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Faschismus und Kapitalismus
Theorien über die sozialen Ursprünge und die Funktion des Faschismus
Verfasserangabe: Otto Bauer ... ; hrsg. von Wolfgang Abendroth ; eingel. von Kurt Kliem ...
Jahr: 1967
Verlag: Frankfurt am Main, Europäische Verlagsanst.
Mediengruppe: Buch
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Inhalt
Die Rolle von Mittelschichten und Großbürgertum bei den faschistischen Machtergreifungen ist auch das Thema des führenden österreichischen Sozialdemokraten Otto Bauer. Der Faschismus ist für ihn das Resultat dreier eng miteinander verschlungener sozialer Prozesse:
 
Erstens hat der Krieg Massen von Kriegsteilnehmern aus dem bürgerlichen Leben hinausgeschleudert und deklassiert. Unfähig, in die bürgerlichen Erwerbs- und Lebensformen zurückzufinden, bilden sie nach dem Krieg Milizen und Wehrverbände mit einer militaristischen, antidemokratischen und nationalistischen Ideologie.
 
Zweitens haben die Wirtschaftskrisen der Nachkriegszeit breite Massen von Kleinbürgern und Bauern verelendet. Diese Schichten wenden sich von den herkömmlichen bürgerlichen Parteien ab und scharen sich um die völkischen, radikal antidemokratischen Bewegungen.
 
Drittens haben die Wirtschaftskrisen der Nachkriegszeit die Profite der Kapitalistenklasse gesenkt. „Die Kapitalistenklasse, an ihren Profiten bedroht, will die Profite durch Steigerung des Grades der Ausbeutung wiederherstellen. Sie will den Widerstand, den die Arbeiterklasse dem entgegensetzt, brechen. Sie verzweifelt daran, dies unter demokratischer Herrschaft zu können. Sie bedient sich der um die faschistischen und völkischen Milizen gescharten rebellischen Massenbewegungen der Kleinbürger und Bauern zuerst, um die Arbeiterklasse einzuschüchtern und in die Defensive zu drängen, später um die Demokratie zu zerschlagen.“ Bauer hebt hervor, daß die Furcht des Kapitals weniger dem revolutionären als dem reformistischen Marxismus gilt, den Sozialdemokraten und Gewerkschaften.
Die Entwürfe zu einer Theorie des Faschismus, wie sie uns hier vorliegen, sind vor dem Zweiten Weltkrieg entstanden, zu einer Zeit also, in der das volle Ausmaß der nationalsozialistischen Herrschaft noch nicht bekannt war. Hinter der Wirklichkeit bleiben sie daher zurück. Die Gemeinsamkeiten der radikal gegenrevolutionären Bewegungen, die man seit der Zwischenkriegszeit unter dem Namen ihrer ersten, der italienischen Variante, zusammenzufassen pflegt, sind gleichwohl offenkundig.
Details
VerfasserInnenangabe: Otto Bauer ... ; hrsg. von Wolfgang Abendroth ; eingel. von Kurt Kliem ...
Jahr: 1967
Verlag: Frankfurt am Main, Europäische Verlagsanst.
Systematik: GP.PF
Beschreibung: 185 S.
Mediengruppe: Buch