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Tagebuch eines halbwüchsigen Mädchens
(von 11 - 141/2 Jahren)
Verfasserangabe: herausgegeben von Hermine Hug-Hellmuth
Jahr: 1922
Verlag: Leipzig ; Wien, Internationaler Psychoanalytischer Verlag
Mediengruppe: Buch
nicht verfügbarnicht verfügbar
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Inhalt
Freud schrieb in einem Geleitbrief für die erste Auflage, 1915: "Das Tagebuch ist ein kleines Juwel. Wirklich, ich glaube, noch niemals hat man in solcher Klarheit und Wahrhaftigkeit in die Seelenregungen hineinblicken können, welche die Entwicklung des Mädchens unserer Gesellschafts-und Kulturstufe in den Jahren der Vorpubertät kennzeichen." 1919 erschien anonym das Tagebuch(s) eines halbwüchsigen Mädchens von 11-14,5 Jahren, das von Hug-Hellmuth heraus gegeben wurde. In der Öffentlichkeit breit diskutiert, wurde seine Authentizität jedoch unter anderem von Charlotte Bühler angezweifelt. Es wurde nachgewiesen, dass das Tagebuch auf den Aufzeichnungen der Hug-Hellmuth selbst beruhte; sie selbst räumte ihre Autorschaft jedoch niemals ein. Das Buch, erschienen im Internationalen Psychoanalytischen Verlag, war mit einer Gesamtauflage von 10.000 Exemplaren sehr erfolgreich. 1927 wurde es aus dem Buchhandel zurückgezogen.Hermine Hug-Hellmuth (* 31. August 1871 in Wien als Hermine Hug Edle von Hugenstein; † 9. September 1924 ebenda) war eine österreichische Wegbereiterin der Kinderpsychoanalyse. Als Leiterein der Erziehungsberatungsstelle in Wien setzte sie schon in den späten 10er und frühen 20er Jahren das Spielen im diagnostischen und therapeutischen Prozess ein; sie wurde von Sigmund Freud gefördert. Ihre Ermordung durch ihren Ziehsohn Rudolf erregte seinerzeit grosses Aufsehen, da der Mörder die Psychoanalyse als Motiv für sein Handeln angab.Kurz nach Vollendung ihrer Arbeit Neue Wege zum Verständnis der Jugend wurde Hermine Hug-Hellmuth von ihrem Neffen und Ziehsohn Rudolf erdrosselt, als dieser auf der Suche nach Geld in ihre Wohnung einbrach. Er wurde zu 12 Jahren Gefängnis verurteilt. Im Prozess sagte der Mörder aus, dass es einerseits um Geldforderungen, andererseits um die Beschäftigung der Hug-Hellmuth mit der Psychoanalyse gegangen sei. Die Mutter habe ihn in seiner Kindheit und Jugend analysiert. Nach seiner Entlassung versuchte er, als Opfer der Psychoanalyse von der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung eine Entschädigung zu erwirken.In der psychoanalytischen Szene führte der Mord zu großem Entsetzen. Da Hug-Hellmuth keine Ärztin war und damit als Laienanalytikerin galt, verwandten die Gegner der Laienanalyse den Mord als Argument für ihre Position.[2] Hermine Hug-Hellmuth geriet samt ihrer Arbeiten in Vergessenheit.Die Pionierarbeiten der Hermine Hug-Hellmuth auf dem Gebiet der Kinderanalyse beruhten vielfach auf ihren Untersuchungen an ihrem Neffen, den sie "prophilaktisch" analysierte, obwohl sie eine nahe Angehörige des Kindes war. Auch Melanie Klein, die sich später als eine der Gründungsfiguren der Kinderanalyse einen Ruf erwarb, analysierte ihre eigenen Kinder. Eine derartige Vermischung von Elternschaft und Therapeut/Therapeutin ist inzwischen ein undenkbares Vorgehen.
Details
VerfasserInnenangabe: herausgegeben von Hermine Hug-Hellmuth
Jahr: 1922
Verlag: Leipzig ; Wien, Internationaler Psychoanalytischer Verlag
Systematik: PI.HEK
Beschreibung: 3. Aufl., VIII, 189 Seiten
Beteiligte Personen: Hug-Hellmuth, Hermine von [Hrsg.]
Sprache: ger
Mediengruppe: Buch