Longlist 2025 in der Kategorie Geistes-/Sozial-/Kulturwissenschaften
Von Norwegen bis Griechenland, von Frankreich bis in die Sowjetunion - Wie lebten die Menschen unter deutscher Besatzung? Auf dem Höhepunkt der deutschen Machtentfaltung im Zweiten Weltkrieg lebten von Norwegen bis Griechenland und von Frankreich bis in die Sowjetunion 230 Millionen Menschen unter deutscher Herrschaft. Sie alle mussten sich mit den Besatzern arrangieren und machten Erfahrungen, die bis heute nachwirken. In ihrem Alltagsleben, am Arbeitsplatz, im Umgang mit Behörden und Militärs. Und jeder Kontakt mit den Besatzern konnte in Gewalt umschlagen. Tatjana Tönsmeyer hat die erste Geschichte des deutsch besetzten Europas geschrieben, die die Perspektive der Besetzten und nicht der Besatzer einnimmt - und legt damit ein dunkles Erbe frei, das unterschwellig immer noch im Verhältnis der europäischen Nachbarn zu Deutschland präsent ist. (Verlagstext)
Inhaltsverzeichnis:
Einleitung
11
Kapitel 1:
«Sie kommen!»
33
Das Entsetzen über den deutschen Vormarsch.................................. 35
Deutsche Ausschreitungen und Massengewalt..................................48
Evakuierungen und Flucht..................................................................60
Kapitel 2:
Besetzte Gesellschaften
73
Abwesende Männer...............................................................................76
Einheimische Frauen - deutsche Männer............................................83
Zerrissene Familien, Kinder und Alte..................................................99
Kapitel 3:
Besatzer und Besetzte
127
Die Besatzer und ihre Maßnahmen....................................................128
(Unvermeidliche) Begegnungen, Anspannung, Anpassung . . 136
Sinnhorizonte und Bedrohungskommunikation............................. 152
Alte Spannungen und neue soziale Konflikte................................... 162
Kapitel 4:
«Vor dem Verzehr von Katzenfleisch wird gewarnt»
171
Überall Mangel.....................................................................................172
Von Rationen, Lebensmittelkarten und Marken.............................180
Leere Geschäfte und lange Schlangen................................................ 190
Tauschhandel, Schwarzmarkt und neue Moral................................ 196
Kapitel 5:
Die eigenen vier Wände
215
Zerstörungen und Beschlagnahmungen............................................. 216
Einquartierungen................................................................................. 221
Verlust des Zuhauses...........................................................................225
Jüdische Erfahrungen.......................................................................... 229
Enge, Kälte, Dunkelheit ................................................................... 240
(Öffentliches) Bauen und Wohnungsmarkt...................................... 246
Kapitel 6:
Arbeiten für den Feind
253
Ausgangslagen .................................................................................... 254
Unfreie Arbeit: Pflicht und Zwang....................................................258
Arbeitsdeportationen.......................................................................... 265
Arbeitsalltage........................................................................................281
Kapitel 7:
Papiere, Papiere, Papiere
301
Entmündigte Staatlichkeit................................................................ 302
Schwache Besatzungsverwaltungen?....................................................305
Von «Aufsichtsverwaltungen», «Frontmännern» und
«neuen Kräften»....................................................................................307
Lokale Behörden: Einheimische Diener ihrer
deutschen Herren?.............................................................................. 321
Auf dem Amt: Schlange-Stehen, Papierkrieg, Willkür............. 342
Kapitel 8:
Dazugehören-Wollen
357
Alte Monarchien, «Neues Europa» und die Frage nach
dem Umgang mit den Machtverhältnissen.......................................359
Nationale Einheitsorganisationen, rechtsextreme Bewegungen
und die Werbungen zur Waffen-SS 362
Der «Ostraum» als Kolonialprojekt: Siedlung und
Germanisierung 373
Besatzung und die (enttäuschten) Hoffnungen auf
Eigenstaatlichkeit..................................................................................381
Freizeit, Zugehörigkeit und das Aushandeln von «Normalität» 386
Kapitel 9:
Ausgeschlossen-Werden
405
Frühe jüdische Erfahrungen................................................................407
Schrumpfende Räume........................................................................411
Unsichtbar-Werden.............................................................................420
Die Sichtbarkeit der Shoah................................................................. 431
Kapitel 10:
Nein-Sagen
447
Kinos und Kneipen, Witze und patriotische Kleidung .... 451
Streiks und Sabotage.......................................................................... 461
Bewaffneter Widerstand ................................................................... 467
Jüdisches Nein-Sagen..........................................................................479
Kapitel 11:
Gewalt - und die neue soziale Ordnung
unter Besatzung; ein Epilog
489
Anhang
Anmerkungen....................................................................................... 509
Quellen-und Literaturverzeichnis ....................................................586
Abbildungsverzeichnis ........................................................................651