„Alle Lehrerinnen und Lehrer kennen das Problem: Schülerinnen oder Schüler fehlen mit oder ohne Grund im Unterricht. Wie soll ich mich verhalten? Wie auf Schulversäumnisse reagieren. Heinrich Ricking und Viviane Albers haben dazu nun ein Buch vorgelegt, das allen Praktikern ein wichtiges Arbeitsmittel sein kann.“
Prof. Dr. Kerstin Popp, Universität Leipzig
„Diese Veröffentlichung plädiert nachdrücklich dafür, Schulverweigerer als pädagogische Herausforderung anzunehmen und dauerhaft einen professionellen Umgang damit zu etablieren. Der Schwerpunkt dieses Buches liegt in der Zusammenstellung der Basiselemente zur Entwicklung einer präventiven Handlungskonzeptes zur Vermeidung von Schulabsentismus, in dem diagnostisches sowie didaktisches Handeln aufeinander abgestimmt werden.“
Dipl. Päd. Claudia Hermens, TH Köln
Nur wer da ist, ist auch dabei!
Fehlzeiten von Schüler:innen können vielfältige Erscheinungsformen und Hintergründe haben. Wer ihnen erfolgreich begegnen will, steht gleich vor mehreren Aufgaben. An erster Stelle steht, dass die Betreffenden zeitnah wieder in den Unterricht integriert werden. Dabei sind nicht nur formale rechtliche Vorgaben zu beachten. Tragfähige Lösungen müssen mit verschiedenen Beteiligten erarbeitet werden, die unterschiedliche Interessen verfolgen: Erziehungsberechtigte, Fachkräfte und natürlich die Jugendlichen selbst. Am ehesten gelingt dieser Prozess, wenn Schüler:innen den Schulbesuch wieder als positives Erlebnis erfahren und in ihren Lern- und Entwicklungsprozessen Unterstützung finden.
Heinrich Ricking und Viviane Albers vermitteln praxisbezogene Instrumente zur Einschätzung der Hintergründe von Schulversäumnissen und präsentieren darauf abgestimmte Handlungsansätze. Sie reichen von geeigneten Beobachtungskriterien über Vorschläge zu alternativen Beschulungsmaßnahmen bis zu Formulierungshilfen für Gespräche mit betroffenen Schüler:innen und deren Erziehungsberechtigten.
Neben der akuten Intervention geht es den Autoren auch um die langfristige Prävention. Sie nehmen dazu sowohl die pädagogische Arbeit im Unterricht als auch die organisatorische Ebene im „System Schule“ in den Blick. Dieser umfassende Ansatz ermöglicht es pädagogischen Fachkräften, die mit Schulabsentismus konfrontiert sind, eigene Maßnahmen zu reflektieren, Handlungsfähigkeit zurückzugewinnen und Erfolge langfristig zu sichern.
Inhalt
Einleitung........................................................................................... 8
1 Formen und Begriffe......................................................................n
i.i Erscheinungsformen von Schulabsentismus...............n
i.i.i Schulschwänzen....................................................... 13
1.1.2 Angstbedingte Schulmeidung/
Schulverweigerung........................................16
1.1.3 Elternbedingte Schulversäumnisse/
Zurückhalten...................................................18
1.1.4 Zusammenfassung................................................20
1.2 Beobachtungskriterien zu den einzelnen Formen.... 21
1.3 Reflexionsimpulse zur Einordnung in die
Erscheinungsformen von Schulversäumnissen........... 24
Selbstreflexion in der Interaktion mit Schülern,
die Schulversäumnisse zeigen...................................26
2 Rechtliche Rahmenbedingungen...............................................27
3 Schulversäumnisse: Häufigkeit und Verteilung....................29
4 Schulische Prävention und Intervention..................................33
4.1 Bedeutsamkeit schulischer Prävention........................... 33
4.2 Elemente schulischer Prävention und Intervention... 37
4.2.1 Präventive Ansatzpunkte aufpädagogischunterrichtlicher Ebene...................................40
Ziel: Partizipation......................................................40
Haltung und Gegenstandsverständnis.................... 41
Lehrer-Schüler-Beziehung.........................................42
Fehlzeiten wahrnehmen und registrieren................ 43
Warnsignale beachten...............................................44
Hochwertiger Unterricht und kompetente
Klassenführung......................................................... 44
Sicherheit und soziale Einbindung....................... 45
Lernerfolge..................................................................48
Mentoring..................................................................4$
Schüler und Eltern beraten.................................... 5°
Experte im Kollegium............................................ 51
Rückkehrgestaltung................................................. 51
Intensive Elternkooperation.................................... 52
4.2.2 Präventive Ansatzpunkte auforganisatorischer
Ebene........................................................... 53
Monitoring von Schulversäumnissen..................... 53
Zielsetzung systematischer elektronischer
Erfassungssysteme................................................... 57
Exkurs: Botschaften an Schüler.......................................... 57
Exkurs: Botschaften an Lehrkräfte...................................... 59
5 Schulische Handlungskonzepte.............................................. 62
5.1 Aufmerksamkeit ftir Anwesenheit
und Anwesenheitskontrolle......................................66
Ziel: Sensibilisierung und Aufmerksamkeit
für das Schulbesuchsverhalten der Schüler........ 66
5.2 Dokumentation von Fehlzeiten.................................... 67
Ziel: Verstehens- und Handlungsräume schaffen
durch Verknüpfung statistischer Informationen
mit pädagogischen Fragestellungen........................67
5.3 UnterrichtsverSäumnissen unverzüglich
nachgehen................................................................... 69
Ziele: Signal an den Schüler senden
(»Deine Anwesenheitzählt«),
Voraussetzungenfür ein gutes Management
von Schulabsentismus schaffen..............................69
5.4 Gespräche mit dem Schüler und den
Erziehungsberechtigten führen................................70
Ziele: Interesse zeigen am Schüler und seiner
Lebens- und Lernsituation, Klärung der
Bedingungen und Risikenfür
Schulversäumnisse................................................... 70
5.5 Schulische Maßnahmen planen und umsetzen......... 71
Ziel: Fallorientierte, individuelle Entwicklung
von Unterstützungsmaßnahmen ........................ 71
5.6 Kooperative Förderung unter besonderer
Berücksichtigung außerschulischer Dienste......78
Ziele: Interdisziplinäre Betrachtung des
jeweiligen Schülers und seiner Problemlagen
sowie gemeinsames Entwickeln der besten
Lösungswege.............................................................. 78
5.7 Rückkehrgestaltung..........................................................80
Ziele: Reintegration in die Schule, Rückkehr
zu regelmäßigen Schulbesuchsgewohnheiten.... 80
5.8 Rechtliche Zwangsmaßnahmen.....................................82
Ziel: Durchsetzung der Schulpflicht......................82
Exkurs: Alternative Beschulungseinrichtungen............... 85
Ziel: Bildungs- und beziehungswirksame
Alltagssituationenschaffen.................................... 85
6 Mögliche Hürden im schulischen Rahmen..............................89
7 Hinweise für die Zusammenarbeit mit Eltern...................... 91
Exkurs: Botschaften an Eltern............................................... 93
Schluss............................................................................................... 95
Literatur............................................................................................. 98
Über die Autoren.............................................................................. 104