X
  GO
Ihre Mediensuche
Suche
Zweigstelle
Medienart


7 von 546
Die Mechanik der Leidenschaften
Gehirn, Verhalten, Gesellschaft
VerfasserIn: Ehrenberg, Alain
Verfasserangabe: Alain Ehrenberg ; aus dem Französischen von Michael Halfbrodt
Jahr: 2019
Verlag: Berlin, Suhrkamp
Mediengruppe: Buch
nicht verfügbarnicht verfügbar
Exemplare
 ZweigstelleStandorteStatusFristVorbestellungen
 Vorbestellen Zweigstelle: 07., Urban-Loritz-Pl. 2a Standorte: PI.HS Ehre / College 3f - Psychologie Status: Entliehen Frist: 23.12.2022 Vorbestellungen: 0
Inhalt
VERLAGSTEXT: / / / Seit den 1990er Jahren gewinnt eine neue Wissenschaft des menschlichen Verhaltens ungeheuer an Dynamik: die kognitive Neurowissenschaft. Ihr Ziel ist die Erforschung des Gehirns, um geistige Pathologien wie Depressionen oder Schizophrenie zu behandeln, aber auch das Lernen oder die Kontrolle von Emotionen zu verbessern. In seinem faszinierenden Buch geht Alain Ehrenberg der Frage nach, ob diese Wissenschaft das »neue Barometer« unseres Verhaltens und Lebens geworden ist. Hat sie den Platz eingenommen, den früher die Psychoanalyse innehatte? Ersetzt der »neuronale« Mensch nun den »sozialen« Menschen? / / Ehrenberg zeigt, dass die kognitive Neurowissenschaft und die mit ihr verbundene Verhaltensökonomie ihre wachsende Autorität nicht nur aus ihren wissenschaftlichen Ergebnissen, sondern auch aus der Einschreibung in ein wichtiges soziales Ideal bezieht: das eines Individuums, das seine Unzulänglichkeiten durch Nutzung seines »verborgenen Potentials« in verwertbare Vermögen umzuwandeln vermag. Diese neue Wissenschaft vom Verhalten ist für Ehrenberg daher die Echokammer unserer zeitgenössischen Ideale der Autonomie.
 
AUS DEM INHALT: / / / Einleitung / / Die neue Wissenschaft des menschlichen Verhaltens / / Von der Psychoanalyse zur Neurowissenschaft, von einer modernen Stimmungslage zur nächsten 15 / / Die kognitive Neurowissenschaft als moralische Autorität: / Welche Ideale der Moderne? Welcher Individualismus? 20 / / Das Programm 27 / / Kapitel 1 / / Exemplarische Gehirne / Von den Leiden des praktischen Subjekts zum Heroismus des verborgenen Potentials / / Die Leiden des praktischen Subjekts 36 / Die Persönlichkeitsstörungen aus Sicht des praktischen Subjekts (41) - Emotion, Kognition, Verhalten: das goldene Dreieck der kognitiven Neurowissenschaft (44) / / Die Gehirne des verborgenen Potentials oder die Demokratisierung des Außergewöhnlichen 52 / Vom Typus zum Individuum (53) - Wollen, ohne zu können, Schlüssel zur Individualisierung des neurologischen Patienten (55) - Vom Defizit zum Trumpf: das Tourette-Syndrom als Beispiel des neuen Individualismus (60) - Das autistische Gehirn als zivilisatorischer Wert (70) - Der Autismus - gestern und heute (77) ~ Das verborgene Potential, spezifische soziale Form des Eintritts in die Moderne (83) / / Kapitel 2 / / Wissenschaftliche Methode und individualistisches Ideal / Die Umwandlung der Affekte von der schottischen Aufklärung bis zum neuen Individualismus / / Die Mechanik der Affektumwandlung: das gewöhnliche Individuum als aktiver Werteschöpfer 93 / Die Dichotomie von Natürlichem und Künstlichem überwinden (95) - Tugend oder Charakter, Zentralkonflikt beim Eintritt in die Moderne (102) - Das Werte schöpfende Individuum oder / die Sozialisierung der Selbsterweiterung (109) - Aufkommen der Polarität von Altruismus und Egoismus und das moralische Moment des Charakters (113) / / Vom Social Engineering zur Selbstverwirklichung (1900-1970): die drei Zeitalter des Verhaltens 115 / Der Behaviorismus: den Individualismus in der Massengesellschaft durch Außensteuerung des Menschen neu begründen (117) - Das Ich der sozialen Verhaltens Wissenschaften (130) / / Wer entschlossen ist, entscheidet frei: die Einführung von Subjektivität und Aktivität 134 / / Die »kognitive Revolution« oder der Wissenschaftler als Modell gewöhnlicher Intelligenz 138 / Der neue Individualismus der wissenschaftlichen Psychologie: Jeder soll sein eigener Psychologe werden (146) - Ein Individualismus der Befähigung (15 7) / / Kapitel 3 / / Das Gehirn als Individuum, eine Physiologie der Autonomie / / Eine »Rückkehr« des Subjekts im biologischen Gewand? 