Cover von Erzählräume nach Auschwitz wird in neuem Tab geöffnet

Erzählräume nach Auschwitz

literarische und videographierte Zeugnisse von Überlebenden der Shoah
Verfasser*in: Suche nach Verfasser*in Michaelis, Andree
Verfasser*innenangabe: Andree Michaelis
Jahr: 2013
Verlag: Berlin, Akad.-Verl.
Mediengruppe: Buch
verfügbar

Exemplare

AktionZweigstelleStandorteStatusFristVorbestellungen
Vorbestellen Zweigstelle: 07., Urban-Loritz-Pl. 2a Standorte: GE.SN Mich / College 2d - Geschichte Status: Verfügbar Frist: Vorbestellungen: 0

Inhalt

Immer schon wollten Überlebende der Shoah von ihren Erfahrungen in den nationalsozialistischen Lagern Zeugnis ablegen. Doch welche Möglichkeiten, welche Erzählräume standen ihnen tatsächlich zur Verfügung? Wie und unter welchen Umständen konnten sie ihr Zeugnis narrativ gestalten und in welcher Weise lässt sich diese Gestaltung heute angemessen würdigen?
Die vorliegende Studie analysiert die diskursiven Bedingungen der Entstehung und Rezeption sowohl literarischer als auch videographierter Zeugnisse von Überlebenden. Damit werden die beiden heute wichtigsten Formen autobiographischer Erinnerung an die nationalsozialistische Vernichtungsgeschichte erstmals in ein Verhältnis zueinander gesetzt. Diese Verhältnisbestimmung führt zu einer neuen Ethik der Zeugenschaft, die zugleich als Bestandsaufnahme unserer heutigen Kultur der Erinnerung an die jüdische Katastrophe verstanden werden kann. (Verlagstext)
 
Inhaltsverzeichnis:
 
