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Physiologie und industrielle Gesellschaft
Studien zur Verwissenschaftlichung des Körpers im 19. und 20. Jahrhundert
Verfasserangabe: hrsg. von Philipp Sarasin und Jakob Tanner
Jahr: 1998
Verlag: Frankfurt am Main, Suhrkamp
Mediengruppe: Buch
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Inhalt
Die Frage, was Leben ist und warum lebendige Organismen schließlich sterben, beschäftigt seit der Aufklärung in wachsendem Maße die wissenschaftliche Neugierde, und sie bündelt seit der Entstehung der Industriegesellschaften und der Nationalstaaten im 19. Jahrhundert mächtige Erkenntnisinteressen. An Universitäten, Hochschulen und Forschungseinrichtungen wurde eine ganze Reihe neuer naturwissenschaftlicher Fachdisziplinen institutionalisiert: Chemie, Physik, Biologie und Physiologie sind die wichtigsten jener Wissenschaften, die speziell zur Erforschung des menschlichen Körpers neuartige Konzepte und Instrumente zur Verfügung stellten. Im 20. Jahrhundert kamen Genetik und Molekularbiologie hinzu, und seit einigen Jahrzehnten ist die Entschlüsselung des Lebens mehr denn je in den Brennpunkt ressourcenintensiver Forschungsvorhaben, staatlicher Institutionen und privatwirtschaftlicher Unternehmen geraten. Dieser interdisziplinär konzipierte Aufsatzband befaßt sich mit einer ganz spezifischen, jedoch sehr einflußreichen wissenschaftlichen Annäherung an die Frage, was Leben ist: mit der Physiologie. Und auf vielfältige Weise wird deutlich, daß die Geschichte der Physiologie ebensoviel über die industrielle Gesellschaft verrät wie über die Genese wissenschaftlicher Denksysteme, die sich mit den Rationalisierungsschüben der Moderne entfalteten. - Das Sammelwerk enthält folgende Einzelbeiträge: 1) Physiologie und industrielle Gesellschaft. Bemerkungen zum Konzept und zu den Beiträgen dieses Sammelbandes; 2) "The Flow of Life". Moderne Krankheiten und alte Konzepte des Lebendigen in der Medizin der Antike, Japans und Chinas; 3) Vitalismus oder Mechanismus? Die Auseinandersetzungen um die forschungsleitenden Paradigmata in der Physiologie; 4) Das Auge der Physiologen. Zur Entstehungsgeschichte von Helmholtz' Theorie des Sehens; 5) Weisheit des Körpers und soziale Homöostase. Physiologie und das Konzept der Selbstregulation; 6) Zur Physiologie des Rechts oder Der Muskel als Scharnierbegriff; 7) Sprachlaut-Seher. Physiologie und Sprachwissenschaft im 19. Jahrhundert; 8) Physiologie, Pädagogik und Schulreform im 19. Jahrhundert; 9) Ermüdung, Energie und der menschliche Motor; 10) Körpermaschinen und Dampfmaschinen. Vom Wandel der Physiologie und des Körpers unter dem Einfluß von Industrialisierung und Thermodynamik; 11) Arbeit und Ermüdung. Entstehung und Scheitern der Psychophysiologie der Arbeit; 12) Die Physiologie als Grundlage ärztlicher Gutachten bei der Etablierung der deutschen Sozialversicherung; 13) Die medizinischen Wissenschaften und die Gewerbekrankheiten. Die Sektion für betrieblichen Gesundheitsschutz in der Internationalen Arbeitsorganisation; 14) Der öffentlich sichtbare Körper. Vom Spektakel der Anatomie zu den "curiosites physiologiques"; 15) Die Rezeption der Physiologie in Kriminalistik und Kriminologie: Variationen über Norm und Ausgrenzung; 16) "Mortal engins". Hochleistungssport und die physiologischen Grenzen des menschlichen Organismus; 17) Die neue Kultur der Gesundheit. Soziale Geschlechtsidentität und das Immunsystem in Amerika.
Details
VerfasserInnenangabe: hrsg. von Philipp Sarasin und Jakob Tanner
Jahr: 1998
Verlag: Frankfurt am Main, Suhrkamp
Systematik: NK.AG
ISBN: 3-518-28943-8
Beschreibung: 1. Aufl., 529 S.
Beteiligte Personen: Sarasin, Philipp [Hrsg.]
Mediengruppe: Buch