zu Beginn dieses Jahrhunderts sogar verschiedene politische Bewegungen inspiriert, welche die Hoffnung auf ein beschleunigtes Kommen des Reiches Shambhala auf ihre wehenden Fahnen schrieben.
 
Doch auch das tibetische Shambhala hat seinen eigenen Vorläufer: einen in mehreren indischen Purana-Texten erwähnten Ort gleichen Namens, den Geburtsort des Heilsbringers Kalki, der in einer Endschlacht die Feinde der Religion besiegt und das dunkle Zeitalter in ein goldenes umwandelt. So erweist sich die Trivialikone des Flippers Shangri-La als lediglich eine Station in einer langen Serie von Transformationen eines Paradiesentwurfes, der in Asien auf eine zweitausendjährige Entwicklung zurückblickt.
 
In einer Kehrtwende des ethnographischen Blicks sucht die Semiologie des Bildmythos den Methoden der Exotikmacher auf die Spur zu kommen, indem sie die unterschiedlichen Perspektiven von Historikern, Ethnologen, Philologen und Kunstwissenschaftlern bündelt und an einem artfremden Gegenstand erprobt. (Verlagstext)
 
 
 
 
 
 
/ AUS DEM INHALT: / / /
 
Vorsatz| 9 /
IDie Ausbreitung des semantischen Feldes: Was ist Shangri-La? | 13 / 1Ein Flippertyp der Firma WWilliams | 13 / 2Ein englisches Wort | 13 / 3Der zentrale Handlungsort eines Romans | 17 / 4Der zentrale Handlungsort eines Spielfilms | 23 / 5Der zentrale Handlungsort eines Musicals | 28 / 6Shangri-La kommt von Shambhala | 30 / 7Beschreibung von Shambhala | 32 / 8Politische Auswirkung der Shambhala-Idee: der tibetische und der mongolische Messianismus | 37
 
9Das indische Shambhala | 41
 
10Die Umsetzungsreihe eines Mythos | 51
 
 
IIIkonographie des Flippers Shangri-La | 65
 
1Ethnologie und Mythographie | 65
 
2Die tibetische Flanke | 66
 
3Die chinesische Mitte | 72
 
4Die japanische Peripherie | 75
 
5Flora, Fauna, Landschaft | 78
 
6Exotik und Selbstbespiegelung | 82
 
7Buchstabenschrift als Chinoiserie | 83
 
8Lateinische Buchstaben tibetisiert | 90
 
9Das Zählwerk | 93
 
10Die Sockelinschrift | 94
 
 
Nachbemerkung | 97
 
Nachbemerkung | 97
 
Bildlegenden und Nachweise | 101
 
Bibliographie | 106
 
 
 
 
 
Details
VerfasserIn: Oppitz, Michael
VerfasserInnenangabe: Michael Oppitz
Jahr: 2000
Verlag: Zürich, Völkerkundemuseum d. Uni Zürich
Systematik: GS.EN
ISBN: 3-909105-39-4
Beschreibung: 112 S. : Ill.
Mediengruppe: Buch