Dank 9
I Einleitung
1.1 Überleben und Erzählen: Die lange Suche nach Zuhörern 11
1.2 Der erzählerische Gestaltungsraum in literarischen und
videographierten Zeugnissen von Überlebenden der Shoah 27
Die Zeugnisse Überlebender 27
Die Aufgabe des Zuhörers 31
Zwei Medien der Erinnerung 35
Der diskursive Raum des Zeugen 38
Gestaltung und Kommunikation 41
Diskursive Grenzen und Möglichkeiten 42
1.3 Die Auswahl der Texte und Videos 45
II Der diskursive Raum literarischer Zeugnisse
II. 1 Der diskursive Rahmen:
Autobiographisches Schreiben nach der Shoah 51
Autobiographik als Schreiben an den Grenzen der Diskurse 52
Die diskursive Begründung der Autorität und Authentizität Überlebender.... 56
Institutionelle Einflüsse: Literarische Zeugnisse und ihre
Publikationsgeschichte 66
II.2 Der erzählende Text als geschützter Raum des Zeugen 72
II. 3 Elemente und Ebenen der Gestaltung 82
III Vier Gestaltungsweisen literarischer Zeugnisse
III. 1 Imre Kertesz: Roman eines Schicksallosen (1975)
Der implizite Dialog 85
Der Roman als Autobiographie eines Identitätslosen 85
Konstruierte Linearität 89
Das ausgelieferte Leben und die Entwicklung des eigenen Blicks 91
Verborgene Schritte zu einer Philosophie der Freiheit 100
Die Dialogizität des literarischen Selbstgesprächs 106
111.2 Primo Levi: Ist das ein Mensch? (1947)
Der gesuchte Dialog 110
Der Zeuge und der Schriftsteller 110
Eine Komposition aus uneindeutigen Symmetrien 115
Zwiespältige Perspektivierung 120
Wege einer Vermittlung des Unvorstellbaren 124
Der geführte Leser 136
111.3 Jean Amery: Jenseits von Schuld und Sühne (1966)
Der provozierte Dialog 139
Eine Autobiographie in Schlaglichtern 139
Fünf Essays, vier Stimmen und das Durcharbeiten der Tortur 143
Die unbedingte Subjektivität des Überwältigten 149
Der angestrebte Wiedergewinn der Würde 153
Provokation und Appell: Ein Text, der seine Leser ruft 162
111.4 Ruth Klüger: weiter leben. Eine Jugend (1992)
Der reflektierte Dialog 166
Ein rebellischer Umgang mit der Tradition 166
Eine Komposition aus Scherben. Gespenstische Gleichzeitigkeiten 172
Aus der Sicht eines Kindes, einer Jüdin und einer Frau 181
Deuten, Differenzieren, Vergleichen: Annäherungsversuche
zwischen Juden und Deutschen 186
Die Vereinnahmung der Erinnerung und die Autonomie
des literarischen Dialogs 194
111.5 Vermittlungsstrategien und Grenzverschiebungen:
Das diskursive Potential literarischer Zeugnisse 199
IV Der diskursive Raum videographierter Zeugnisse
IV. 1 Vom schriftlichen zum mündlichen Zeugnis 205
IV.2 Der diskursive Rahmen im Mediendispositiv
videographierter Zeugnisse 208
Neue Medienzusammenhänge, ungewohnte Sichtbarkeiten 208
Entblößte Leiblichkeit 214
Institutionelle Diskursverpflichtungen: Das erinnerungspolitische
Dispositiv videographierter Zeugnisse im Visual History Archive 218 Inhalt 1
IV. 3 Die Möglichkeiten eines geschützten Erzählraums
in videographierten Zeugnissen 248
Verborgene Leerstellen und indirekte Kommunikation 248
Verbogene Linien. Der verschobene Blick auf die Zeugnisse 250
IV.4 Elemente und Ebenen der Gestaltung 252
V Vier Erzählweisen videographierter Zeugnisse
V. 1 Irmgard Konrad, eine jüdische Kommunistin:
Erfahrenes Erzählen 259
Eine erfahrene Augenzeugin aus der DDR 259
Die eigensinnige Ordnung der Erzählung
und die Einsamkeit der Verfolgungserfahrung 262
Die eigenen Gefühle in den Stimmen der anderen 268
Identitätsentwürfe als Kommunistin, nicht als Jüdin 272
Trauma, Zufall und Eigensinn: Wer strukturiert das Zeugnis? 281
V.2 Ivan Jungwirth, der Humanist und Rächer:
Abhängiges Erzählen 284
Zagreb - Auschwitz - Jerusalem. In Israel von Kroatien zeugen 284
Konkurrierende Ordnungskonzepte 286
Distanz und Nähe: Die Stimmen der Ordnung
und die Stimmen der Gewalt 292
Die Rache eines Humanisten 297
Prozessualität und Kohärenz: Das Zeugnis und seine Ordnung 304
V.3 Helga Kinsky, die Tagebuchschreiberin von Theresienstadt:
Verhindertes Erzählen 307
Das Mädchen aus Zimmer 28 307
Die äußere und die innere Ordnung einer Kindheitserzählung
aus Theresienstadt 308
Der kindliche Blick einer Erwachsenen 314
Das geteilte Leben: Für den Vater zeugen, mit der Mutter leben 322
Wenn niemand gemeinsam mit dem Zeugen zeugt:
Der verlorene Schutzraum 327
V.4 Läszlö Steiner, der heimatlose Künstler:
Eigenständiges Erzählen 329
Fluchtbewegungen zwischen Sopron, Wien und dem Rest der Welt 329
Eigenständige Gestaltung, persönliche Leerstellen
und ein verwehrter Dialog 330
Im Modus der Distanz: Ich - ein anderer 334
Die unsichere Identität eines Heimatlosen 340
Der geschützte Raum: Das Videozeugnis als Autobiographie
eines Identitätslosen 346 8 Inhalt
V.5 Der gefährdete Raum. Die Rekonstruktion videographierter
Zeugnisse als aktive Verstehensarbeit 349
VI Ungeahnte Nähe und unerwartete Distanz:
Zu einer neuen Ethik der Zeugenschaft 353
Anhang
Nachweise 361
Verwendete Siglen 361
Nachweis der Abbildungen 362
Zur Zitierweise der Videozeugnisse 362
Transkriptionsschlüssel 362
Zum Zeugnis von Irmgard Konrad 363
Zum Zeugnis von Ivan Jungwirth 365
Zum Zeugnis von Helga Kinsky 368
Zum Zeugnis von Läszlö Steiner 370
Weitere erwähnte Videozeugnisse aus dem VHA 372
Andere Archiv-Zeugnisse 372
Literaturverzeichnis 373
1. Primärliteratur 373
2. Weiterfuhrende Primärliteratur 377
3. Sekundärliteratur 378
4. Texte zur Literaturtheorie, Narratologie und Medientheorie 392
5. Rezensionen und Zeitungsartikel 395
6. Online-Quellen 395
7. Lexika 396
8. Archiv-Quellen 396

Details

Verfasser*in: Suche nach Verfasser*in Michaelis, Andree
Verfasser*innenangabe: Andree Michaelis
Jahr: 2013
Verlag: Berlin, Akad.-Verl.
opens in new tab
Systematik: Suche nach dieser Systematik GE.VG, GE.SN
Suche nach diesem Interessenskreis
ISBN: 978-3-05-005955-6
2. ISBN: 3-05-005955-9
Beschreibung: 396 S. : Ill.
Schlagwörter: Autobiographische Literatur, Geschichte 1947-1992, Judenvernichtung <Motiv>
Suche nach dieser Beteiligten Person
Fußnote: Zugl. leicht überarb. Fassung von: Berlin, Freie Univ., Diss., 2011
Mediengruppe: Buch