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Paradigm lost: über die ethische Reflexion der Moral
Rede anläßlich der Verleihung des Hegel-Preises 1989
VerfasserIn: Luhmann, Niklas
Verfasserangabe: Niklas Luhmann
Jahr: 1996
Verlag: Frankfurt, Suhrkamp
Mediengruppe: Buch
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Inhalt
Nach einer Skizze der seit dem Buchdruck mit Regelmäßigkeit auftretenden "Ethikwellen" wendet sich der Autor den systematischen Problemen von Ethik zu. Während Ethik als Reflexionstheorie der Moral verstanden wird, bedeutet Moral "eine besondere Art von Kommunikation, die Hinweise auf Achtung oder Missachtung mitführt." Insofern Ethik als Reflexionstheorie der Moral auftritt, ist ihr Gegenstand die Begründung moralischer Urteile. "Mit dieser Version konnte die Ethik sich selbst als moralisches Unternehmen begreifen, sich in ihre eigene Beschreibung der Moral einbeziehen und, vereinfacht gesagt, sich selbst für gut halten." Es werden Gesichtspunkte skizziert, die deutlich machen, daß für eine Gesellschaftstheorie moralische Kommunikation nur Gegenstand funktionaler Analyse sein kann. Innerhalb einer funktional differenzierten Gesellschaft muß auf eine moralische Integration der Gesellschaft verzichtet werden, da sich die Autonomie der Funktionssysteme nichtsubstituierbaren binären Codierungen und Funktionen verdankt. Konzentriert auf Fragen der moralträchtigen Begründung moralischer Urteile hat die Ethik den Bezug zur gesellschaftlichen Realität verloren. Ethik als Reflexionstheorie der Moral ist dem binären Code der Moral von gut und schlecht unterworfen, d.h. "sie muß selbst etwas Gutes und nichts Schlechtes wollen." Demgegenüber folgt die Soziologie dem Wahrheitscode, d.h. sie ist (nur) an der Wahrheit ihrer Aussagen interessiert. Soziologie der Ethik bedeutet dann eine historisch-soziologische Analyse ethischer Semantiken. Zudem wird in der Gesellschaft kein möglicher Gegenstand moralischer Bewertung gesehen, "denn die Gesellschaft als das umfassende System aller Kommunikationen ist weder gut noch schlecht, sondern nur die Bedingung dafür, daß etwas so bezeichnet werden kann." Erwartet wird von einer Ethik, daß sie sich nicht einfach mit der guten Seite der Moral solidarisiert und die schlechte vergißt, sondern die Moral als eine Unterscheidung thematisiert, nämlich als die Unterscheidung von gut und schlecht. Von hier aus wird mit Blick auf Hegels Logik überlegt, wie das epistemologische Problem, solche (und andere) Unterscheidungen unterscheiden zu können, einer Lösung zugeführt werden könnte.
Details
VerfasserIn: Luhmann, Niklas
VerfasserInnenangabe: Niklas Luhmann
Jahr: 1996
Verlag: Frankfurt, Suhrkamp
Systematik: GS.AT
ISBN: 3-518-28397-9
Beschreibung: 3. Aufl., 73 S.
Mediengruppe: Buch