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29 von 50
Eine ungewöhnliche Klassik nach 1945
das Werk Peter Handkes
VerfasserIn: Höller, Hans
Verfasserangabe: Hans Höller
Jahr: 2013
Verlag: Berlin, Suhrkamp
Mediengruppe: Buch
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Inhalt
VERLAGSTEXT:
In der lebensbedrohenden Schreibkrise der späten siebziger Jahre wurden für Handke die Wiedergewinnung der Sprache und die Verbindung zur Tradition zu einer Frage des Überlebens. Nicht nur die literarische, auch die künstlerische, philosophische und wissenschaftliche Tradition verwandelt er in seinem Werk nun bewusst in ein Organon der schönen Alltäglichkeit und der Lebenskunst. / / Hans Höller zeichnet diese verborgene oder offen zutage liegende literarische Verwandlung der Tradition im Werk Handkes nach, er zeigt die Weiterentwicklung von Walter Benjamins "Schwellenkunde" in eine Textlandschaft der rettenden Übergänge und Passagen, die Umsetzung von Goethes "Farbenlehre" in die heitere Farbsemantik der Texte oder die erstaunliche, bisher kaum von der Kritik gewürdigte Wiederentdeckung der "schönsten Philosophie des Raums", wie Ernst Bloch die "Ethik" des Spinoza genannt hat. Das Novum von Handkes Werk gegenüber der Weimarer Klassik liege darin, dass er das dort unterbelichtete Soziale ins Spiel bringt, literarisch den Weg nach unten geht, zu den Nicht-Privilegierten, die Sprengkraft der Materialität der Triebe verteidigt und die mediale Dimension der Sprache mitdenkt. / / Handkes Bücher werden als immer neue Variante von Hölderlins "Komm, ins Offene, Freund", gelesen, als die schönste literarisch-philosophische Wendung gegen die Weltkrankheit der Depression. Darum findet man in diesem Handke-Buch heitere Studien zu Flüssen, Bergen, Wolken, zu den Spatzen und zum Himmel, dem Licht und den Farben, den Geräuschen und Naturlauten, dem Schnee, den Gasthäusern und Gärten, oder dem "terrain vague", der prekären Zwickelwelt zwischen den Straßen, Eisenbahnlinien oder den Busbahnhöfen und Vorortkaschemmen. Nicht zuletzt aber geht es in diesen Studien um Handkes Sinn für Arbeit und menschliche Würde, der das Zentrum seiner Idee des Klassischen bildet und sein Werk in ungewöhnlichen sozialkritischen Zusammenhängen neu entdecken lässt. /
 
AUS DEM INHALT:
INHALT / / Vorwort 9 / / EINLEITUNG "Bekanntes unbekannt machen": Das Klassische 11 / Dank 21 / / 1. KAPITEL "Schönheit" 23 / / Klassische Motive, Genres, Figuren im Werk vor der Kafka- Rede 26 "ein katastrophischer, ein zerrissener, ein grandioser Rettungsversuch" 32 "Das Klassische beginnt mit einem hilflos-traurigen Gefuchtel" 34 Schönheit als "res publica" 37 Die alles bewirkende "Leere" 39 Der sozial-analytische Blick 43 / / 2. KAPITEL "Das Pathos meiner Herkunft [...] verlangt von mir das Klassische" 48 / / Die heterodoxe Goethe-Benjamin-Linie 49 Blickwechsel zwischen Mutter und Sohn 52 Der Traum von der nicht entfremdeten Arbeit 54 Das geträumte Jugoslawien 56 / / 3. KAPITEL Goethe und Stifter 60 / / "Die