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3 von 694
Endlich im Endlichen
oder: warum die Rettung der Welt Ironie und Großzügigkeit erfordert
VerfasserIn: Luks, Fred
Verfasserangabe: Fred Luks
Jahr: 2010
Verlag: Marburg, Metropolis-Verl.
Mediengruppe: Buch
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Inhalt
 
Verlagstext:
Eine Welt, in der es sich auf Dauer gut leben lässt, kann nicht durch Effizienz entstehen - denn das Rennen zwischen Knappheit und Wachstum kennt keine Ziellinie. Jeder auf Unendlichkeit angelegte Prozess muss jedoch, wenn er eine materiell-energetische Dimension hat, in einer endlichen Welt an Grenzen stoßen. Deren Überschreitung hat üble ökologische, ökonomische und soziale Folgen. Das Wettrennen hat aber auch auf individueller Ebene keine Ziellinie. Man kann seine Zeit also wesentlich sinnvoller nutzen als für die vergebliche Mühe, möglichst effizient zu wirtschaften und zu leben. Die Welt ist voller Möglichkeiten, ironisch und großzügig zu ihrer Rettung und Verbesserung beizutragen. Damit kann man hier und heute anfangen.Die Lage scheint klar: Die Übernutzung der Natur gefährdet das Überleben der Menschheit. Das Problem ist nur: Über die „Rettung der Welt“ (oder ihre Zerstörung) wird vor allem ökonomisch, kulturell und politisch entschieden, nicht naturwissenschaftlich. Ob und vor was die Welt gerettet werden soll, ist auch Interpretationssache. Das wird in Debatten über „Zukunftsfähigkeit“ und „nachhaltige Entwicklung“ oft übersehen. Vor diesem Hintergrund lässt sich das Buch auf viele Themen ein: Wachstum, Innovation, Glaubwürdigkeit, Effizienz, Glück, Knappheit, Partizipation, Gender, Klima, Humor, Ressourcen, Entschleunigung, Politik, Kunst, Nachhaltigkeitsforschung, unternehmerische Verantwortung, Rituale, Sprache, Verschwendung, Lebensstile, Reziprozität.
Der Text nimmt die „Nachhaltigkeit“ in ihrer Allzuständigkeit also beim Wort. Ergebnis: Die fehlende Trennschärfe dieses Begriffs und die Kontingenz des Wissens über die Welt legen einen ironischen Zugang nahe. Um in Auseinandersetzungen über gesellschaftliche Entwicklungen überhaupt sinnvoll Position beziehen zu können, ist Ironie unerlässlich: Nur ironisch lässt sich das Wissen um Kontingenz mit Meinung und Engagement verbinden. Mit dieser Einstellung kann man die „Rettung der Welt“ in neuem Licht sehen und Autoren befragen, deren Beiträge die Debatte über nachhaltige Entwicklungen neu befeuern können. Zum Beispiel: Agamben, Bataille, Freud, Heilbroner, Jullien, Keynes, Lennon/McCartney, Luhmann, Mauss, Rorty, Sahlins, Schumpeter, Sombart, Veblen. Mit Hilfe dieser Denker lässt sich Einiges wegräumen. Was dann in Sicht gerät, ist Vieles - und nicht zuletzt dieses: Der naive Glaube an Effizienz ist ein wesentliches Hindernis auf der Suche nach menschen- und umweltgerechten Entwicklungen.
Die „Rettung der Welt“ erfordert deshalb in dreifacher Weise Großzügigkeit: als Überwindung von Effizienzverbissenheit, als Zulassen von Verschwendung und als Ächtung von Geiz. Großzügigkeit erweist sich als Kardinaltugend, und zwar sowohl im Hinblick auf den Umgang mit der Natur als auch im gesellschaftlichen Miteinander. Der moderne Wettlauf zwischen Knappheit und Wachstum, zwischen Mangelerfahrung und Expansion, kennt keine Ziellinie - und das führt in einer endlichen Welt zu Zerstörung. Diese Situation verlangt eine Auseinandersetzung mit der eigenen Endlichkeit, die das Rennen zwischen Mangel und Mehr wesentlich antreibt: Eine Gesellschaft, die in einer endlichen Welt gegenwarts- und zukunftsfähig sein will, muss endlich im Endlichen ankommen.
 
