(I-25/06-C3) (GMK ZWs / PL)
In ihrem aufrüttelnden Debattenbuch zeigt Sarah Diehl, warum vor allem Frauen immer noch zu wenig Räume zum Alleinsein haben. Dabei ist es nicht nur der Grundstein
eines verantwortungsvollen Miteinanders – es ist die Triebfeder für Reflexion und Veränderung sowie ein elementarer Teil der Selbstfürsorge. Frauen hatten im Laufe der Geschichte kaum ein "Zimmer für sich allein". Auch heute gilt die Kleinfamilie als Garant für ein glückliches Leben. In diesem Buch offenbart Sarah Diehl die Fallstricke dieser Annahme. Dabei blickt sie ebenso auf die Bedeutung des Alleinseins innerhalb der Familie oder Partnerschaft wie in der Öffentlichkeit, in der Natur oder auf Reisen. Sie fordert den Erhalt der Einsamkeit und ermutigt alle, das Alleinsein immer wieder bewusst zu suchen. Denn das Alleinsein ist eine elementare Freiheitserfahrung, die allen ganz selbstverständlich zugänglich sein muss. (Verlagstext)
INHALT
Einleitung........................................................................... 11
1| WARUM LÄSST MAN UNS NICHT ALLEIN?........................ 18
Alleinsein als Feind der Leistungsgesellschaft
und dieWeisheit der Lust............................................................... 18
Muße und Faulheit - Paradies oder Hölle....................................30
Frauen allein (sein) lassen - Neue Stimmen werden erst
hörbar, wenn sie ihr eigenesZimmer bekommen....................... 39
DieBastardin wirdzurEinsiedlerin -
Violette Leduc................................................................................46
2 \ ZEIT UND RAUM FÜR SICH -
DIECHANCEN DES ALLEINSEINS......................................52
Das einsame Schwimmen in derVielstimmigkeit -
Imagination und Kreativität.................. 52
Der produktive Tagtraum
bei Kindern und Erwachsenen...................................................... 59
Alleinsein in der Natur: Annie Dillard
und Henry David Thoreau............................................................. 63
Allein mit der Welt -Weltverbundenheit versus
existenzielle Grundeinsamkeit .................................................... 75
Das Alleinsein als Gefühl absoluter Verbundenheit -
Die Welt kommt ohnehin zu mir................................. 84
Das Alleinsein dringt durch die Haut
in ungeahnte Territorien - Körpersinne...................................... 92
DerWert der Selbstfürsorge...........................................................95
3 ] AUSSENSEITER:INNEN UND ALLEINSEIN
AM RAND DER GESELLSCHAFT ......................................... 107
Von der Fußnote zum Gedenkstein:
Alice Walker und Zora Neale Hurston..........................................109
Erschöpfung und Rückzug vom Menschsein:
Eremitentum und Einsiedelei........................................................117
Alleinsein zwischen Leben und Tod -
Gespräch mit Matthias Gockel.....................................................129
Einsame Held:innen -
Geh allein und rede mit Fremden................................................138
Das Recht, Schafott und Rednertribüne
zu besteigen-Olympe de Gouges ...............................................152
4 ALLEIN IN DER WELT UNTERWEGS......................................... 159
Allein reisen und anderen davon erzählen -
Gespräch mit Carmen Rohrbach................................................. 163
Wandern zwischen Alleinsein und Gemeinschaft...................... 174
Trampen - Gespräch mitAnh Trieu........................................... 174
Pilgern.......................................................................................... 182
Vertrauen in dieWelt..................................................................... 183
Unvorhergesehenes und das Gute im Menschen....................... 189
5 ] DOSIERUNG UND ENTZUG- SICH DEM URTEIL
ANDERER WIDERSETZEN, UM DIE FREMDHEIT
IN DER WELTZU ÜBERWINDEN........................................ 196
Zum Glück der Einsamkeit gezwungen:
Die Robinsonade.......................................................................... 204
Unfreiwilliges Alleinsein als Chance -
Einsamkeit als Selbst(neu-)findung........................................... 207
Orte des Alleinseins -
Die Handlungsoptionen in der Einsamkeit.................................213
Die Selbstvergessenheit imAlleinsein........................................218
Denken ohne Geländer -
Selbstgestaltete Einsamkeit als Denk- und
Erfahrungsraum bei Hannah Arendt..........................................221
Totaler Rückzug -
Heutige Phänomene radikalerVerweigerung.......................... 230
Zu viel und zu wenig - Toxische
Belohnungssysteme in den sozialen Medien............................ 244
6 | ALLEIN UND UNABHÄNGIG BLEIBEN
DÜRFEN IN UND OHNE BEZIEHUNGEN:
LIEBE, FAMILIE, PARTNERSCHAFT........................................ 250
Identität und Selbstwert in der
Partnerschaftsuchen - Die Hölle aufErden.............................. 250
Die Einsamkeit der Paare ............................................................ 255
Die Kleinfamilie und das Mutterideal..........................................258
DieEntstehung derKleinfamilie -
Wie konnte es zu dieser Vereinzelung kommen?....................... 259
Fürsorgearbeit in derFamilie und
geschlechterspeziflscheBewertung des Singledaseins............. 267
Care-Politik.................................................................................. 278
Work-Life-Balance?Keine Zeit zum Alleinsein..........................282
Dasfatale Ideal der perfekten Mutter.........................................285
Alleinsein, wenn man sich ständig um andere
sorgt - Gespräch mit Gisela, einer
alleinerziehenden Pflegekraft 289
Kinderfrei und nicht allein...........................................................297
Wie dieKleinfamilie ein solidarisches Miteinander
undsozialeElternschaft erschwert............................................298
Alleinsein ohne Partnerschaft -
die »alte Jungfer« und der »alte Sack«....................................... 302
Unabhängig bleiben in der Partnerschaft...................................319
Älter werden - Potenzial für Freiräume ....................................328
Selbstlust und Selbstliebe -
Gespräch mit Melanie Bonajo .....................................................333
7 DIE UNERTRÄGLICHE AMBIVALENZ DER
EINSAMKEIT - GEGEN DIE ABSCHAFFUNG
DES ALLEINSEINS 346
Die Fallen der Pathologisierung
und des Kulturkonservatismus .................................................. 348
Ausblick............................................................................363
Anmerkungen...................................................................367
Literatur .......................................................................... 388
Dank ................................................................................ 399