Farben sind Taten des Lichts, Taten und Leiden" 61 "daß wir schon bei jedem aufmerksamen Blick in die Welt theoretisieren" 63 "Wir sind auf Klassisches aus - aber zuvor müssen wir sagen, warum"< 65 Bruchstücke einer ökonomisch-philosophischen Farbenlehre 68 Stifters Traum vom indianischen Weltbild 71 Zerstörerische Gesetze in eine gute Innenkraft verwandeln 72 "Gesprenge" 77 / / 4. KAPITEL Kampfszenen 80 / / Schuldspruch und "Raumverbot" 80 Erzählen und menschliches Gesicht 82 Der Tunnel-Traum 85 "Wenn nur beide, das Poetische und das Politische, eins sein könnten" 87 "Kafkas Rache!" 89 / / 5. KAPITEL "Kafka", der "mich in meiner Anmaßung, wenn nicht bestärken, so doch ernstnehmen würde" 91 / / Kafka "als Kranfahrer in einer gelben Kabine" 91 "eine HANDLUNG, gewaltiger als alle Handlungen" 93 "wie ein Licht aufzuckt!" 96 / / 6. KAPITEL "Verwandlung ins Helle" oder: "was gegen uns gerichtet scheint", "wenden" 101 / / "Das Erzählen in dieser Zeit" (Ilse Aichinger) 102 Meridiane des Erzählens 104 Erzählmotive der "Verwandlung" 106 "der Schatten einer Erinnerung" 107 "Kind gewesen sein" 108 "Wenn ihr all eure Angst aus euch herausspielen könntet!" 112 Die Bombenflugzeuge über den Köpfen 116 / / 7. KAPITEL Radikale Selbst-Analyse als Voraussetzung des Klassischen nach 1945 119 / / Klassiker und Amokläufer 120 Schönheit als Form der Wahrheit 122 Ein Goethe'sches Stadtporträt 124 "das Unbild der Ursache meiner Schwermut" 127 Die Wiederherstellung des verletzten Rechts des Erzähler-Ich 128 Das Erzählen einer Depression als "Daseinsbedingungsbejahung" 129 "leukein" 132 / / 8. KAPITEL Erzählen als Schwellenforschung 134 / / Benjamins "Schwellenkunde" 135 "Schönheit der Schwellen!" 137 "Hühnerleiter wird Jakobsleiter" 138 "Sesam öffne dich - ich möchte hinaus" 141 "Mit einem Mal ist die Luft zu Eis geworden" 144 / / 9. KAPITEL über Klassiker: Äpfel, Weberknechte, Feldhasen, Spatzen, der Menschenfrosch, der Mann aus Oberösterreich, der Schneemensch und der Postautobus . . 146 / / "Apfelzaubermärchen" 148 "Weberknechte, Patrone der Schwellensucher" 149 Der "Menschenfrosch" als Patron der Abgestürzten 153 Das "Tätigkeitswort" "klettern" 155 Der Mann aus Oberösterreich 157 "In Betrachtung des Schnees sich zum Schneemenschen erweitern" 162 Mystik und Materie 164 Autobusse 167 / / 10. KAPITEL "Das Klassische kann nur Ausdruck der Gefahr sein" 172 / / Die Orts- und Zeittafeln des Friedens in den Epopöen 172 Gefährliche Schwellen. Das Fahrzeug des Erzählens in einer Welt der Bedrohung 174 Der Blick zurück gegen die Fahrtrichtung 177 Poetik der "nahen Horizonte" 178 Das Klassische und der Krieg 181 "wilde Trauer" 184 "Apache" 186 Gebrochene Scheiben 188 "die Spuren der Tatzen eines Wolfs" 191 "Lebendgewicht? Totgewicht?" 193 / /
 
Details
VerfasserIn: Höller, Hans
VerfasserInnenangabe: Hans Höller
Jahr: 2013
Verlag: Berlin, Suhrkamp
Systematik: PL.M
ISBN: 978-3-518-42344-8
2. ISBN: 3-518-42344-4
Beschreibung: 1. Aufl., 194 S.
Schlagwörter: Handke, Peter
Mediengruppe: Buch