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"Und 's ist alles noch wahr!"
Denk- und Merkwürdigkeiten aus "Briefe eines Eipeldauers an seinen Herrn Vetter in Kakran, über d'Wienerstadt" ; 1785-1813. Mit Fußnoten versehen von Paul Angerer
VerfasserIn: Richter, Joseph
Verfasserangabe: Joseph Richter
Jahr: 1998
Verlag: Wien ; München, Brandstätter
Mediengruppe: Buch
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Inhalt
Am 11. Juni 1781 erschien Kaiser Joseph II. Zensurpatent; verfaßt nach den vom Kaiser selbst entworfenen Grundregeln zeigt es einen durchaus liberalen Standpunkt. In seinen zehn Abschnitten wurde eigentlich nur verboten, was das natürliche Anstandsgefühl und die Sorge um die selbstverständlichsten Staatsinteressen nicht gestattet. Nur der katholischen Kirche wurden einige weitgehende Konzessionen gemacht. Dieser kaiserliche Erlaß sollte Wunder wirken; so glaubte wenigstens die Wiener Schriftstellerwelt, zu der sich alle rechneten, die schreiben konnten. Doch es kam anders. Aus begeisterten Lobrednern wurden ebenso eifrige Pamphletisten: er habe das Versprechen des Mäzens nicht gehalten und seine Rolle nicht zu Ende gespielt. So entstand nun eine der umfangreichsten Pamphletliteraturen aller Zeiten, die sogenannte josephinische Broschürenflut. Die Pamphlete lagen auch in den Kaffeehäusern auf und wurden neben den wenigen Zeitungen jener Zeit gelesen. Das Publikum beschäftigten die täglich neuen und ungewohnten Ereignisse - und es war ein Bedürfnis, darüber zu schreiben und die Meinungen zu lesen. Als die Hochflut der Broschüren bereits vorüber war, flog im Jahre 1785 ein Heftchen auf den Markt: es waren die ¿Briefe eines Eipeldauers an seinen Herrn Vetter in Kakran über d'Wienstadt¿. Ihr anonymer Verfasser war Joseph Richter. Joseph Richter wurde am 16. März 1749 in Wien geboren. Er studierte Philosophie und vervollkommnete sich in Paris in der französischen Sprache. Sein Hauptgeschäft und einziger Erwerb war die Literatur - so wurde er einer der fruchtbarsten Schriftsteller Österreichs. 1785 erschien das erste Heft der Eipeldauer-Briefe. Geschildert werden die Erlebnisse eines jungen Bauernburschen, der im Fasching nach Wien kommt, die Ankunft in Wien mit der Schilderung der Wiener Verkehrswege, Spaziergänge in der Stadt, die populären Wiener Vergnügungen und Sehenswürdigkeiten, kleine persönliche Abenteuer. Der Ort Eipeldau heißt seit dem 19. Jahrhundert Leopoldau. Es war ein kleiner Flecken am linken Donauufer und bildet heute mit Kagran, dem Bestimmungsort der Briefe, mit einigen anderen Ortschaften, deren größte Floridsdorf war, den 21. Wiener Gemeindebezirk. Leopoldau war mit den zahlreichen toten Donauarmen und -tümpeln ein trefflicher Tummelplatz für Schweine, Enten und Gänse. Nach den besonders fetten Gänsen, den ¿Eipeldauerinnen¿, herrschte große Nachfrage. Der Eipeldauer Bauer war in der charakteristischen Tracht der Landbewohner mit groben Stiefeln, einem bunten Halstuch, rundem Hut und kurzem Janker eine typische Straßenfigur: mit einer Gans und einem Ferkel unter den Armen. 1794 setzte Richter die Eipeldauerbriefe fort. Aus den zufällig erschienenen Heften wurde nun eine Wochenschrift. Der Inhalt war durch die aktuellen Ereignisse in Wien und in der Welt bestimmt. Zweimal war der Bauer in der Stadt, zweimal hat er sie nach Erledigung seiner Geschäfte wieder verlassen; nun will er sich, nachdem er am Leben und Treiben Wiens und der Wiener Gefallen gefunden hat, endgültig hier niederlassen. Die in Wien gesprochene Mundart ist nicht getreulich kopiert; Richter hat absichtlich einen selbst erfundenen Jargon verwendet, der seine Grundelemente der Volkssprache entlehnt; damit konnte er auch im Ausland verstanden werden. ¿Beim 3. Brief des 8. Heftes im Jahre 1813 entfiel dem müden Journalisten die Feder¿. Joseph Richter starb am 16. Juni 1813. Paul Angerer unter Verwendung von Dr. Eugen von Paunels Einleitung zur Ausgabe von 1917.
Details
VerfasserIn: Richter, Joseph
VerfasserInnenangabe: Joseph Richter
Jahr: 1998
Verlag: Wien ; München, Brandstätter
Systematik: EH.W, GE.OBW
ISBN: 3-85447-826-7
Beschreibung: 319 S. : Ill.
Beteiligte Personen: Angerer, Paul
Mediengruppe: Buch