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Selbst ist der Mensch
Körper, Geist und die Entstehung des menschlichen Bewusstseins
VerfasserIn: Damasio, Antonio R.
Verfasserangabe: Antonio Damasio. Aus dem amerikan. Engl. von Sebastian Vogel
Jahr: 2011
Verlag: München, Siedler
Mediengruppe: Buch
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Inhalt
Vom Sein zum Bewusstsein - Eine atemberaubende Reise in die Tiefen des menschlichen Geistes. Antonio Damasio ist einer der bedeutendsten Neurowissenschaftler unserer Zeit, seine Bücher sind internationale Bestseller. In seinem neuesten Werk widmet er sich einer Frage, die Neurologen, Philosophen und Psychologen seit Jahrhunderten rätseln lässt: Wie entsteht Bewusstsein? Mit seiner Antwort erklärt Damasio, wie der Mensch zum selbstbewussten Wesen wurde und dabei Fähigkeiten wie Sprache, Kreativität und Moral entwickelte. Seit dreißig Jahren erforscht Antonio Damasio, wie der menschliche Geist arbeitet. Aufgrund überraschender wissenschaftlicher Ergebnisse kann er zeigen, dass das menschliche Bewusstsein ein biologischer Prozess ist, der im Gehirn entsteht. Damit widerlegt Damasio die hartnäckige Vorstellung vom menschlichen Geist als etwas Eigenständiges, das vom Körper getrennt betrachtet werden müsse. In seiner Arbeit geht Damasio über die klassischen Wege, den menschlichen Geist zu untersuchen, hinaus: Neben der Verhaltensforschung und den Neurowissenschaften führt er erstmals eine evolutionäre Perspektive ein. Dadurch gelingt es ihm, unser Verständnis von der Entwicklung des menschlichen Geistes entscheidend zu erweitern. (Verlagstext) / / / »In Selbst ist der Mensch beschäftigt sich Antonio Damasio, einer der weltweit angesehensten Neurowissenschaftler, mit Fragen, die grundlegend für jeden von uns sind: Wer sind wir? Was bedeutet es, ein Selbst-Bewusstsein zu besitzen? Und was ist menschliche Psychobiologie? Klar, elegant und mit einem Augenzwinkern geschrieben, verortet Damasios neuestes Buch die Grundlagen des Selbst und des Geistes in evolutionsgeschichtlich alten Netzwerken des Gehirns, die wir mit Myriaden anderer Geschöpfe gemeinsam haben. Ein aufregendes Buch von einem wunderbaren Denker.« (Siri Hustvedt ) / / REZENSION: / / / Wir sind das Haus des Bewusstseins / „Don’t judge a book by it’s cover!“ Dass man ein Buch nicht nach dem Umschlag beurteilen soll, gilt auch für die deutsche Ausgabe von Antonio Damásios neuem Werk: Den Umschlag ziert ein kopfloser Anzugmann, der wahrscheinlich „den Menschen“ symbolisieren soll. Ist das schon wieder ein trivialer Beitrag auf dem Felde der Populärphilosophie? Nein. Die Lektüre von „Selbst ist der Mensch“ lohnt sich für den sehr interessierten Laien, auch wenn sie in ihren wissenschaftlichen Details bisweilen mühevoll werden kann. / „ / Antonio Damásio ist Neurologe und Neurowissenschaftler, seine Forschungen zu Entstehung und Funktionsweise des menschlichen Bewusstseins, die er seit den frühen neunziger Jahren in Büchern veröffentlicht, gelten als bahnbrechend. Er versucht, die komplexen Verästelungen der neurologischen Forschung einem breiten Publikum näher zu bringen. Auch haben seine Werke den Anspruch, einen philosophischen Beitrag zum immer noch aktuellen Diskurs um die uralte Leib-Seele-Problematik zu leisten. Das ist, wie so oft, wenn die Gehirnforschung sich aufmacht, der Philosophie empirisch unter die Arme zu greifen, problematisch. / „ / Antonio Damásio ist vor allem bekannt für seine Forschungen