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6 von 28
Der Atom-Staat
vom Fortschritt in die Unmenschlichkeit
VerfasserIn: Jungk, Robert
Verfasserangabe: Robert Jungk
Jahr: 1977
Verlag: München, Kindler
Mediengruppe: Buch
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Inhalt
Robert Jungk über sein neues Buch der »Der Atom-Staat«: (self-review on the spine)»Seit meiner Warnung vor einem Atom-Staat werden jetzt endlich auch die möglichen politischen Konsequenzen einer Fortsetzung des Baus von Kernkraftwerken diskutiert. Die Gefährlichkeit der neuen Anlagen zwingt Behörden und Industrie zu einem bisher unbekannten Grad der Absicherung.Schon bis jetzt wurden Grundrechte angetastet und bürgerliche Freiheiten mißachtet. Doch das ist erst der Beginn. Neue Methoden der Überprüfung und Überwachung, die bereits vorbereitet wurden, warten auf ihre Anwendung. Eine neue Tyrannei müßte die fast unvermeidliche Begleiterscheinung einer Hochleistungstechnik sein, deren Risiken dem unvollkommenen Menschen über den Kopf zu wachsen beginnen. Das schrecklichste ist der Alptraum Atomterror. Denn die zu erwartende gewaltige Zunahme des Spaltstoffs Plutonium vergrößert auch die Möglichkeit, daß dieses Material in falsche Hände gerät. Erpressungsaktionen würden möglich: Kleine Gruppen von Verbrechern oder Fanatikern könnten die Bevölkerung ganzer Städte zu Geiseln machen.Noch ist die Schwelle zum Plutonium-Zeitalter nicht überschritten. Noch ist es möglich auf dem Weg in die totale Anpassung haltzumachen. Der Widerstand vieler einzelner in fast allen Industrieländern zeigt, daß sich die Bürger den ungeheuren Gefährdungen, die auf sie zukommen, nicht länger wort- und tatenlos unterwerfen wollen.Das Buch hilft schildernd und deutend diese Auseinandersetzung um eine der bedeutsamsten Zukunftsentscheidungen der Menschheit vertiefen. Es bemüht sich um jene Erhellung der gesellschaftlichen Folgen wissenschaftlich-technischen Fortschritts, die von den Politikern bisher vernachlässigt wurden.«"Robert Jungk hat den Begriff „Der Atomstaat“ erstmals bei einer Kundgebung gegen das deutsche Atomkraftwerk Brokdorf am 19. 2. 1977 verwendet. Die Stimmung bei der Demonstration war ziemlich aufgebracht, es gab ein riesiges Polizeiaufgebot und brutale Gewaltanwendung gegen Demonstranten – gesprochen wurde von der „Schlacht um Brokdorf“. Offensichtlich wollte man ein Exempel statuieren, um vor weiteren Kundgebungen abzuschrecken. Erfreulicherweise gab es keinen Toten, wie kurz davor bei einer Demonstration gegen den Schnellen Brüter im französischen Malville, die Stimmung muss aber auch hier – so Jungk – bedrohlich gewesen sein.Er habe den Begriff „Atomstaat“ nicht am Schreibtisch vorbereitet, sondern dieser sei „wie eine plötzliche Eingebung“ in seinem Kopf während der Rede aufgetaucht, schreibt Jungk in seinen Memoiren (Trotzdem, 1994, S. 463). Dass Rudolf Augstein den Begriff im deutschen Politmagazin „Der Spiegel“ aufgriff, machte diesen bekannt. Dazu passte, so Jungk weiter, dass nur wenige Tage nach der Demonstration nahe Brokdorf die „Affäre Traube“ bekannt wurde. Dr. Klaus Traube, Wissenschaftler und Manager der Firma Interatom, die für den deutschen „Schnellen Brüter“ in Kalkar verantwortlich zeichnete, war monatelang in Komplizenschaft mit den Behörden aufgrund eines völlig falschen Verdachts abgehört und bespitzelt worden. Klaus Traube, der ja auch in dieser Vorlesungsreihe zu Gast war, wurde zu einem entschiedenen Gegner der Atomenergie.Das noch im selben Jahr erschienene Buch, das über die Strahlungsrisiken der Atomenergienutzung hinaus, die demokratiepolitischen Gefahren dieser Hochrisikotechnologie thematisierte, bekam dann eben den Titel „Der Atomstaat“. Jungk beschreibt darin in einzelnen Kapiteln unterschiedliche Aspekte und Betroffenengruppen der Atomenergienutzung." Aus "Eine Einführung in das Buch von HANS HOLZINGER" jungk-bibliothek.at
Details
VerfasserIn: Jungk, Robert
VerfasserInnenangabe: Robert Jungk
Jahr: 1977
Verlag: München, Kindler
Systematik: GS.BP
ISBN: 3-463-00704-5
Beschreibung: 3. durchges. Aufl., XVIII, 243 S.
Sprache: ger
Fußnote: Literaturverz. S. 213 - 220
Mediengruppe: Buch