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10 von 133
Abenteuer des Zusammenlebens
Versuch einer allgemeinen Anthropologie
VerfasserIn: Todorov, Tzvetan
Verfasserangabe: Tzvetan Todorov. Aus dem Französischen von Wolfgang Kaiser. Mit einem Nachwort zur Neuauflage von Jürgen Straub
Jahr: 2015
Verlag: Gießen, Psychosozial-Verlag
Mediengruppe: Buch
nicht verfügbarnicht verfügbar
Exemplare
 ZweigstelleStandorteStatusFristVorbestellungen
 Vorbestellen Zweigstelle: 07., Urban-Loritz-Pl. 2a Standorte: PI.MA Todo / College 3c - Philosophie Status: Entliehen Frist: 05.08.2021 Vorbestellungen: 0
Inhalt
"Betrachtet man den Menschen, so betrachtet man in der Regel seinen Platz in der Gesellschaft. Todorov wählt den umgekehrten Weg und fragt, wieviel Gesellschaft im einzelnen Menschen ist. Wie kommt es, daß ein Individuum nur in der Gemeinschaft leben kann? Ausgangspunkt seiner Überlegungen ist die Erkenntnis, der Mensch sei ein Mängelwesen. Als durch und durch menschliche Verhaltensweise beschreibt er den Wunsch nach Anerkennung. Zu diesem Ringen nach Anerkennung gibt es mehrere philosophiegeschichtliche Traditionen, die Gegenstand des ersten Kapitels sind. Im zweiten Kapitel referiert Todorov psychologische Auffassungen, unterscheidet zwischen dem Lebens- und Selbsterhaltungstrieb und beschreibt das Erwachen des Wunsches, betrachtet zu werden, als entscheidenden Schritt. Im weiteren Verlauf des Buches differenziert er die Möglichkeiten, unzureichender Anerkennung zu begegnen; dazu unterscheidet er kompensatorische und nicht kompensatorische, auf Gegenseitigkeit beruhende Varianten. Schließlich führt Todorov das Pendant einer menschlichen Anerkennung ein, die Erfüllung, die als eine Form der Selbstbestätigung auf den anderen verzichten kann. An die Stelle des (falschen) Gegensatzes zwischen Individuum und Gesellschaft muß die Einsicht treten, daß das Selbst nur in Beziehung zu anderen existiert und ihm nur so ein (wenn auch fragiles) Glücksversprechen zukommt." - Als grundlegendes Merkmal der menschlichen Existenz bezeichnet Tzvetan Todorov das unaufhebbare Angewiesensein des Subjekts auf Anerkennung durch andere. Alle Weltanschauungen bedürfen eines Anderen, auch solche, die scheinbar auf absolute Autonomie und Souveränität begründet sind – nicht einmal die bis ans Äußerste gedachten Entwürfe von Sade und Bataille kommen ohne ihn aus.
Im vorliegenden Buch wird eine Brücke zwischen Philosophie, Literatur und psychoanalytischer Säuglingsforschung geschlagen, die aufzeigt, wie sich Gefühle und Fähigkeiten im Kontakt mit einem Gegenüber herausbilden. Todorov beschreibt die Gefahren, die in einem übermäßigen Drang nach Selbstverwirklichung und Autonomie liegen, und ersetzt die Klage über den Gegensatz zwischen Individuum und Gesellschaft durch einen Entwurf gemeinsamen Lebens, in dem Uneigennützigkeit und persönliche Erfüllung Hand in Hand gehen.
 
/ AUS DEM INHALT: / / /
Vorwort 7
 
ERSTES KAPITEL
Ein Blick auf die Geistesgeschichte
Die asozialen Denkströmungen 13
Eine Entdeckung und ihre Reduktion 22
Fortleben im zwanzigsten Jahrhundert 41
 
ZWEITES KAPITEL
Sein, Leben, Dasein
Jenseits des Todestriebs 63
Die drei Grundpfeiler 68
Der Ursprung der Individuen 7 6
 
DRITTES KAPITEL
Die Anerkennung und ihr weiteres Geschick
Modalitäten 95
Strategien der sozialen Abwehr 107
Wege zur Bestätigung 109
E r s a t z a n e r k e n n u n g e n 1 1 4
V e r z i c h t 1 1 9
Im Wechselspiel 129
 
VIERTES KAPITEL
Die Struktur der Person
Die Vielfalt des Seelenlebens 135
Eine Begegnung in Montjouvain 138
Die Minimalbesetzung 145
 
FÜNFTES KAPITEL
Koexistenz und Erfüllung
Die Erfüllung des Selbst 163
Die schmalen Pfade 167
 
Anhang
Anmerkungen 176
Bibliographie 183
 
NACHWORT
Mensch zu sein will Anerkennung
Tzvetan Todorovs anthropologischer Versuch
über die Conditio humana 189
Jürgen Straub
 
 
Details
VerfasserIn: Todorov, Tzvetan
VerfasserInnenangabe: Tzvetan Todorov. Aus dem Französischen von Wolfgang Kaiser. Mit einem Nachwort zur Neuauflage von Jürgen Straub
Jahr: 2015
Verlag: Gießen, Psychosozial-Verlag
Systematik: PI.MA
ISBN: 978-3-8379-2525-8
2. ISBN: 3-8379-2525-0
Beschreibung: Neuauflage, 218 Seiten
Originaltitel: La vie commune
Mediengruppe: Buch