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Die Wodaks
Exil und Rückkehr : eine Doppelbiografie ; jüdische Linke - Wissenschaft und Politik im englischen Exil - Diplomatie für Österreich
VerfasserIn: Kuschey, Bernhard
Verfasserangabe: Bernhard Kuschey. Mit einem Vorw. von Heinz Fischer
Jahr: 2008
Verlag: Wien, Braumüller
Mediengruppe: Buch
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Inhalt
Die Doppelbiografie des Botschafterehepaares Erna und Walter Wodak ist die Vertreibungs-, Exil- und Rückkehrgeschichte eines Familienverbandes, die ein spezifisches Bild auf das Wien der Zwischen- und Nachkriegszeit wirft. Die große Koalition der Nachkriegszeit besetzte die Botschaften in den späteren Signatarmächten des Staatsvertrages symptomatisch: Zu Botschaftern ernannt wurden anständig gebliebene Konservative, denen Widerständler als zentrale Sekretäre beigestellt wurden. Beides war nicht leicht zu finden! Vor diesem Hintergrund begann Walter Wodaks diplomatische Karriere zunächst in London. Erna Wodak wirkte als Diplomatenfrau und gab ihre Karriere als Chemikerin auf. In London wurde 1950 ihre einzige Tochter Ruth Wodak geboren.Als Diplomaten wurden die Wodaks vor allem im „realsozialistischen“ Osten eingesetzt: rund um die Ungarnkrise 1956 in Belgrad und während des Einmarsches in die CSSR 1968 als Botschafter in Moskau. An beiden Posten unterstützten sie Dissidenten. 1974 starb Walter Wodak als Generalsekretär des Außenministeriums. Nach dem Tod ihres Mannes nahm Erna Wodak ihre naturwissenschaftlichen Tätigkeiten, unter anderem in Zusammenarbeit mit dem Weizmann-Institut in Israel, wieder auf.Walter Wodak (1908–1974), Sohn aus gläubiger jüdischer Handwerkerfamilie in Wien-Leopoldstadt, akkulturierte sich in sozialdemokratischen Organisationen an einen linken internationalen Sozialismus. Er durchlitt die großen Konflikte der Ersten Republik, studierte Rechtswissenschaft und arbeitete an der so genannten Marienthal-Studie mit. Nach den Februarereignissen 1934 wechselte er zur illegal gewordenen KPÖ, gründete eine Familie und versuchte, dem drohenden Anschluss Widerstand entgegenzusetzen.Erna Mandel (1916–2003) war als Tochter des Favoritner Rabbiners in großem Ausmaß dem Wiener Antisemitismus ausgesetzt. Mit dem tragischen Tod des Vaters entfernte sie sich von der jüdischen Tradition und begann das Studium der Chemie. Nach dem Anschluss musste sie ihr Wiener Studium abbrechen und exilierte nach England, wo sie 1939 einen Studienplatz für Flüchtlinge in Liverpool fand. Erst dort lernte sie Walter Wodak kennen.Mit dem Hitler-Stalin-Pakt 1940 kehrte Walter Wodak der KPÖ den Rücken und in österreichische sozialistische Exilorganisationen zurück. Als britischer Soldat betrieb er 1941 unter anderem mit Marie Jahoda und Stefan Wirlandner über das sozialistische „Radio Rotes Wien“ verdeckte Radiopropaganda nach Österreich. Erna Mandel ging nach erfolgtem Studienabschluss in die Forschung und arbeitete mit Chaim Weizmann, Engelbert Broda und anderen prominenten Naturwissenschaftern. 1944 heirateten Walter Wodak und Erna Mandel in England. Wodak kehrte im Britischen Element der Alliierten Kommission in das von ihm sehr geliebte Wien zurück, wo er sich als engagierter Diplomat den Interessen Österreichs widmete. Seine Frau konnte den Antisemitismus der Österreicher nie vergessen. Sie traute dem Frieden der postfaschistischen „Gemütlichkeit“ nicht und fühlte sich in Wien nie mehr wirklich heimisch.(Verlagstext)
Details
VerfasserIn: Kuschey, Bernhard
VerfasserInnenangabe: Bernhard Kuschey. Mit einem Vorw. von Heinz Fischer
Jahr: 2008
Verlag: Wien, Braumüller
Systematik: GE.HWO
ISBN: 978-3-7003-1649-7
Beschreibung: 384 S. : Ill.
Beteiligte Personen: Fischer, Heinz
Mediengruppe: Buch