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Die Kunst, Köpfe zu schrumpfen
über die neue Knechtschaft des befreiten Menschen im Zeitalter des totalen Kapitalismus
VerfasserIn: Dufour, Dany-Robert
Verfasserangabe: Dany-Robert Dufour. Aus dem Franz. von Regina Aster ...
Jahr: 2011
Verlag: Wien, Löcker
Mediengruppe: Buch
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 Vorbestellen Zweigstelle: 07., Urban-Loritz-Pl. 2a Standorte: GW.AP Dufo / College 6e - Wirtschaft Status: Verfügbar Frist: Vorbestellungen: 0
Inhalt
"Die aggressive Form des Kapitalismus benötige, so der Autor, für den uneingeschränkten Warenverkehr auch einen "neuen Menschen". Einen, der sich weder dem aufklärerischen Gebot verpflichtet fühle, von seiner Vernunft Gebrauch zu machen, noch der kulturellen Übereinkunft, seine Triebe zu kontrollieren. Denn es gehe nur noch um Kaufen und Verkaufen - in einem Markt, der alle technischen, politischen und moralischen Barrieren abbaue. Wie die "softe" Zurichtung des Menschen auf einen Schrumpfkopf funktioniert, welche Zerstörungen mit diesem Wandel einhergehen, analysiert Dany-Robert Dufour in seinem Buch auf so präzise wie erhellende Weise. [...] Dufour knüpft an Lyotard an. Er zeigt auf, was das Verblassen der großen Orientierungshilfen bewirkt: In einer Welt, in der alles in Bewegung und relativ ist, wird der Mensch auf sich selbst zurückgeworfen. Er ist frei - und verwirrt. Doch ein neues "großes Subjekt" reicht ihm die Hand: der Markt. Er präsentiert sich als Garant des Glücks und hält für jedes Begehren eine Ware bereit. Nach und nach besetze der Konsumgedanke die Köpfe der Menschen und alle Bereiche des Lebens. Eine ganze Priesterschaft, so Dufour, arbeite an der "Erzählung von der Ware". Korrektive Instanzen wie die Familie oder die Schule versagten, Kinder würden nicht zu zivilisierten Bürgern erzogen, sie entwickelten sich vielmehr zu psychotischen Wesen, für alle Angebote offen und leicht narkotisierbar: durch Medien, Waren - und durch Psycho-Drogen. Nun drohe auch noch der Eingriff in den genetischen Code." (Quelle: Rezension in der Wiener Zeitung ; vollst. Rezension siehe unten angeführten Link)Die wahre Natur des Menschen ist, keine wahre Natur zu haben. Der Mensch kommt unfertig in diese Welt und ist gezwungen, sich die Kultur sozusagen als zweite Natur zu erfinden. Um dieser schwierigen Anforderung entsprechen zu können, dienten dem Menschen der Moderne das kritische Subjekt von Kant und das neurotische Subjekt von Freud als Vorlage. Die notwendige Voraussetzung dafür ist das Erlernen der Sprache und der Kultur. Seit der Einführung des totalen Kapitalismus steht aber genau das auf dem Spiel. Gleichgültig ob die zahlreich angeführten Veränderungen die wirtschaftliche, politische, symbolische oder psychische Ökonomie betreffen, sie scheinen alle nur ein Ziel zu haben: Das unflexible, kritische, neurotische Subjekt der Moderne durch ein unkritisches, keinem Schuldgefühl mehr zugängliches und allen Waren gegenüber offenes Subjekt zu ersetzen. Das Problem dabei ist nicht, dass es dadurch zu einem weiteren Wandel in der Geschichte der menschlichen Verfasstheit kommt, sondern diesmal der Mensch Gefahr läuft, der Sprache verlustig zu gehen, also genau dessen, was den Menschen ausmacht und vom anderen Lebewesen, dem Tier, trennt. (Verlagstext)
Details
VerfasserIn: Dufour, Dany-Robert
VerfasserInnenangabe: Dany-Robert Dufour. Aus dem Franz. von Regina Aster ...
Jahr: 2011
Verlag: Wien, Löcker
Links: Rezension
Systematik: GW.AP
ISBN: 978-3-85409-590-3
Beschreibung: 274 S.
Beteiligte Personen: Aster, Regina [Übers.]
Sprache: ger
Originaltitel: L' art de réduire les tétes <dt.>
Mediengruppe: Buch