/ AUS DEM INHALT: / / / 1 Die Rettung der Welt vor sich selbst? 15
Relax! 15
Problematische Problematiken 18
Warum? 23
Am Anfang vom Ende? 28
Es wird Tote geben 31
Böse Nachhaltigkeit 33
Gerechtigkeit und Ökologie 35
Ökonomie und Ökonomik 38
Die Grenzen der Entkopplung 41
Nachhaltige Entwicklungen suchen 46
2 Die Befreiung des Denkens durch Ironie 49
Relativ wichtig: Historizität und Kontext 50
Wollen wir weitverbreiteten Wahrheitsansprüchen,
Wertfreiheitspostulaten, Wachstumsbekenntnissen
widersprechen? Wohlan! Wagen wir's! Weltrettend 54
Nachhaltigkeitsforsch! Kulturen des Redens über Weltrettung 59
Kontingenzironie und die Hoffnung auf eine bessere Welt 64
Strategieironie und der Umgang mit Kleinteiligkeit und
Größenwahn 66
"2° Celsius" oder: Epistemologische Ironie 68
Ironisch aufgeklärter Eurozentrismus:
Das "Vorbild-Argument" 70
3 Großzügigkeit und Gesellschaft 73
Knappheit! Die ökonomische Konstruktion der Wirklichkeit 75
Die Rettung der Welt (nur) durch Effizienz kann und wird
nicht gelingen! Die Knappheits-Wachstums-Endlosschleife 82
Vorsicht! Effizienz und Resilienz 85
Fülle statt Knappheit 91
Wirtschaftliche Kontingenz statt Selbst-Verständlichkeiten:
Was die (Post-)Moderne von der Steinzeit lernen kann 94
Permanente Revolution: Die Beschleunigung
der Multioptionsgesellschaft und ihre Folgen 97
Jetzt neu (oder auch nicht): CSR, LoHaS, CCS 101
Psychologie der Weltrettung: Wachstum und Unendlichkeit 106
Die Richtung des Denkens wechseln:
Wenn der Weg das Ziel ist 108
Großzügigkeit gegenüber dem Möglichen: Über Exnovation,
Nicht-Tun und nachhaltige Zeitver(sch)wendung 112
Für Zeit zum Nachdenken: Gegen Weltrettungshektik 117
Die fundamentale Relativität des Konsums und die
verbreitete Abneigung gegen Instabilität: Über Glück 120
Zwischen Selbstmord und Selbstverwirklichung:
Über Lebenseffizienz 125
Hinterm Horizont geht's weiter:
Das nicht zu unterschätzende Verlangen nach Verlangen 128
4 Verschwendet! Theorie und Empirie der Anti-Ökonomie 133
Gabe und Reziprozität 135
Gibt's Geschenke? Grenzen glaubwürdiger globaler
GroßzügigkeitGenerelle Gedanken, gleichsam gleichgültig
gegenüber Gegenpositionen, gemeinplatzartig genießbar
Glasklar: Geiz gehört geächtet 139
So eine Verschwendung!
Ineffiziente Mittelverwendung und irrationale Ziele 144
Abgrenzung, Ausgrenzung, Ausnahmezustand:
Anschluss an Agamben 152
Effizienzverbissenheit macht krank und dumm:
Gesundheit und Bildung im Zeichen der Knappheit 155
272 Fred Luks - Endlich im Endlichen
Evaluation: Effizienzsteigerung oder Verschwendungsritual? 159
"Vergeudung hat Vorfahrt": Individualverkehr, Formel 1
und die rasante Verschwendung von Steuergeldern 160
Souveräne Nachhaltigkeit?
Kein (gutes) Leben ohne Verschwendung 166
Anti-Ökonomie als Makroökonomik der Nachhaltigkeit 170
Geiz und Akkumulation - Sparen mit Max Weber 173
Liebe, Sex und Wirtschaft:
Werner Sombarts Beitrag zu einer Luxus-Theorie 175
Veblen! Aufmerksamkeit, bitte! 177
Deconstructing Braungart/Lotter: Warum die Natur
der Verschwendung eine Frage der Kultur ist 182
Der Tod, die Nicht-Nachhaltigkeit, das Opfer 185
EXKURS Über die Leere schreibenDie Leere überschreiben?
Über das Verfassen und das Lesen von Weltrettungsliteratur 189
5 Knappheit, Kapitalismus, Kontingenz 195
Eine andere Welt ist möglich! Wirklich? Über Neoliberalismus,
Sozialismus, Aufmerksamkeitsökonomismus 198
Innovation ohne Expansion:
Die next society als Post-Wachstums-Gesellschaft 208
Überflüssig?! Von den Reichen und den Armen
und den nicht sehr Reichen und den ganz Armen 215
Akzeptable, attraktive Alternativen auf Augenhöhe anvisieren:
Bessere Bedingungen brauchen Biss, bitte! Keynes' Enkel vor
dem Nervenzusammenbruch? 224
Über/Maß: "Das stolzeste Tempelhaus schönen Menschenthums"
wird wohl weiterhin wenig wahrscheinlich wirken 230
Fröhliche Wissenschaft statt Dismal Science!
Das Ende der Wirtschaftstheorie, wie wir sie kennen 242
Verschwenderische Ironie / Ironische Verschwendung?
Paradoxien der Weltrettung durch nachhaltige Entwicklung 248
Nach der Nachhaltigkeit? Nachhaltigkeit drei Punkt null 258
Na und? Das Unschätzbare schätzen und gut leben
Lesen Sie bitte diesen letzten Abschnitt! 261
 
 
Details
VerfasserIn: Luks, Fred
VerfasserInnenangabe: Fred Luks
Jahr: 2010
Verlag: Marburg, Metropolis-Verl.
Systematik: GW.AV, GS.BP
ISBN: 978-3-89518-796-4
2. ISBN: 3-89518-796-8
Beschreibung: 3., durchges. Aufl., 272 S.
Mediengruppe: Buch