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Selbstbefreiung
Provokation und soziale Bewegungen
VerfasserIn: Brückner, Peter
Verfasserangabe: Peter Brückner ; [hrsg. von Axel-R. Oestmann]
Jahr: 1983
Verlag: Berlin, Wagenbach
Mediengruppe: Buch
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Inhalt
Peter Brückners Mutter war eine englische Jüdin und Konzertsängerin. Unter dem Druck des nationalsozialistischen Regimes emigrierten sie und ihre beiden älteren Söhne nach England. Peter Brückner lebte bis zum Abitur 1941 im Internat der Staatlichen Oberschule Zwickau. In den letzten Schuljahren knüpfte er Kontakte zu Hitler-Gegnern und politisierte sich. Nach Schulabschluss wurde er zu einem in Wien stationierten Landesschützen-Bataillon eingezogen. Von dort aus unterstützte er auch bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges gemeinsam mit österreichischen Kommunisten Kriegsgefangene und Deserteure. Er studierte in Münster Psychologie u. a. beim Gestalt- und Individualpsychologen Wolfgang Metzger und promovierte 1957 über das Rorschach-Verfahren. Zunächst arbeitete er im sozialpädagogischen Bereich. Mit seiner zweiten Ehefrau Erika Brückner (1927–2002) gründete er die erste Erziehungsberatungsstelle der Bundesrepublik. Sie hatten vier Kinder. Später betrieben sie mit anderen ein Institut für Marktforschung in Heidelberg. In Heidelberg bekam Peter Brückner Kontakt mit Alexander Mitscherlich. Dann machte er eine Ausbildung zum Psychoanalytiker. Schließlich nahm er Kontakt zum Berliner- und Frankfurter SDS auf. 1967 bekam er einen Lehrstuhl für Psychologie in Hannover. Durch sein Engagement für die Belange der Studentenbewegung wurde er – neben Klaus Holzkamp in West-Berlin – zum in den Folgejahren überregional populärsten radikal links stehenden Psychologie-Hochschullehrer. 1968 wurde Brückner zu einem Mitbegründer des Club Voltaire in Hannover. 1972 wurde ihm Unterstützung der RAF vorgeworfen und er wurde für zwei Semester vom Dienst suspendiert. In Cafés und an anderen außeruniversitären Veranstaltungsorten hielt er trotzdem weiter Vorlesungen für seine Studenten; er veröffentlichte u. a. Originalbeiträge in der politisch-satirischen Zeitschrift Der Metzger. 1977 wurde er Teil der so genannten „Mescalero-Affäre“: Wegen der Mitherausgabe und Dokumentation des „Buback-Nachrufs“, den er im Sinn einer entwickelten Pressefreiheit gelesen sehen wollte, wurde er erneut suspendiert. Es folgte eine Reihe von Gerichtsverfahren. 1978 reiste Michel Foucault nach Hannover, um gegen Berufsverbote und für seine Rehabilitierung zu demonstrieren. 1981 wurden alle Disziplinarmaßnahmen aufgehoben. In dritter Ehe war er mit Barbara Sichtermann verheiratet, sie hatten einen Sohn. 1982 starb Peter Brückner in Nizza an Herzversagen. In seinen Arbeiten beschäftigte sich Brückner mit Existenzialontologie, der Kritischen Theorie der Frankfurter Schule, der Psychoanalyse, der politischen Situation der Bundesrepublik Deutschland der 1960er Jahre und dem Verhältnis von Individuum, Staat und Geschichte. In seinem Buch Ulrike Marie Meinhof und die deutschen Verhältnisse versuchte er, das Phänomen der linken Stadtguerilla aus der historischen Situation der Bundesrepublik zu erklären und wies damit individual- und kriminalpsychologische Ansätze zurück. Für diese Publikation wurde er sowohl von Seiten der Konservativen angegriffen als auch von der RAF, die sich bemühte, das Erscheinen des Buches zu verhindern.
Details
VerfasserIn: Brückner, Peter
VerfasserInnenangabe: Peter Brückner ; [hrsg. von Axel-R. Oestmann]
Jahr: 1983
Verlag: Berlin, Wagenbach
Enthaltene Werke: Provokation als organisierte Selbstfreigabe (1970), Die neuen Sozialbewegungen (1981)
Systematik: GP.BR
Beschreibung: 105 S. : Ill.
Beteiligte Personen: Oestmann, Axel-R. [Hrsg.]
Mediengruppe: Buch