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Käthe Leichter: gewerkschaftliche Frauenpolitik
historische Dimension und politische Aktualität ; [mit Tab.]
Verfasserangabe: [Hrsg.: Österreichischer Gewerkschaftsbund ...]. Walter Göhring (Hrsg.)
Jahr: [1996]
Verlag: Wien, ÖGB-Verl. [u.a.]
Mediengruppe: Buch
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Inhalt
Dr. Käthe Leichter (* 20. August 1895 als Marianne Katharina Pick in Wien; † 17. März 1942 im KZ Ravensbrück, Deutschland) war eine österreichische sozialistische Gewerkschafterin, Autorin zahlreicher sozialpolitischer Werke und Leiterin des Frauenreferats der Wiener Arbeiterkammer.Leichter wurde 1895 als Tochter des Rechtsanwalts Josef Pick und seiner Frau Lotte in Wien geboren. Sie wuchs in gutbürgerlichen Verhältnissen auf und besuchte das "Beamtentöchter-Lyzeum".Das Studium an der Universität Wien wurde ihr als Frau zunächst verweigert. Durch eine Klage beim Reichsgericht erkämpfte sie die Zulassung und inskribierte im Jahre 1914 Staatswissenschaften an der Universität Wien. Der Jurist und Reichsratsabgeordnete Julius Ofner und der soziale Reformator Josef Popper-Lynkeus weckten bei ihr das erste Interesse für soziale Fragen. Sie arbeitete neben ihrem Studium als Erzieherin von Arbeiterkindern im Döblinger Proletarierviertel "Krim". Nachdem ihr die Abschlussprüfungen in Wien verweigert wurden, übersiedelte sie nach Heidelberg. Während des Ersten Weltkrieges war sie aktive Pazifistin, was am 26. Dezember 1917 zu einem Einreiseverbot nach Deutschland für die Dauer des Krieges führte. Mit einer Sondergenehmigung "zwecks Ablegung der nationalökonomischen Doktorprüfung" promovierte Käthe Leichter am 24. Juli 1918 mit Auszeichnung bei Max Weber in Heidelberg.Nach ihrer Rückkehr nach Wien schloss sie sich der Rätebewegung an, wo sie ihren späteren Mann, den sozialdemokratischen Journalisten Otto Leichter, kennen lernte. Ab April 1919 war sie bei Otto Bauer als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Staatskommission für Sozialisierung.1925 übernahm sie den Aufbau des Frauenreferats in der Wiener Arbeiterkammer. Nach der Zerschlagung der Sozialdemokratie durch die austrofaschistische Regierung Dollfuß im Februar 1934 flüchtete die Familie in die Schweiz. Im September 1934 kehrten Käthe und Otto Leichter nach Österreich zurück und betätigten sich im Untergrund für die Partei. Käthe Leichter gehörte dem Schulungsausschuss der Revolutionären Sozialisten Österreichs (RS) an. Ihr Haus im Wiener 23. Bezirk (Mauer) wurde ein Treffpunkt von Funktionären der verfolgten Arbeiterbewegung.Der Einmarsch der Truppen des nationalsozialistischen Deutschland am 12. März 1938 in Österreich hatte für die Familie Leichter die Folge, dass sie aufgrund ihrer politischen Gesinnung sowie des Rassenwahns verfolgt wurden. Otto Leichter konnte im März 1938 mit einem gefälschten Pass in die Schweiz flüchten. Die beiden Söhne (Heinz (*1924), später Henry O.(tto) und Franz (*1930), später beide Rechtsanwälte) konnten mit Hilfe einer befreundeten Familie und der ehemaligen Hausgehilfin ins Ausland gebracht werden. Käthe Leichter wurde nach Verrat durch den Spitzel Hans Pav am 30. Mai 1938 von der Gestapo festgenommen. Sie kam zunächst in Polizeihaft, dann ins Gefängnis im Wiener Landesgericht. Sie verfasste in der Haft ihre Lebenserinnerungen, die sie ihrer Freundin Frieda Nödl übergeben konnte. Trotz zahlreicher ausländischer Interventionsversuche deportierte man sie im Januar 1940 ins Frauen-KZ Ravensbrück. Ihre Mitgefangene, die Sozialistin Rosa Jochmann, schrieb über Käthe Leichter im Dezember 1945: "Genossin Leichter war die Seele ihres Blockes und uns 'Politischen' die Lehrerin, die sie draußen gewesen war. Die Juden waren alle auf einem Block untergebracht, 500 im Jahre 1940, niemand wurde so gequält wie sie ... Viele wunderbare Gedichte hat Käthe Leichter geschrieben, wir mussten sie über ihren Wunsch alle vernichten, da sie immer sagte: 'Ich habe sie ja im Kopf, und ich weiß, ich komme bestimmt nach Hause.' Leider sind nun alle bis auf ein einziges verloren gegangen."Käthe Leichter starb im März 1942. Sie wurde im Alter von 45 Jahren als Häftling des Frauen-KZ Ravensbrück in der Psychiatrischen Anstalt Bernburg/Saale in Deutschland im Zuge der NS-Euthanasie (Aktion 14f13) mit Giftgas ermordet.
Details
VerfasserInnenangabe: [Hrsg.: Österreichischer Gewerkschaftsbund ...]. Walter Göhring (Hrsg.)
Jahr: [1996]
Verlag: Wien, ÖGB-Verl. [u.a.]
Systematik: GP.AF
ISBN: 3-7063-0073-7
Beschreibung: 255 S. : Ill., graph. Darst.
Mediengruppe: Buch