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Flavio Crispo

Oper in drei Akten
Verfasser*in: Suche nach Verfasser*in Heinichen, Johann David; Il Gusto Barocco
Verfasser*innenangabe: Johann David Heinichen ; Libretto: Steffano B. Pallavicini (?)
Jahr: 2018
Verlag: cpo Georgsmarienhütte
Mediengruppe: Compact Disc
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Inhalt

Nach der Uraufführung von Brescianellos Tisbe ist Johann David Heinichens Flavio Crispo die zweite Ausgrabung einer nie gespielten Barockoper mit Il Gusto Barocco. Nach rund dreihundertjährigem Schlummer brachte das Ensemble 2016 Heinichens italienische Oper Flavio Crispo zur Uraufführung, die aufgrund ihrer Entstehungsgeschichte eines der wertvollsten Zeugnisse der damaligen Zeit ist. Die historischen Umstände dieser Oper sind besonders: Ein Streit der beiden weltberühmten Kastraten Senesino und Berselli sorgte für einen Eklat, der die Premiere von Heinichens Oper am Dresdner Hof verhinderte. Einige Anekdoten berichten, dass die Sänger dem Komponisten mangelnde Italienisch-Kenntnisse vorwarfen und im Probenprozess die Noten vor den Augen des Komponisten zerrissen, andere wiederum, dass Händel auf der Reise von Italien nach London die Dresdner Sänger abwarb. Es ist eine meisterhafte Partitur: Heinichen wählt z. B. eine sehr aparte Instrumentierung, um die Reinheit und Zerbrechlichkeit der Figur der Elena zu charakterisieren: In den Orchester-Ritornellen erklingen drei klagende Oboenstimmen ohne jegliches Baß-Fundament, ihr Klagegesang selbst wird durch leise Pizzicati der Streicher und in unserer Interpretation des Basso Continuo durch Arpeggien der Harfe begleitet. Dieser melancholische und fragile Aktschluß steht beispielhaft für Heinichens poetische und hoch empfindsame Vertonung dieses Opernlibrettos.
Der Komponist geht fast schon verschwenderisch mit seinen Melodieeinfällen und seiner Affektdramaturgie um. Allein im ersten Akt kommt man aus dem Staunen kaum heraus, weil ständig etwas Neues geboten wird: neue Instrumentationseffekte, eine breite Palette an Gefühlszuständen, kurze, knackige Rezitativpassagen, die zur nächsten fesselnden Nummer überleiten. Daran sind auch Jörg Halubek und Il Gusto Barocco nicht ganz unschuldig. Wie sie mit Begeisterung Heinichens Musik aufblühen lassen, ist eine pure Freude. Das Orchester ist ungewöhnlich groß und damit besonders farbig besetzt. Verspielt agiert die gewitzte Continuogruppe, die fernab von Langeweile oder Eintönigkeit die Rezitative zu begleiten versteht. Schon lange hat man keine so quicklebendige Barockausgrabung gehört, die auf Grund ihres Ideenreichtums und entsprechend fantasievoller Ausführung jede Vorhersehbarkeit vermissen lässt. Hier klingt nichts nach Standard oder Routine ¿ alles ist von Frische, großer Sachkenntnis und blanker Spielfreude durchzogen. (aus der Kritik von Benjamin Künzel)

Details

Verfasser*in: Suche nach Verfasser*in Heinichen, Johann David; Il Gusto Barocco
Verfasser*innenangabe: Johann David Heinichen ; Libretto: Steffano B. Pallavicini (?)
Jahr: 2018
Verlag: cpo Georgsmarienhütte
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Systematik: Suche nach dieser Systematik CD.03
Suche nach diesem Interessenskreis
Beschreibung: 3 CDs: 197:08 + 1 Beiheft
Beteiligte Personen: Suche nach dieser Beteiligten Person Halubek, Jörg; Marziotte, Leandro; Marbach, Dana; Visentin, Alessandra; Gäng, Silke
Fußnote: Leandro Marziotte [Altus] ; Dana Marbach [Sopran] ; Alessandra Visentin, Silke Gäng [Alt] ; Nina Bernsteiner [Sopran] ; Toibias Hunger [Tenor] ; Ismael Arróniz [Bass] ; Il Gusto Barocco - Stuttgarter Barockorchester, Jörg Halubek [Leitung]
Mediengruppe: Compact Disc