Betroffene Kinder stärken
Etwa drei bis fünf Millionen Kinder im deutschen Sprachraum haben mindestens einen Elternteil, der psychisch krank ist. Die Erkrankung der Eltern kann schlimme Folgen für die Kinder haben: Individueller Rückzug, schwierige soziale Verhältnisse und lange Krankenhausaufenthalte können eine sichere Bindung an die Eltern und eine gesunde Entwicklung der Kinder erschweren. Viele dieser Kinder leiden stumm und von Einrichtungen der psychosozialen Unterstützung unbemerkt.
„Lieber früh fördern statt später behandeln“, sagen die Autoren und zeigen, was man in der Frühförderung für Kinder psychisch kranker Eltern tun kann. Sie informieren über typische Störungsbilder der Eltern und erklären, wie das Kind die Erkrankung wahrnimmt. Einen Schwerpunkt legen die Autoren auf die Bedeutung der familiären Zusammenarbeit und nehmen das Thema „Resilienz“ umfassend in den Blick.
Inhalt
1 Zusammen arbeiten: im Team und mit Eltern...............................................9
2 Vergessene Kinder....................................................................................... 13
2.1 Auffällige Unauffälligkeit...................................................................... 13
2.2 Ein neues Problem? Zwischen erhöhter Sensibilität und
realem Anstieg psychischer Verletzlichkeit...........................................28
2.2.1 Epidemiologische Daten........................................................................ 28
2.2.2 Die Balance zwischen Risiko und Resilienz.......................................... 34
2.2.3 Die Öffnung der Psychiatrie.................................................................... 37
2.3 Und die Kinder?...................................................................................... 38
2.4 Psychische Erkrankung bzw. Verletzlichkeit der Eltern —
terminologische Klärungen......................................................... 39
3 Leben mit einem psychisch verletzlichen Elternteil -
wie geht es den Kindern?............................................................................. 45
3.1 Die biologische Ebene............................................................................ 48
3.2 Der Stellenwert der Bindung zwischen biologischen
und psycho-sozialen Parametern.............................................................51
3.3 Die (entwicklungs-)psychologische Ebene.............................................. 58
3.3.1 Kleinkindalter (null bis dreiJahre)........................................................ 58
3.3.2 Vorschulalter (drei bis sechs Jahre)........................................................ 60
3.3.3 Die frühe Kindheit aus der Retrospektive.............................................. 61
3.4 Die soziale Ebene.................................................................................... 64
3.5 Welche psychologischen Überlebensstrategien
entwickeln Kinder?...................................................................................66
4 Was Kinder psychisch verletzlicher Eltern stärkt.................................. 70
4.1 Klein- und Vorschulkinder über die Erkrankung
ihrer Eltern informieren und Verständnis ermöglichen........................ 70
4.2 Resilienzprozesse aktivieren..................................................................77
4.3 Das Konzept der „Vulnerabilität“............................................................79
4.4 Was kennzeichnet „resiliente“ Kindei?..................................................81
4.5 Resilienzfaktoren................................................................................... 82
4.5.1 Kindzentrierte Resilienzfaktoren und -prozesse....................................82
4.5.2 Familienzentrierte Resilienzfaktoren und -prozesse............................98
4.5.3 Umwelt- bzw. systemabhängige Resilienzfaktoren
und -prozesse.............................................................................106
4.5.4 Screeninginstrument zur Erfassung von Resilienzfaktoren
bei Kleinkindern.........................................................................111
5 Frühe Förderung mit Kleinkindern depressiver Eltern........................ 119
5.1 Ressourcen in der Arbeit mit Kindern depressiver Eltern..................119
5.2 Aus der Sicht des Kindes......................................................................120
5.2.1 Unverständliche Signale......................................................................120
5.2.2 Sorgen und Gedanken, die die Kinder nicht verstehen......................121
5.2.3 Alltagsstrukturen, die zusammenbrechen..........................................122
5.3 Wie erkenne ich als Helfer eine depressive Erkrankung?..................123
5.3.1 Depression als Krankheit: das Wissen um die Ursachen....................123
5.3.2 Depression als Krankheit: das Wissen um den Verlauf......................124
5.3.3 Depression als Krankheit: das Wissen um die Symptome............... 125
5.3.4 Behandlung der Depression..................................................................126
5.4 Konkrete Fördermaßnahmen im Lebenskontext einer
depressiven Erkrankung...................................................................... 128
5.4.1 Depression oder Traurigkeit: das Wahrnehmen
von Symptomen.................................................................................... 129
5.4.2 Depression macht Helfer hilflos? Die Fähigkeit, über dieses
Wissen mit dem Betroffenen kommunizieren zu können........135
5.4.3 Kindzentrierte Interventionen..............................................................137
5.4.4 Transdisziplinäre Arbeit........................................................................142
6 Frühe Fördermaßnahmen für Kinder mit an Schizophrenie
erkrankten Eltern .......................................................................... 146
6.1 Ressourcen für Kinder..........................................................................146
6.2 Aus der Sicht des Kindes..................................................................... 147
6.2.1 Unverständliche Signale für das Kind.................. 147
6.2.2 Alltagsstrukturen, die zusammenbrechen......................................... 149
6.3 Wie erkenne ich als Helfer eine Schizophrenie?............................... 149
6.3.1 Das Wissen um Ursachen und Verlauf................................................149
6.3.2 Schizophrenie: das Wissen um die Symptome....................................152
6.3.3 Schizophrenie: das Wissen um die Behandlung..................................153
6.3.4 Die Fähigkeit der Wahrnehmung von Symptomen
einer Schizophrenie................................................................... 155
6.4 Konkrete Fördermaßnahmen für Kleinkinder in
Lebenszusammenhängen einer Schizophrenie.....................................157
6.4.1 Gemeinsame Arbeit mit den Eltern......................................................157
6.4.2 Kindzentrierte Interventionen............................................................. 159
6.4.3 Transdisziplinäre Arbeit....................................................................... 161
6.5 Psychopharmaka als Unterstützung....................................................165
7 Ausblick....................................................................................................... 171
7.1 Der Lebenszusammenhang „Eltern mit Persönlichkeitsstörungen“.. 171
7.2 Evaluation früher präventiver Maßnahmen................................... 175
Literatur.................................................................................................................... 180
Sachregister.............................................................................................................. 191