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Die drei Ringe

warum die Religionen erst im Mittelalter entstanden sind
Verfasser*in: Suche nach Verfasser*in Weltecke, Dorothea
Verfasser*innenangabe: Dorothea Weltecke
Jahr: 2024
Verlag: München, C.H. Beck
Mediengruppe: Buch
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Inhalt

(I-25/06-C3) (GM ZWs / PL)
Die multireligiöse Welt des Mittelalters - Ein Panorama. In der Parabel von den drei Ringen streiten die Brüder über das Erbe, das sie von ihrem Vater bekommen haben. Juden, Christen und Muslime waren sich im Mittelalter sehr bewusst, dass ihre Traditionen miteinander verwandt sind. Die Historikerin Dorothea Weltecke zeigt, dass ihre konfliktreiche und dennoch gemeinsame Geschichte in dem großen Raum zwischen Atlantik, Nil und Indus überhaupt erst die exklusiven "Religionen" hervorgebracht hat. Das Grab des Propheten Ezechiel in der Nähe von Bagdad war im Mittelalter Ziel von jüdischen, muslimischen und christlichen Pilgern. An diesem und vielen anderen Beispielen zeigt Dorothea Weltecke anschaulich, wie intensiv sich die Glaubensgemeinschaften austauschten. Gemeinsam bauten sie eine neue kulturelle Landschaft. Dass ihre Traditionen miteinander verwandt waren, wussten Juden, Christen und Muslime im Mittelalter. In der Parabel von den drei Ringen streiten die Brüder jedoch über das Erbe, das sie von ihrem gemeinsamen Vater bekommen haben. Problematisch für das Verhältnis der Glaubensgemeinschaften zueinander wurden im Mittelalter nicht ihre Wahrheitsansprüche, sondern neue rechtliche Unterscheidungen zwischen Gläubigen, nur Geduldeten und Nichtgeduldeten. Die Theorien und die Gewalt, mit denen diese Ungleichheit fortlaufend begründet und aufrechterhalten wurde, militarisierten die Grenzen zwischen den Glaubenstraditionen. Damit legt das Buch eindrucksvoll eine Schicht der Religionsgeschichte frei, die vom Lavastrom der Polemik verschüttet wurde.
 
Inhalt
 
Verflochtene Traditionen zwischen Antike und Neuzeit n
Erster Teil:
Orientierung in einer neuen
historischen Landschaft 19
I. Vor der europäischen Hegemonie 21
2. Ausblenden ist eine Technik 42
3. Vor dem Zeitalter der Religionen 60
4. Gesetze, Treue, Lehren 69
Raum, Zeit, Ritual 69 1 Treue zum «Gesetz» 84 1
Lehre und Wissen 94
5. Brennpunkte einer gemeinsamen Geschichte 109
Das Grab des Propheten Ezechiel bei Bagdad 110 1
Orte der Verehrung in Jerusalem 116 1
Konvergenz, Rivalität und Macht 124
6. Grenzzäune verbinden 131
Zweiter Teil:
Lehrdefinitionen und Zugehörigkeiten 139
I. Rabbaniten, Karäer und andere Gemeinden 144
Petachja aus Regensburg begegnet Juden und Minim 144
Benjamin von Tudela macht Unterschiede 152 I Qirqissani über
Karäer und andere Juden 162
2. Kirchen und Häretiker 173
Apostolische Kirchen in der Zeit von Rabban Sauma und
Mar Jahbalaha 174 I «Über Häresien» aus reichskirchlichen
Perspektiven 185
3. Ulama, die Gelehrten 199
Schulen und Lehren in Ibn Dschubairs Pilgerbericht 199 1
Näubachti und die Gefolgschaften 209
4. Polyzentrik und die Verflechtung von Glaubenstraditionen 218
Dritter Teil:
Was die Ringparabeln erzählen 223
I. Die Parabel von den drei Ringen 227
Boccaccios Version 227 I Lateinische Christen orientieren
sich 231 I Willkür oder Freundschaft 238 I Der Streit
der Glaubenstraditionen als Familiengeschichte 242
2. Geschichten von Einern 249
Die Perle 249 I Der König und die Betrüger 255 I
Der Klügere isst alles auf 262 I Unteilbar 272 I
Theologengezänk und die Grenzen des Wissens 277
3. Eine gemeinsame Kultur der Unterweisung 284
Vierter Teil:
Wahrheit und soziale Ordnung 289
I. Schreibarten des absoluten Wahrheitsanspruchs 293
Kritik am Establishment: Alvaro Pelayo 293 I Wahrheit als
Schutz: Maimonides 300 I Prediger in der Kreuzzugszeit:
Ali aus Herat 307
2. Erkundung der Skala 316
Zweifel am Glauben: Sacadja und Georg 316 I
Die Gleichheit der Beweise: Ibn Hasm 325 I Das Heil der
Ungläubigen 336 I Sich den Hass aus dem Herzen reißen:
Bar Ebrojo 338
3. Unversöhnlichkeit und Dialog im sozialen Kontext 369
Fünfter Teil:
Herrschaft und Wahrheit 381
I. Der Dichter Süßkind und sein Herr 385
2. Was Religionsgespräche erzählen 393
Macht macht Wahrheit 397 1 Theodor vertraut dem
System 410 I Der mächtigste Gott und seine Getreuen 424 1
Pro et contra: Versöhnung auf Lateinisch 442 I Jehuda Halevi
spielt nicht mit 455
3. Soziale Hegemonie und Gewalt 468
Die Genese der Religionen 481
Anhang
Dank 499
Zur Umschrift 501
Anmerkungen 503
Quellen und Literatur 549
Bild- und Kartennachweis 604
Personenregister 606

Details

Verfasser*in: Suche nach Verfasser*in Weltecke, Dorothea
Verfasser*innenangabe: Dorothea Weltecke
Jahr: 2024
Verlag: München, C.H. Beck
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Systematik: Suche nach dieser Systematik PR.AI, I-25/06
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ISBN: 9783406811920
Beschreibung: 608 Seiten, 16 Bildtafeln, Illustrationen, Karten
Schlagwörter: Abgrenzung, Christentum, Geschichte 500-1500, Interreligiosität, Islam, Judentum, Christenheit, Christianity, Christliche Religion, Christliche Weltanschauung, Islamische Völker, Islamische Welt, Judaismus, Jüdische Religion
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Sprache: Deutsch
Fußnote: mit 28 Abbildungen auf 16 Tafeln und 4 Karten. - Literaturverzeichnis Seie [549]-603
Mediengruppe: Buch