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74 von 196
Geistige und körperliche Arbeit
zur Theorie der gesellschaftlichen Synthesis
VerfasserIn: Sohn-Rethel, Alfred
Verfasserangabe: Alfred Sohn-Rethel
Jahr: 1972
Verlag: Frankfurt am Main, Suhrkamp
Mediengruppe: Buch
nicht verfügbarnicht verfügbar
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 Vorbestellen Zweigstelle: 07., Urban-Loritz-Pl. 2a Standorte: GS.AT Sohn / College 3a - Gesellschaft, Politik / Sammlung Duffek Status: Entliehen Frist: 15.10.2021 Vorbestellungen: 0
Inhalt
Alfred Sohn-Rethel (* 4. Januar 1899 in Neuilly-sur-Seine bei Paris; † 6. April 1990 in Bremen) war Nationalökonom und Sozialphilosoph. Sohn-Rethels zeitlebens beharrlich verfolgtes Ziel war die Verbindung der Erkenntniskritik Immanuel Kants mit der "Kritik der Politischen Ökonomie" von Karl Marx zu einer materialistischen Erkenntnistheorie und Erkenntniskritik. In der "Realabstraktion des Warentausches" sah Sohn-Rethel die entscheidende Bedingung für den Erwerb formal-abstrakten Denkens. Sämtliche kantschen Kategorien waren für ihn im Warentausch immanent enthalten: Raum, Zeit, Quantität, Qualität, Substanz, Akzidenz, Bewegung, Wert usw. Nach Sohn-Rethel entstand das formal-abstrakte Denken, das zuerst in Form der ionischen Naturphilosophie in der Kulturgeschichte auftauchte, durch die lydische Erfindung des Münzgeldes (vgl. u. a. Warenform und Denkform, 1978; Das Geld, die bare Münze des Apriori, 1990). Durch die Notwendigkeit, beim münzgeldvermittelten Warentausch von jeder empirischen Qualität zu abstrahieren, wurden die Menschen unbewusst dazu angeleitet, in formal-abstrakten Kategorien und Formen zu denken. Seine erkenntnistheoretische Konzeption fand in den 1970er und 1980er Jahren eine starke Beachtung bei westeuropäischen Intellektuellen. In den Altertumswissenschaften wird die Theorie Sohn-Rethels deutlich weniger rezipiert als jene an Eric A. Havelock anschließenden Theorien, die im phonetischen Alphabet eine Hauptbedingung der Entwicklung des Denkens im antiken Griechenland sehen. Sohn-Rethels Ansatz wurde allerdings von Rudolf Wolfgang Müller 1977 in Geld und Geist in differenzierter Form aufgegriffen und weiterentwickelt. Der englische Altertumswissenschaftler Richard Seaford hat ein Buch mit dem Titel Money and the Early Greek Mind vorgelegt, in dem er sich positiv auf Sohn-Rethel und Müller bezieht. Ebenso dem Erklärungsansatz Sohn-Rethels verpflichtet weiß sich die ökonomietheoretische und soziologische Aufarbeitung der Verkehrsökonomie und ökonomischen Rationalität im postmykenischen Mittelmeerraum von Othmar Franz Fett in Der undenkbare Dritte. Vorsokratische Anfänge des eurogenen Naturverhältnisses. Im Widerspruch zu Thomson, Sohn-Rethel und Müller kommt Tobias Reichardt 2003 in seiner Untersuchung der Marxschen Theorie der Antike jedoch zu dem Schluss, dass die Ökonomie der Antike die von Marx beschriebenen Grenzen zum Kapitalismus nicht überschreiten konnte. / / In soziologischer Hinsicht machte ihn seine Unterscheidung von Markt- und Zeitökonomie in der Industriesoziologie bekannt. Getreu der marxschen These, wonach alle Ökonomie in Zeit mündet, steht für ihn das zeitökonomische "Theorem der reellen Subsumtion" im Gegensatz zur Marktökonomie. Denn der Zeitimperativ beschränke sich nicht nur auf die Wirtschaft, sondern erstrecke sich universal auf alle gesellschaftlichen Erscheinungsformen. Subsumtion im engeren Sinne bedeute "die Scheidung der geistigen Potenzen des Produktionsprozesses von der Handarbeit." Allgemein stehe die Subsumtion für "die Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkraft Arbeit durch die bewusste Organisation von Arbeitsteilung und Kooperation und die gezielte Nutzung von Naturwissenschaft und Technik unter der Kontrolle des Kapitals für die Produktion des relativen Mehrwerts." (Wikipedia)
Details
VerfasserIn: Sohn-Rethel, Alfred
VerfasserInnenangabe: Alfred Sohn-Rethel
Jahr: 1972
Verlag: Frankfurt am Main, Suhrkamp
Systematik: GS.AT
Interessenkreis: Sammlung Duffek
Beschreibung: 1. Aufl. dieser rev. u. erg. Ausg., 260 S.
Sprache: Deutsch
Mediengruppe: Buch