163 / / Individualisierung: vom reagierenden zum agierenden Gehirn 167 / Von der Neurologie zur Neuropsychologie (170) - Diskonnektionssyndrome: ein anatomisch vollständiges Gehirn (174) - / Parallelentladung: ein Gehirn, das physiologisch eine Handlung auslöst (179) - Synaptische Übertragung und neuronale Plastizität: Ist das Gehirn (wie) ein Individuum? (187) / / Die Entindividualisierung des Gehirns im Matrixraum der Neurowissenschaft 195 / Vom anatomischen Gehirn zum digitalisierten Raum: die Gehirntätigkeit des Geistes (196) - Das neuroanatomische »Wo«, aber wie steht es um das neurophysiologische »Wie«? (206) - / Die Auflösung des individuellen Gehirns in den Big Data: auf dem Weg zu einer Pathologie der Gehirnschaltkreise? (208) - / Das Gehirn als Individuum (217) / / Kapitel 4 / / Die soziale Neurowissenschaft oder Wie das Individuum mit anderen agiert / / Die Notwendigkeit des Sozialen 223 / Die Neufassung des Charakters im Konzept der »Sozialkompetenz« (226) - Die drei Bedeutungen des »Sozialen« in der Neurowissenschaft (232) - Empathie: emotionaler Bereich und kognitiver Bereich (241) - Das neurobiologische Fundament der Beziehungen: eine neurale Resonanz (250) / / / Die Verhaltensökonomie, eine kognitive Psychopathologie des Alltagslebens 254 / Die Bedingungen der Regelmäßigkeit: Fairness, um die Unwägbarkeiten des Vertrauens zu beherrschen (255) - Kognitive Verzerrung und die Politik der kleinen Anstöße: ein Mechanismus, um »das Verhalten zu ändern, ohne den Geist zu verändern« (261) / / Kapitel 5 / / Die Autonomieübungen: individualistische Rituale zur Wiederherstellung des eigenen moralischen Wesens? / / Soziale Kognition, Achse der Individualisierung von Schizophrenen 276 / / Die soziale Kognition wiederherstellen oder Wie man das Individuum zum Urheber seiner eigenen Veränderung macht 285 / Recovery in neurokognitiver Version (290) / / Affective Computing und Partnermaschine 298 / Auf dem Weg zum digitalen Coach (299) - Das World Wide Brain, Utopie eines Austeilens der Psychologie an alle (305) / / Das Biologische, das Psychologische und das Soziale: auf die neuronalen Schaltkreise einwirken oder eine akzeptable Lebensform finden? 313 / Biologie: was das Labor dem Krankenbett bringt (313) - Psychologie: die indirekten Gesamtwirkungen der Übungen des praktischen Subjekts (318) - Soziologie: individualistische Rituale zur Wiederherstellung des eigenen moralischen Wesens (322) - Die / Grenzen der starken neurobiologischen Erklärung: ein sprachliches Versäumnis? (329) / / Kapitel 6 / / Sind meine Ideen krank oder ist es mein Gehirn? / Neurowissenschaft und Selbsterkenntnis / / Der moralische Perfektionismus, eine Philosophie der persönlichen Veränderung 340 / / Ursachen und Gründe: die Dilemmata der einen und die Harmonie des anderen 343 / Das zweideutige Zittern der Schriftstellerin Siri Hustvedt (345) - Der fehlende Teil des Musikers Allen Shawn (353) / / Der Käfig des Gehirns: woher wissen, wie es sich anfühlt, ein anderer zu sein? 368 / Von der wahnhaften Gewissheit zum Diskonnektionssyndrom (370) - Eine Erkennungstragödie im Identifikationswahn (374) - Die Lösung: zwei große Strategien zur Wiederherstellung unseres moralischen Wesens unterscheiden (384) / / Schluss / / Der Ort des Gehirns. Vom neuronalen Menschen zum totalen Menschen / / Die Individualismuserzählung: eine Echokammmer unserer Befähigungsideale 393 / / Alltäglicher Umgang und praktisches Wissen: die Reform des neuronalen durch den totalen Menschen 399 / / Bibliographie 405 / / Danksagung 429
Details
VerfasserIn: Ehrenberg, Alain
VerfasserInnenangabe: Alain Ehrenberg ; aus dem Französischen von Michael Halfbrodt
Jahr: 2019
Verlag: Berlin, Suhrkamp
Systematik: PI.HS
ISBN: 978-3-518-58730-0
2. ISBN: 3-518-58730-7
Beschreibung: Erste Auflage, 428 Seiten
Sprache: Deutsch
Originaltitel: La Mécanique des passions. Cerveau, comportement, société
Fußnote: Literaturverzeichnis: Seite 405-428
Mediengruppe: Buch