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Anti-Totalitarismus
eine polnische Debatte
Verfasserangabe: hrsg. von Pawel Spiewak
Jahr: 2003
Verlag: Frankfurt am Main, Suhrkamp Verlag
Mediengruppe: Buch
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Inhalt
Die Totalitarismen des 20. Jahrhunderts warfen und werfen in Polen lange Schatten: Kaum hatte sich das Land von der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft befreit, geriet es unter den Einfluß der kommunistischen Diktatur. Die Auseinandersetzung mit dem Phänomen des Totalitarismus bestimmte im Exil und im Land das Denken der Intellektuellen: Zwischen Akzeptanz, Arrangement, verstecktem und offenem Widerstand, Verzweiflung und Empörung, Flucht und trotzigem Ausharren bot sich eine Fülle von individuellen Verhaltensweisen und Formen intellektueller wie literarischer Verarbeitung. Die Anthologie zeichnet die Entwicklung des antitotalitären Denkens in Polen nach dem Zweiten Weltkrieg nach, das sich viel intensiver und leidenschaftlicher entwickelte, als dies im deutschen Sprachraum der Fall war. --- Mit dieser Anthologie stellt Spiewak, Soziologie-Professor in Warschau, einen 'Ausschnitt aus der nach wie vor anhaltenden Debatte um die polnischen Erfahrungen mit dem Totalitarismus' (11) vor. Der Schwerpunkt liegt auf essayistischen Arbeiten und solchen mit philosophischem Anspruch. Allerdings wurden nur Beiträge ausgewählt, in denen sich die Autoren mit dem Kommunismus, nicht aber mit dem Nationalsozialismus und dem Holocaust beschäftigen. Trotz dieser thematischen Eingrenzung seien diese Texte äalle ein Zeugnis für den Widerstand und die Opposition gegen den Totalitarismus in all seinen Erscheinungsformen' (13). Allerdings verweist Spiewak ausdrücklich darauf, dass die deutsche Besatzung und die stalinistische Herrschaft in Polen völlig unterschiedlich erlebt worden seien. Der Nationalsozialismus habe nicht versucht zu verführen, aber 'unter dem Kommunismus verlangte man von den Opfern noch Zusammenarbeit und Einverständnis' (64) - der Widerstand gegen diesen Anspruch bestimmt den Tenor dieser Anthologie. Aus dem Inhaltsverzeichnis: Pawel Spiewak: Polnische Erfahrungen mit dem Totalitarismus (2003) (15-67); Der Totalitarismus als zivilisatorische Grundstruktur: Leopold Tyrmand: Kommunismus - Nationalsozialismus. Eine kurze Vergleichsstudie (1972) (71-74); Aleksandr Wat: Neun Bemerkungen zum Porträt von Josef Stalin (1966) (75-113); Leszek Kolakowski: Der Zusammenbruch des Kommunismus als philosophisches Ereignis (1993) (114-128); Jozef Tischner: Die totalitäre Herausforderung. Judentum, Christentum und der Totalitarismus des 20. Jahrhundert (1989) (129-151); Pawel Spiewak: Die Zähmung der Finsternis (1989) (152-175); Die Verführung des Denkens: Witold Gombrowicz: Aus den Tagebüchern (1956, Buenos Aires) (1956) (179-191); Gustaw Herlin-Grudzilski: Rot-schwarze Bilanz (1998) (192-201); Josef Cycilki: Amnesie oder gesellschaftliches Tabu? (1999) (202-211); Josef Tischner: Himmlische Ideale und irdische Illusionen (1999) (212-234); Ryszard Legutko: Die Intellektuellen und der Kommunismus (1999) (235-264); Sprache und Literatur in den Zeiten des Totalitarismus: Aleksandr Wat: Die Semantik der stalinistischen Sprache (1962) (267-283); Michal Glowicski: Neusprech (eine Erkundung) (1978) (284-309); Mieczyslaw Jastrun: Aus dem Tagebuch eines Schriftstellers (1956) (310-320); Anna Kowalska: Das Wort (1956) (321-322); Adam Wacyk: Was war das? (1956) (323-329); Pawel Hertz: Erinnerungen aus einem Totenhaus (1956) (330-351); Zeugnisse einer Welt ohne Erbarmen: Barbara Skarga: Das Zeugnis der Welt ohne Erbarmen (1983) (355-367); Gustaw Herling-Grudzicski: Hoffnung (2000) (368-372); Der Streit um die Geschichte der Volksrepublik Polen: Krystyna Kersten: Schlußbilanz (1994) (375-387); Jerzy Holzer: Die Geschichte kennt keine Bilanzen. Gedanken zur Geschichte der PRL (1994) (388-406); Jerzy Szacki: Die zwei Geschichten (1994) (407-414); Andrzej Friszke: Ein autonomer Teil des Imperiums (1994) (415-427); Wojciech Roszkowski: Gestern oder heute? (1994) (428-438); Jakub Karpilski: Die große Fiktion (1995) (439-455); Andrzej Walicki: War die PRL ein totalitärer Staat? (1990) (456-466); Vergangenheitsbewältigung, oder: Durchleuchtung und Entkommunisierung: Dieter Bingen / Peter Oliver Loew: Vorbemerkung (469-473) Primas Jozef Glemp: Der Weg zur Wahrheit verlangt Anstrengung und Demut (1992) (474-477); Jakub Karpilski: Agenten und Durchleuchtung - die Politiker und die Vergangenheit (1992) (478-487); Wladyslaw Bartoszewski u. a.: Für Gerechtigkeit und Wahrheit. Offener Brief (1993) (488-493); Stefan Bratkowski: Für die nationale Weisheit der Polen (1993) (494-504); Jerzy Turowicz: Entkommunisierung - aber welche? (1993) (505-516); Andrzej Rzeplilski: Um die Durchleuchtung in Polen kommen wir nicht herum (1997) (517-526); Bronislaw Wildstein: Der Antikommunismus nach dem Kommunismus (2000) (527-542); Zdzislaw Krasnodcbski: Der Kommunismus - eine Vergangenheit, die nicht vergehen will (2000) (543-567).
Details
VerfasserInnenangabe: hrsg. von Pawel Spiewak
Jahr: 2003
Verlag: Frankfurt am Main, Suhrkamp Verlag
Systematik: GP.PV
ISBN: 3-518-41484-4
Beschreibung: 600 S.
Beteiligte Personen: Spiewak, Pawel [Hrsg.]
Mediengruppe: Buch