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Die Errettung der modernen Seele

Therapien, Gefühle und die Kultur der Selbsthilfe
Verfasser*in: Suche nach Verfasser*in Illouz, Eva
Verfasser*innenangabe: Eva Illouz ; aus dem Englischen von Michael Adrian
Jahr: 2011
Verlag: Berlin, Suhrkamp
Mediengruppe: Buch
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Inhalt

Wir leben in einer durchpsychologisierten Gesellschaft. Selbsthilfegruppen schießen wie Pilze aus dem Boden, Beziehungsratgeber erzielen gigantische Auflagen und die Einschaltquoten von Serien wie Die Sopranos oder Pseudo-Dokus wie Zwei bei Kallwass lassen die Herzen der Programmacher höher schlagen. Was früher verschämt verschwiegen wurde, gehört in westlichen Gesellschaften heute zum festen Repertoire einer aufgeklärt-bürgerlichen Mittelschicht: der Gang zum Therapeuten. Ehekrisen löst man nicht mehr in den eigenen vier Wänden, sondern in der Praxis eines Paartherapeuten, Spezialpsychiater für Milliardäre helfen bei der seelischen Bewältigung großer Vermögen und jeder Spitzensportler, der etwas auf sich hält, hat einen Psychologen an seiner Seite. In ihrem neuen Buch untersucht die israelische Soziologin Eva Illouz, wie sich der therapeutischen Diskurs auf unser kulturelles und emotionales Leben auswirkt. Sie zeichnet den Siegeszug der Psychoanalyse in den USA nach, der 1909 mit Freuds Amerikareise begann und über die kulturellen Eliten rasch zur festen Verankerung psychologischer Denkmuster zunächst in der amerikanischen Kultur führte. Anhand zahlreicher empirischer Beispiele und mit den scharfen Instrumenten einer kritischen soziologischen Theorie seziert sie die Facetten und Funktionsweisen eines Diskurses, der die Vorstellungen von der Identität des modernen Subjekts tiefgreifend verändert. Therapien und die Kultur der Selbsthilfe, so eines ihrer Ergebnisse, verändern den emotionalen Stil einer Gesellschaft und machen das Leben nicht leichter, sondern im Gegenteil komplizierter.
 
Inhalt
 
Einleitung 9
Die Kultursoziologie und das Therapeutische 21
Die Therapie als neuer emotionaler Stil 28
Texte und Kontexte 34
Kulturkritik und Psychologie 40
2. Freuds kulturelle Innovation 45
Die Psychoanalyse als charismatisches Unternehmen 48
Die soziale Organisation des Freudschen Charismas 52
Freud in Amerika 58
Freuds kulturelle Matrix 67
Die Liaison von Psychologie und Populärkultur 94
Schluß 102
3. Vom Homo oeconomicus zum Homo communicans 105
Emotionale Selbstkontrolle in der Organisationssoziologie 109
Die Macht der Kontrolle und die Kontrolle der Macht 115
Die Psychologen drängen auf den Markt 118
Ein neuer emotionaler Stil 128
Emotionale Selbstkontrolle 134
Die kommunikative Ethik als Geist des Unternehmens 154
Emotionale, moralische und fachliche Kompetenz 166
Schluß 177
4. Die Tyrannei der Intimität 181
Intimität: ein immer kälterer Zufluchtsort 184
Gegen ihren freien Willen? Die Psychologen
und die Ehe 199
Die Gemeinsamkeiten von Psychologie und Feminismus 208
Intimität: Eine neue emotionale Vorstellung 215
Kommunikative Rationalität im Schlafzimmer 226
Unterwegs zur Ideologie des reinen Gefühls 232
Die Abkühlung der Leidenschaft 244
Schluß 253
5. Der Triumph des Leidens 257
Warum die Therapie triumphierte 264
Die therapeutische Erzählung des Selbst 288
Die therapeutische Inszenierung des Selbst 300
Eine Erzählung in Aktion 312
Schluß 327
6. Eine neue Achse sozialer Schichtung? 329
Der Siegeszug der emotionalen Kompetenz 334
Die emotionale Intelligenz und ihre Vorläufer 337
Der globale therapeutische Habitus und der
Neue Mann 361
Intimität als gesellschaftliches Gut 369
Schluß 389
7. Schluß: Institutioneller Pragmatismus in der Erforschung der Kultur 393
Danksagung 407
Namenregister 409

Details

Verfasser*in: Suche nach Verfasser*in Illouz, Eva
Verfasser*innenangabe: Eva Illouz ; aus dem Englischen von Michael Adrian
Jahr: 2011
Verlag: Berlin, Suhrkamp
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Systematik: Suche nach dieser Systematik GS.AT
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ISBN: 978-3-518-29597-7
2. ISBN: 3-518-29597-7
Beschreibung: 1. Auflage, 412 Seiten
Beteiligte Personen: Suche nach dieser Beteiligten Person Adrian, Michael
Sprache: Deutsch
Originaltitel: Saving the modern soul
Fußnote: Literatur- und Quellenangaben
Mediengruppe: Buch