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1 von 15
Hass
VerfasserIn: Fischer, Jeannette
Verfasserangabe: Jeannette Fischer
Jahr: 2021
Verlag: Frankfurt am Main, Vittorio Klostermann
Reihe: Nexus; 106
Mediengruppe: Buch
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 Vorbestellen Zweigstelle: 07., Urban-Loritz-Pl. 2a Standorte: PI.HS Fisc / College 3f - Psychologie Status: Verfügbar Frist: Vorbestellungen: 0
Inhalt
Die Zürcher Religionswissenschaftlerin und Psychoanalytikerin Jeannette Fischer untersucht in diesem Buch die Antriebe, die zu Hass und zu hasserfüllten Handlungen führen. Hass gegen andere beginnt, so ihre Überzeugung, als Selbsthass. Dieser wiederum hat seine Ursache in Schuldgefühlen, die nicht selten schon in der Kindheit ausgelöst wurden. Um diesen Selbsthass loszuwerden, wird er üblicherweise auf Sündenböcke umgelenkt, projiziert: sehr praktisch und entlastend dies, denn dann trägt dieser ´Sündenbock` Schuld und Verantwortung und kann dafür auch bestraft werden.
 
Dieses Opfer/Täter- und Schuld/Unschuld-Narrativ ist ein dominantes Muster in unseren Handlungen und Diskursen; wir sind dessen Gefangene. Und es zeigt sich nicht nur auf der persönlichen Ebene, sondern auch im gesellschaftlichen und politischen Zusammenspiel. Wir können Hass nicht beseitigen, indem wir ihn verurteilen, verabscheuen, ja gar hassen. Veränderung ist erst möglich, wenn wir den Teufelskreis verlassen und das ausleuchten, was zu seiner Entstehung führt.
 
Aus der Einleitung der Autorin: "Welche Voraussetzungen müssen in einem Menschen gegeben sein, damit er ein Mensch wird, der hasst? Ist dem Menschen die Neigung zum Hass oder gar der Hass selber angeboren? Ist es somit quasi eine kulturelle Leistung, ihn bedeckt zu halten? Oder entsteht Hass während der Sozialisierung des Menschen? Welche Funktion hat Hass? Beherrscht er uns oder beherrschen wir ihn? Fragen über Fragen. Sicher ist: Um gegen Hass, gegen seine Destruktivität und Vernichtungswucht anzugehen, müssen wir ihn zuerst verstehen. Wir müssen herausfinden, was seine Wurzeln sind und welche Funktionen er, nebst der Zerstörung, erfüllt oder zu erfüllen beabsichtigt. Wenn wir uns dem Hass unvoreingenommen, fragend nähern, gewinnen wir an Einsicht, auch an Einsicht über unseren eigenen Hass. Hass zu verstehen bedeutet nicht, ihn zu legitimieren. Ihn zu verstehen, zu erkennen, woher er kommt und was er anstrebt, vermag uns Einblicke in zwischenmenschliche Strukturen und damit auch in gesellschaftliche Strukturen zu geben.
 
Es ist viel einfacher, den Hass zu hassen, als ihn zu verstehen. Es ist viel einfacher, den Hass auszulagern, weit weg von uns, und ihn bei den anderen zu deponieren. So wird der Mitmensch zu einem Hassenden, möglicherweise gar zu einem, der uns hasst. Im Prozess des Verstehens jedoch erkennen wir, dass wir selber Akteure und Akteurinnen sind. Daher scheuen wir diese Herangehensweise. Viel lieber bekämpfen wir Hass, stehen gegen ihn auf. Dumm ist nur: Wenn wir auf ihn eindreschen, können wir ihn nicht beseitigen. Wir bewirtschaften ihn, ja befeuern ihn damit nur. Indem wir dem Hass den Kampf ansagen, werden wir ein Teil von ihm, nicht zuletzt, weil wir unseren eigenen Hass legitimieren, indem wir behaupten, Gutes zu tun, auf der richtigen Seite zu stehen. (...)
 
Es ist mein Anliegen, mit diesem Buch diese Dunkelheit auszuleuchten. Ich versuche aufzuzeigen, wie Hass entsteht und wie er tradiert wird, in welchen Gewändern er daherkommt und mit welchen Mitteln er sich bedeckt hält. Aus der Psychoanalyse wissen wir, dass Erkenntnis ein Subjekt verändert, ob in seiner Beziehung zu sich selbst, zu sozialen Gruppen jeglicher Art oder in seiner Beziehung zur Welt. Erkennen und Verstehen sind die Schlüssel zu Veränderungen und die Schlüssel des Lernens. (...)"
Details
VerfasserIn: Fischer, Jeannette
VerfasserInnenangabe: Jeannette Fischer
Jahr: 2021
Verlag: Frankfurt am Main, Vittorio Klostermann
Systematik: PI.HS
ISBN: 978-3-465-04542-7
2. ISBN: 3-465-04542-4
Beschreibung: 158 Seiten : Illustrationen
Reihe: Nexus; 106
Sprache: Deutsch
Mediengruppe: Buch