an Patienten mit Verletzungen des Stirnlappens, eines Gehirnareals, das an der Entstehung unserer Emotionen beteiligt ist. Das rationale Denkvermögen dieser Menschen ist zwar intakt, aber sie handeln auf autodestruktive und sozial nicht kompatible Art und Weise. Dieser Befund stellt die Trennung zwischen „Ratio“ und „Emotionen“ und somit den Dualismus zwischen „Körper“ und „Geist“ in Frage. Paradoxerweise macht gerade der teils unbewusste Leitfaden des Fühlens unsere Handlungen und Entscheidungen erst zu „rationalen“. / „ / Mit seinem neuen Werk will Damásio noch einmal „von vorne anfangen“: Leitfrage ist, wie es entwicklungsgeschichtlich und funktional zum hochkomplexen Phänomen des menschlichen Bewusstseins kommen konnte. Laut Klappentext ist das „Bahnbrechende“ an diesem Buch, dass Damásio in ihm „erstmals eine evolutionäre Perspektive“ einführe. Dies ist nicht ganz korrekt: Auch in seinen früheren Arbeiten, so in „Descartes’ Irrtum“, hat Damásio bereits auf die große Bedeutung evolutionsgeschichtlich älterer Areale des Gehirns für unser Fühlen und Handeln hingewiesen. / „ / Zu wirklich neuen, philosophisch weiterführenden Ansätzen gelangt der Autor also nicht, beispielsweise verwendet er viele Seiten darauf, zu erklären, dass menschliches Bewusstsein wesentlich „gerichtet“ ist – eine Erkenntnis, die spätestens seit Husserl zu den Gemeinplätzen der Bewusstseinsphilosophie gehört. Der wertvolle Beitrag, den dieses Buch leistet, besteht in seiner konsequenten Ausarbeitung der evolutionären Entwicklung von Geist, Bewusstsein und Selbst. / Evolutionsgeschichtlich ist das Bewusstsein in seiner heutigen Form ein spätes Phänomen. Seinen Entwicklungsstufen entsprechen neurophysiologisch Gehirnareale und neuronale Schaltkreise, die stammesgeschichtlich älter (subkortikal) oder jünger (kortikal) sind. Subkortikale Funktionen sind weiterhin in unserem Gehirn aktiv und handlungstreibend. Wir stehen somit in einer doppelten Kontinuität, einer stammesgeschichtlichen und einer individuell-körperlichen. Der Steinzeitmensch im Stammhirn? Ganz so leicht macht es sich Damásio zum Glück nicht. / „ / Eine Trennung von „Geist“ und „Körper“ – und hier liegt der philosophisch brisante Anspruch des Autors – ist deshalb nicht möglich, weil Bewusstseinsprozesse keine andere Dimension haben als körperliche. Das Gehirn ist Teil des Körpers. Auch wenn es einen Sonderstatus unter den Organen einnimmt, weil es dasjenige ist, das mit allen anderen kommunizieren kann. Das Bewusstsein ist sein Produkt und somit ein Produkt des Körpers. / „ / Hier bedient sich Damásio der nicht sonderlich neuen, aber anschaulichen Metapher vom Orchester – der Klang einer Symphonie geht auch über seine „technische“ Erzeugung hinaus – Musik ist irreduzibel in ihrer Schönheit (oder Missratenheit, je nachdem), und dennoch existiert sie nicht ohne die Klangkörper und ihr Zusammenspiel. Analog dazu ist Bewusstsein ein emergentes, hochkomplexes, aber dennoch eben – körperliches Phänomen. / „ / Damásio definiert Bewusstsein als „bewussten Geist“. Das bedeutet, dass die Existenz eines Geistes bei einem Lebewesen noch nicht impliziert, dass es auch über Bewusstsein verfügt. Hinzukommen muss etwas, das Damásio als das „Selbst“ bezeichnet, eine Art interne Beobachterfunktion des menschlichen Gehirns. Dieses „Selbst“ des Menschen gliedert sich in drei evolutionäre „Stufen“. Niedrigste Stufe ist das „Protoselbst“, das uns ursprüngliche Emotionen, gedacht als Zustände des eigenen