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Hurengespräche
VerfasserIn: Zille, Heinrich
Verfasserangabe: Heinrich Zille. Mit e. Vorw. von Winfried Ranke
Jahr: 2008
Verlag: München, Schirmer-Mosel
Mediengruppe: Buch
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Inhalt
Der Zyklus Hurengespräche von Heinrich Zille erschien 1913 als Privatdruck des Verlags Fritz Gurlitt unter dem Pseudonym W. Pfeifer und wurde von der preußisch-kaiserlichen Zensur auf der Stelle verboten. Der Zyklus handelt von acht Frauen, die an einem imaginären Stammtisch in einer Suppenküche versammelt, ihre Erlebnisse im Berliner „Milljöh“ Anfang des letzten Jahrhunderts miteinander austauschen. Die Namen der Frauen sind nur in Spitz- oder Vornamen wiedergegeben, so nennen sich die Frauen: Olga, Pauline, Rosa, Alma, Pinselfrieda, Bollenguste, Lutschliese und Minna. Die Berichte handeln allesamt von stark sexuell-pornographisch gezeichneten Geschichten, beeinflusst durch die damaligen katastrophalen Wohn- und Lebensbedingungen im Arbeitermilieu dieser Zeit. Die im Originalton gehaltenen und im Berliner Dialekt gesprochenen Dialoge sind vermutlich authentisch wiedergegeben. Die dazu gezeichneten Illustrationen sind es nicht, allerdings stark von der damals herrschenden Realität beeinflusst, in welcher sich Zille damals bewegte. So zeichnet Zille mit gnadenloser Detailgenauigkeit die Schwängerung eines kleinen Mädchens durch den eigenen Vater, während im Nebenbett die Mutter im Sterben liegt, oder die Vergewaltigung eines anderen durch einen Landstreicher.Die Frauen bezeichnen sich selbst als „Huren“, gehen allesamt aber noch anderen Beschäftigungen wie Blumenfrau oder Fabrikarbeiterin nach. Sie schildern ihre Erlebnisse von frühem sexuellen Missbrauch bis zu geduldetem Inzest, in sehr unsentimentaler Sprache. Allen ist gemein, dass sie im Grunde nach einem anderen Leben streben, aber in diesem durch die sozialen Umstände und auch wegen der mangelnden Aufstiegs- bzw. Bildungsmöglichkeiten als Frauen in ihrem Dasein, als Hure, Ehefrau und (vielfache) Mutter mehr oder weniger „festgekettet“ sind.… „Hätt’n wir nich so dreckig jewohnt un’ wär’n nicht so arm gewesen, dann wär woll manches anders jeworden.“.
Details
VerfasserIn: Zille, Heinrich
VerfasserInnenangabe: Heinrich Zille. Mit e. Vorw. von Winfried Ranke
Jahr: 2008
Verlag: München, Schirmer-Mosel
Systematik: GK.F
ISBN: 978-3-88814-081-5
2. ISBN: 3-88814-081-1
Beschreibung: 94 S. : zahlr. Ill.
Beteiligte Personen: Einl. v. Ranke, Winfried
Mediengruppe: Buch