„Dieses Verunsicherungsbuch schafft in hervorragender Weise (innere) Sicherheit. Dazu schenkt es viele Denkwege mit befreienden Perspektiven an Stelle von schlichtem Schwarz-weiß-Denken.
Es zeigt brillant, dass Multivalenzen in uns Menschen kein Problem sind, sondern dass sie gerade in Zeiten erlittener Krisen zu stimmigen, ganzheitlich balancierten Lösungen führen können, wenn man sie zu nutzen weiß. In einer unsicher bleibenden Welt brauchen ja nicht nur Fachleute der helfenden Berufe, sondern wir alle einen kompetenten Umgang mit den Ambi- bzw. Multivalenzen in uns.
Dieses Werk weist in sehr kluger Weise, mit philosophischer Tiefe und wertvoller Praxisrelevanz facettenreich und für unterschiedliche Kontexte den Weg, um mit bleibenden Multivalenzen in uns und im Umgang mit Anderen inneren Frieden, Erfüllung und flexible Handlungsfähigkeit zu schaffen. Abseits vom ständigen Selbstoptimierungswahn hilft es, auf unsere Grenzen zu achten und als vielschichtige Wesen unsere Würde zu erleben.“
Dr. Gunther Schmidt
Was ist denn eigentlich »das Bessere«?
Ein Buch, das verunsichern soll – echt jetzt? Ist denn das Leben nicht unsicher genug? Schon, aber wer das Gute sucht, sollte auch dessen Kehrseiten kennen.
Dieses Buch reflektiert 50 Themen, die besonders für Coachs und Berater von Bedeutung sind, im Grunde aber für alle, die sich und ihre Mitmenschen besser verstehen lernen wollen. Klaus Eidenschink hinterfragt grundlegende Aspekte von Beratung, die gängigerweise als gut, richtig, erstrebenswert oder glücksverheißend gelten. Er lenkt dabei den Blick auf Fragen, die in der Praxis von Coachs und Beratern häufig vernachlässigt werden oder unbeantwortet bleiben: Was ist denn eigentlich das Bessere? Und für wen? Woran lässt es sich erkennen? An guten Gefühlen? Beim Einzelnen? In dessen Umfeld?
Die vorübergehende Verunsicherung, die solche Fragen auslösen können, gleicht das Buch leicht durch die angebotenen Alternativen im Hinblick auf Beobachtung, Analyse und Intervention aus. Am Ende steht die Erkenntnis, dass der Weg zu den Sternen manchmal auch über das Raue und Schmerzliche gehen kann.
Inhalt
Vorrede....................................................9
Zum Start: Die Ambivalenzen im Guten, Richtigen und Wahren ..11
1 Für wen ist das Gute gut?.................................15
2 Angenehme Gefühle können trügen........................19
3 Ist das, was man will, auch gut? ...........................23
4 Der Schaden von Selbstverbesserung ......................26
5 Soll das innere Kind »Heimat finden«? .....................29
6 Die seelische Selbstverbesserungsanstalt ...................32
7 Bedürfnis – was ist das? ..................................36
8 Die Sache mit der seelischen Gesundheit ...................40
9 Wenn die Person nicht zur guten Rolle passt ................43
10 Veränderung aus Absicht(slosigkeit)........................46
11 Woran kann man Gutes erkennen?.........................49
12 Ist »positives Denken« positiv? ...........................52
13 Flucht in die Gesundheit..................................56
14 Wenn Empathie in die Symbiose führt......................60
15 Lohnt es sich, sich zu verwöhnen? .........................63
16 Ist Frieden friedlich? .....................................66
17 Vorsätze: Segen oder Fluch? ..............................69
18 Zur Tragik und Unerlässlichkeit von Ambition ...............72
19 Vom Zwang der Freiheit ..................................76
20 Balance als Scheinlösung .................................79
21 Das Gute hat immer Konkurrenz ..........................84
22 Sollte man eins werden mit sich selbst? ....................87
23 Selbstbestätigung oder Verunsicherung?....................92
24 Selbstbewusstsein oder Selbst-Bewusstsein? ................96
25 Das falsche »wahre Selbst« ...............................100
26 Ist Wahrheit gewiss? .....................................104
27 Trügerischer Erfolg.......................................108
28 Über Scheinheiligkeit von Konsens.........................111
29 Lösungen machen bisweilen blind .........................114
30 Funktionalisierte Achtsamkeit .............................118
31 Einfach machen! Ernsthaft? ...............................121
32 Kann Denken wahr sein? .................................125
33 Gleichheit der Ungleichen? ...............................128
34 Grenzen setzen? Geht nicht! ..............................132
35 Warum autonome Menschen nicht autark sind..............135
36 Führung kann nie gut sein ................................139
37 Planen mit Überraschungen?..............................143
38 Ohnmächtige Allmacht ...................................146
39 Vom Schaden idealer Beziehungen.........................150
40 Über Loch-rauskrabbel-Probleme ..........................153
41 Authentisch sein in sozialen Rollen ........................156
42 Das Merkmal von Scharlatanen............................158
43 Fehler machen dürfen? Nein!..............................161
44 Vertrauen braucht Misstrauen .............................164
45 Stärken stärken? .........................................167
46 Das Recht auf Unglück ...................................170
47 Ein Appell, die Appelle bleiben zu lassen....................173
48 Recht haben führt ins Unrecht ............................176
49 Über nicht ehrliche Ehrlichkeit und heilsame Intransparenz...182
50 Böse und gut............................................186
Zum Schluss: Sicher werden im Umgang mit Unsicherheit ......190
Danksagung ...............................................195
Literaturverzeichnis .........................................196
Über den Autor.............................................204