Körpers, vermittelt. Obwohl wir modernen Menschen mittlerweile auf der bislang höchsten Entwicklungsstufe, der des „autobiographischen“ Selbst angelangt sind, ist das Protoselbst in uns aktiv und registriert beständig körperlich-emotionale Zustände, derer wir uns nur sehr bedingt bewusst sein können. / „ / Man merkt anhand der mitunter leider unpräzisen Verwendung von Konzepten wie „Geist“ und „Gehirn“, dass Damásios Buch keinen Beitrag zur Entwicklung der philosophischen Begriffe leisten kann. Es ist aber bereichernd, dass er die Einsichten seiner neurowissenschaftlichen Forschung noch einmal in ihre Details aufschlüsselt. Dennoch hat das Buch natürlich ethische Implikationen: Sind wir Geworfene, Organismusbündel, beherrscht von archaischen Zuständen aus früheren Evolutionszeiten? Damásio ist kein brutaler Naturalist. Er wird nicht müde, zu betonen, dass er mit seinen Einsichten keineswegs kulturelle Leistungen abwerten möchte. Vielmehr findet er, dass der Facettenreichtum der menschlichen Kultur zwangsläufig seine Entsprechung in der Verworrenheit der Neuronenströme finden muss. Man könnte vielleicht sagen: Nicht nur sind wir nicht Herr im eigenen Haus, sondern wir sind das Haus. Eine beklemmende Vorstellung. / „ / Damásios wissenschaftliche Ausführungen und ihre behaupteten philosophischen Implikationen bleiben leider merkwürdig abstrakt und unanschaulich. Wenn es um Ethik geht und die Frage, inwiefern wir unser evolutionär ererbtes Verhalten beeinflussen können, schreibt er Sätze wie: „Ein gutes Beispiel ist das ethische Dilemma, vor dem ein Kriegsdienstverweigerer steht.“ Das wünscht man sich doch etwas ausführlicher. Sein Schreibstil, der zwischen blumig-poetischen Anflügen und hölzernen Abstrakta schwankt, macht die Lektüre nicht einfacher. / „ / Außerdem reduziert Damásio dann leider doch, wenn er sich gegen Ende des Buches an ethische Fragestellungen heran wagt, wenn er im Zweiseitentakt unter Überschriften wie „Gehirn und Justiz“ pragmatische Handlungsanweisungen gibt. Das ist überhaupt das große Manko neurowissenschaftlicher Veröffentlichungen, die philosophische Deutungen für sich in Anspruch nehmen. Und auch Damásio kann es mit diesem interessanten Buch nicht beheben. Hannah Lühmann / / /
AUS DEM INHALT: / / / I. Neuanfang / 1. E r w a c h e n 15 / Ziele und Grunde ; Annäherung an das Problem ; Das Selbst als Zeuge ; Überwinden einer irreführenden Intuition ; Eine integrierte Sichtweise ; Das Gerüst ; Die wichtigsten Gedanken: eine Vorschau ; Leben und der bewusste Geist / / 2 . V o n d e r L e b e n s s t e u e r u n g z u m b i o l o g i s c h e n W e r t 43 / Die Implausibilität der Realität ; Natürlicher Wille ; Am Leben bleiben ; Die Ursprünge der Homöostase ; Zellen, Vielzeller und konstruierte Maschinen ; Biologischer Wert ; Biologischer Wert bei ganzen Organismen ; Der Erfolg unserer frühen Vorfahren ; Entwicklung von Anreizen ; Die Verbindung zwischen Homöostase, Wert und Bewusstsein / / II. Was im Gehirn könnte der Geist sein? / 3. W i e K a r t e n u n d B i l d e r e n t s t e h e n 75 / Karten und Bilder ; Unter der Oberfläche schürfen ; Karten und Geist ; Die Neurologie des Geistes ; Die Anfänge des Geistes ; Näher an der Entstehung des Geistes? / / 4. D e r K ö r p e r i m G e i s t 101 / Das Thema »Geist« ; Kartierung des Körpers ; Vom Körper zum Gehirn ; Quantität darstellen und Qualität herstellen ; Ursprüngliche Gefühle ; Kartierung und Simulation von Körperzuständen ; Die Herkunft