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65 von 1773
Kultur als Zwischenwelt
eine evolutionsbiologische Perspektive
VerfasserIn: Eibl, Karl
Verfasserangabe: Karl Eibl
Jahr: 2009
Verlag: Frankfurt am Main, Suhrkamp
Mediengruppe: Buch
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Inhalt
Kein ernstzunehmender Anhänger der biologischen Perspektive wird die Bedeutung der Kultur für das menschliche Verhalten leugnen. Und kein ernstzunehmender Anhänger der kulturwissenschaftlichen Perspektive wird die Bedeutung der Evolution für das menschliche Verhalten leugnen. Aber beide neigen dazu, die Bedeutung der jeweils anderen Seite so schnell wie möglich zu bagatellisieren, um sich wieder ganz der eigenen Perspektive zuwenden zu können.Für Karl Eibl steht die menschliche Kulturfähigkeit nicht im Gegensatz zur biologischen Ausstattung, sondern er versteht sie als Produkt der biologischen Evolution. Erst die Vergegenständlichungsfunktion der Menschensprache ermöglicht es, auf Nichtanwesendes zu referieren: auf Vergangenes, Zukünftiges, Abwesendes oder gar bloß Erfundenes. Sie erlaubt es überdies, kohärente eigene Welten zu entwerfen: Zwischenwelten. Kulturen als Zwischenwelten sind relativ autonome, riesige Relaisanlagen, in denen die vielfältig sich wandelnde Umwelt des Menschen auf sein altes, in Jahrmillionen evolviertes Nervensystem eingestellt wird. Das Buch legt die wichtigsten biologischen Bedingungen und kulturellen Binnenmechanismen solcher Konstruktionen dar und macht dabei auch die biologischen Bedingungen hochkultureller Phänomene wie der Religion, der Philosophie und der Künste sichtbar. »In der Fähigkeit des Entkoppelns liegt das Spezifikum menschlicher Problembehandlung. Indem wir eine zweite Ebene in unseren Informationshaushalt einziehen, gewinnen wir die Möglichkeit, riesige Mengen an Informationen zu verwalten, ohne daß diese direkt auf unser Handeln Einfluß nehmen. Wir können vermerken, wo eine Information gilt, wann sie gilt, von wem sie stammt (und wie zuverlässig sie damit ist), wie häufig sie relevant ist, welche Informationen eventuell konkurrieren und so weiter. Jede Information kann sozusagen mit einem kleinen gelben Klebezettel versehen werden, der über die Bedingungen ihrer Gültigkeit informiert.« (Verlagstext)
 
/ AUS DEM INHALT: / / /
1 Unterscheidungen 9
Instinktreduktion oder Instinktüberfluß? 11
Soziobiologie und Evolutionäre Psychologie 15
Ultimat und proximat 18
Modulare oder allgemeine Intelligenz? 20
Tiersprache - Menschensprache 22
Umwelt und Umgebung 25
 
2 Alles nur Konstruktion! Nur? 27
"Mutterliebe ist ein Konstrukt" 28
Zwischenwelten 33
Technik und Kultur 37
Medien, Zwischenwelten, Semantik 42
 
3 Hiatus 46
Improvisation 47
Seitenblick zur Philosophie 54
Bewußtsein, Emotionen 57
 
4 Kulturelle Universalien, universelle Dispositionen.... 60
Universalien als ethnologisches Problem 60
Universalien als biologische Dispositionen 63
Das Beispiel Liebe 66
Das Beispiel Inzestvermeidung 73
 
5 Kooperation und Krieg 77
Der Natur-Kultur-Antagonismus 77
Von der Mutterliebe zum Gesellschaftsvertrag.
Dimensionen der >kin selection 80
Tötung des Artgenossen - tierisch 88
Tötung des Artgenossen - menschlich 92
 
6 Gibt es kulturelle Evolution? 98
Ältere Bioanalogien: Spezies und Organismus 100
Die aktuelle Bioanalogie: Gen/Mem 103
Handlungen. Und das Problem der Subkulturen 107
Die Nachahmung des Erfolgreichen 110
Darwin oder Lamarck.
Intention und Unfall als Evolutionsfaktoren 114
 
7 Biogene Aporien und Irrtümer 118
Zweierlei Wahrheiten, dreierlei Wahrheiten 119
Instrumentalismus 124
Induktionsinstinkt 128
Metaphern. Urmetaphern 132
Der Raum 135
 
8 Religionen, Weltansichten 141
Woher kommt die Ordnung? 141
Das Bezugsproblem: Die Differenz Umwelt/Umgebung . . . 145
Religion nach der Religion 150
Wissenschaftliche Weltansicht und die dogmatische Wende 154
 
9 Kunst und Unterhaltung 159
Attraktivität, gute Umwelt, gute Gene 159
Der Organisationsmodus und die Lust 164
Zweite Ernsthaftigkeit 169
 
10 Ein neues Menschenbild? 173
Philosophie, Neurophysiologie und Evolutionsbiologie.... 173
Das Ich 177
Die Stückwerk-Technik der Wissenschaft und
der Holismus des Alltagsdenkens 183
 
Anmerkungen 187
Erwähnte Literatur 202
Nachbemerkung 218
Details
VerfasserIn: Eibl, Karl
VerfasserInnenangabe: Karl Eibl
Jahr: 2009
Verlag: Frankfurt am Main, Suhrkamp
Systematik: NN.BA
ISBN: 978-3-518-26020-3
2. ISBN: 3-518-26020-0
Beschreibung: 1. Aufl., 218 S.
Mediengruppe: Buch