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Das Manifest der Toleranz
über Ketzer und ob man sie verfolgen soll
Verfasserangabe: Sebastian Castellio. Aus dem Lat. von Werner Stingl. Mit einer historischen Darst. von Hans R. Guggisberg. Hrsg. und eingeführt von Wolfgang F. Stammler
Jahr: 2013
Verlag: Essen, Alcorde-Verl.
Mediengruppe: Buch
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Inhalt
Als am 27. Oktober 1553 in dem erst wenige Jahre zuvor durch Calvin reformierten Genf erstmals ein »Ketzer« bei lebendigem Leib verbrannt wurde, ging ein Aufschrei der Empörung durch die Reihen derer, die vor den Scheiterhaufen der Inquisition geflohen sind. Welches Recht hatte ausgerechnet die Reformation, Andersdenkende zu verfolgen? War sie nicht selbst ureigentlicher Ausdruck andersmeinender christlicher Gewissens- und Glaubensüberzeugung gegen die katholische Kirche?
Diese Empörung fand in dem Basler Humanisten und ehemaligen Mitarbeiter Calvins, Sebastian Castellio, ihre bedeutendste und geschichtsmächtigste Stimme. Bereits kurz nach der Hinrichtung Servets erschien seine Schrift De haereticis, in der er sich grundsätzlich und mit eindringlicher Schärfe dagegen aussprach, Ketzern anders als mit »geistigen Waffen« zu begegnen, geschweige denn sie zu töten.
Wenn man schon Menschen wegen Habgier, Lügen und Verleumderei nicht tötet, warum dann Ketzer? »Tatsächlich konnte ich trotz vieler Nachforschungen darüber, was ein Ketzer sei, nichts anderes feststellen, als dass jeder für einen Ketzer gilt, der anders denkt als wir.«
Obwohl die Gedanken und Wirkungen seiner Schrift einige Jahrhunderte später maßgeblich zum Katalog der Menschenrechte beigetragen haben, sind Castellios Name und mehr noch sein Werk bis heute nur einem kleinen Kreis von Fachgelehrten bekannt. Mit dieser Ausgabe soll daher begonnen werden, erstmals einige der bedeutsamsten Schriften Castellios in deutscher Übersetzung vorzustellen. Sei es auch – wie Stefan Zweig schreibt – manchen »verhängt, im Schatten zu leben, im Dunkel zu sterben«, so sollte dies für die Nachwelt erst recht Grund und Ansporn sein, diese aus dem Schatten der Geschichte hervorzuholen und ihnen neue Geltung zu verschaffen im Licht einer um Gerechtigkeit bemühten Öffentlichkeit. Denn wenn es darum geht – und die Zeiten sind heute nicht weniger gefährdet als vor 450 Jahren –, »Toleranz gegen Intoleranz, Freiheit gegen Bevormundung, Humanität gegen Fanatismus, Individualität gegen Mechanisierung, das Gewissen gegen Gewalt« (Stefan Zweig) zu verteidigen, dann ist es an der Zeit, sich nicht nur Castellios Namen zu erinnern, sondern endlich auch seine von einem tiefen, gelebten, christlichen Humanismus geprägten Schriften einer aufgeschlossenen Leserschaft zugänglich zu machen.
 
 
 
 
 
 
/ AUS DEM INHALT: / / /
 
 
 
Einfuhrung 9
STEFAN ZWEIG
Sebastian Castellio und das Manifest der Toleranz 25
[SEBASTIAN CASTELLIO]
Bericht über den Tod Servets
Historia de morte Serveti 39
SEBASTIAN CASTELLIO
Uber Ketzer und ob man sie verfolgen soll
De haereticis an sint. persequendis 49
MARTINUS BELLIUS [SEBASTIAN CASTELLIO]
An Herzog Christoph 55
MARTIN LUTHER
Vom weltlichen Regiment 7 3
JOHANNES BRENZ
Ob die Obrigkeit mit Recht Ketzer töten kann 87
ERASMUS
Supputatio der Irrtümer Bedas 110
Uber die Inquisition 116
SEBASTIAN FRANCK
Uber die Ketzer 123
Kleinere Zitate weiterer Theologen
LACTANTIUS 138
JOHANNES CALVIN 140
OTTO BRAUNFELS 142
KONRAD PELLICANUS 143
URBANUS RHEGIUS 144
AUGUSTINUS 146
CHRYSOSTOMUS 149
5
INHALT
HIERONYMUS 151
CAELIUS SECUNDUS CURIO 152
SEBASTIAN CASTELLIO
An den König von England 154
GEORG KLEINBERC. [SEBASTIAN CASTELLIO]
Wie viel Schaden die Verfolgungen
der Welt zufügen 160
BASILIUS MONTFORT [SEBASTIAN CASTELLIO]
Widerlegung der Argumente für Verfolgungen 173
SEBASTIAN CASTELLIO
Von den Kindern des Fleisches
und den Kindern des Geistes 202
SEBASTIAN CASTELLIO
Verteidigungsschrift vor dem Basler Rat 209
HANS R. GUGGISBERC,
Sebastian Castellios De haereticis
und die Toleranzdebatte 1553-1555 221
Der Beginn der Toleranzdebatte 223
1. Die Hinrichtung Servets 223
2. Defensio orthodoxaefidei 229
3. De haereticis an sint persequendi 235
Die Toleranzdebatte
nach dem Erscheinen des De haereticis 255
1. Erste Reaktionen; Basler Calvin-Kritik 1554 25$
2. Contra libellum Calvini 267
3. TModore de Beze und sein Antibellius 275
4. Erneute Stellungnahme Castellios 282
5. Calvin-Kritik aus der Waadt und Montbeliard.
Genfer Reaktionen 288
6. Exkurs: Castellio und die Reformation in Deutschland 295
Die Familie Sebastian Castellios (Stammtafel) 309
6
INHALT
ANHANG
Texte aus zeitgenössischen Übersetzungen,
die nicht im De haereticis enthalten sind
Texte aus der französischen Ubersetzung:
An Wilhelm, den Landgrafen von Hessen 313
Auszüge aus Bibelauslegungen von
Martin Luther 320
Kaspar Hedio 322
Johannes Agricola 3 24
Jakob Schenk 325
Christophe Hosmann 326
Texte aus der deutschen Übersetzung:
Auszüge aus Predigten von Martin Luther 327
Kleine Ketzerkunde 331
Anmerkungen
zur Einfuhrung 346
zur Historia de morte Serveti 350
zu De Haereticis an sint persequendi 354
zu Castellios Verteidigungsschrift 389
zu Guggisberg: Castellio und die Toleranzdebatte 391
Bibliographie 413
Editorische Notiz und Danksagung 431
Personenregister 434
 
 
 
 
 
 
Details
VerfasserInnenangabe: Sebastian Castellio. Aus dem Lat. von Werner Stingl. Mit einer historischen Darst. von Hans R. Guggisberg. Hrsg. und eingeführt von Wolfgang F. Stammler
Jahr: 2013
Verlag: Essen, Alcorde-Verl.
Systematik: PR.CT
ISBN: 978-3-939973-61-4
2. ISBN: 3-939973-61-0
Beschreibung: 439 S. : Ill
Sprache: ger
Originaltitel: De haereticis an sint persequendi <dt.>
Fußnote: Literaturangaben
Mediengruppe: Buch