einer Idee ; Der Körper im Kopf / / 5. E m o t i o n e n u n d G e f ü h l e 121 / Lokalisierung von Emotion und Gefühl ; Emotion und Gefühl: eine Definition ; Der Ablauf von Emotionen ; Der seltsame Fall des William James ; Gefühle der Emotion ; Wie fühlen wir eine Emotion? ; Der zeitliche Ablauf von Emotionen und Gefühlen ; Spielarten von Emotionen ; An den Rändern des Emotionsspektrums ; Exkurs: Bewunderung und Mitgefühl / / 6 . E i n e A r c h i t e k t u r f ü r d a s G e d ä c h t n i s 143 / Irgendwie, irgendwo ; Das Wesen von Gedächtnisaufzeichnungen ; Zuerst kam die Disposition, dann folgten die Karten ; Das Gedächtnis bei der Arbeit ; Formen des Gedächtnisses: ein kurzer Exkurs ; Eine mögliche Lösung fiir das Problem ; Konvergenz-Divergenz-Zonen ; Mehr über Konvergenz-Divergenz-Zonen ; Das Modell in der Praxis ; Das Wie und Wo von Wahrnehmung und Erinnerung / / III. Bewusst sein / / 7. D a s b e o b a c h t e t e B e w u s s t s e i n 169 / Bewusstsein: eine Definition ; Das Bewusstsein wird seziert ; Das Selbst entfernen und den Geist behalten ; Die Arbeitsdefinition vervollständigen ; Arten des Bewusstseins ; Menschliches und / nichtmenschliches Bewusstsein ; Was Bewusstsein nicht ist ; Das Freudsche Unbewusste / / 8 . E i n b e w u s s t e r G e i s t w i r d a u f g e b a u t 193 / Eine Arbeitshypothese ; Annäherung an das bewusste Gehirn ; Der bewusste Geist: eine Vorschau ; Die Zutaten zu einem bewussten Geist ; Das Protoselbst ; Konstruktion des Kern-Selbst ; Der Zustand des Kern-Selbst ; Dem Gehirn beim Aufbau eines bewussten Geistes zuschauen / / 9 . D a s a u t o b i o g r a f i s c h e S e l b s t 223 / Erinnerung, bewusst gemacht ; Der Aufbau des autobiografischen Selbst ; Die Frage der Koordination ; Die Koordinatoren ; Eine mögliche Rolle für die posteromedialen Rindenfelder ; Die PMCs bei der Arbeit ; Weitere Überlegungen zu den posteromedialen Rindenfeldern ; Eine abschließende Bemerkung über pathologische / Zustände des Bewusstseins / / 10. Z u s a m m e n b a u d e r E i n z e l t e i l e 255 / Eine Zusammenfassung ; Die Neurologie des Bewusstseins ; Das anatomische Nadelöhr hinter dem bewussten Geist ; Arbeitsteilung auf allen Ebenen ; Wenn wir unsere Wahrnehmungen fühlen ; Qualial ; Qualiall ; Qualia und Selbst ; Ein unvollendetes Projekt / / IV. Bewusstsein und seine Folgen / / 11. L e b e n m i t B e w u s s t s e i n 281 / / Warum sich das Bewusstsein durchsetzte ; Das Selbst und die Frage der Kontrolle ; Die Rolle des Unbewussten bei Entscheidungen ; Eine Anmerkung zum genomischen Unbewussten ; Das Gefühl des bewussten Willens ; Wie man das kognitive Unbe wusste erzieht ; Gehirn und Justiz ; Natur und Kultur ; Selbst ist der Mensch ; Die Folgen eines reflexiven Selbst / / A n h a n g 313 Der Aufbau des Gehirns ; Steine und Mörtel ; Mehr über die makroskopische Architektur ; Die Bedeutung der Lage ; An der Schnittstelle zwischen-Gehirn und Welt ; Zur Hypothese über die Äquivalenz von Geist und Gehirn / / A n m e r k u n g e n 332 / D a n k 357 / / R e g i s t e r 359
Details
VerfasserIn: Damasio, Antonio R.
VerfasserInnenangabe: Antonio Damasio. Aus dem amerikan. Engl. von Sebastian Vogel
Jahr: 2011
Verlag: München, Siedler
Systematik: PI.HLG, I-12/14, NN.BA
ISBN: 978-3-88680-924-0
2. ISBN: 3-88680-924-2
Beschreibung: 367 S. : Ill., graph. Darst.
Beteiligte Personen: Vogel, Sebastian
Sprache: Deutsch
Originaltitel: Self comes to mind <dt.>
Fußnote: Literaturangaben
Mediengruppe: Buch