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60 von 75
Der Nationalsozialismus und die Antike
VerfasserIn: Chapoutot, Johann
Verfasserangabe: Johann Chapoutot. Aus dem Franz. von Walther Fekl
Jahr: 2014
Verlag: Darmstadt, von Zabern
Mediengruppe: Buch
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 Vorbestellen Zweigstelle: 07., Urban-Loritz-Pl. 2a Standorte: GE.SX Chap / College 2d - Geschichte Status: Entliehen Frist: 07.07.2022 Vorbestellungen: 0
Inhalt
»Wir haben keine Vergangenheit«, räsonierte Hitler über die verzweifelten Versuche der SS-Archäologen, die in den Wäldern Germaniens nach den Vorfahren der Deutschen gruben und lediglich Scherben zu Tage förderten. Die Vergangenheit einer Rasse, so Hitler, auf welche die Deutschen stolz sein könnten, befand sich deshalb in Griechenland und in Rom. Die Inszenierung dieser erlogenen Abstammung breitete sich folgerichtig im öffentlichen Raum aus: in der neo-römischen Architektur, in der neo-griechischen Nacktheit in Kunst und Sport, in den Feldzeichen und Standarten der Aufmärsche oder in der antikisierenden, pathetischen Ästhetik der Parteitage. Was eignete sich besser als Sparta, um einen neuen Menschen zu schaffen? Welches Beispiel konnte besser sein als Rom, um ein Imperium, ein Weltreich aufzubauen? Die bahnbrechende Darstellung von Johann Chapoutot belegt akribisch anhand zahlreicher Beispiele die totalitäre Instrumentalisierung der Antike für ein verbrecherisches Weltbild. (Verlagstext)
 
 
 
 
 
 
/ AUS DEM INHALT: / / /
 
Inhalt
Vorwort 11
Einleitung 15
Erster Teil
Die Annexion der Antike 29
I Der Ursprungsdiskurs: Ex septentrione lux 31
Deutsche Identität und autochthoner Ursprung 32
Arische Migration und Schwierigkeiten eines Mythos 34
An den Quellen des Indogermanentums: der Nordismus
eines Hans Günther 37
Die nordistische Elementar-Doktrin der NSDAP 40
Der Arier als "Prometheus der Menschheit" 42
Ein blonder Konfuzius mit blauen Augen oder:
Nichts Großes geschieht ohne die Arier 44
Hegel umgepolt oder: Die große Nord-Süd-Wanderung 45
Ein Mythos zu viel: Atlantis und die Atlantis-Hypothese 48
Unsere Vorfahren, die Arier: Der Ursprungsdiskurs in der Schule 50
Die Erfindung eines indogermanischen Erbes 53
Königin Europa 55
Ahnenforschung und Ursprungsdiskurs:
Erträumte Phylogenese 58
Schlussbetrachtung 61
II Ein nordischer Mittelmeerraum: Griechenland, Rom und
der Norden - Familienbande 63
Zwischen Ostsee und Mittelmeer: Rassenkunde der Griechen
und Römer 64
Blonde Haare in der Antike: Irrungen und Wirrungen
der Langschädel im Mittelmeerraum 67
Apoll und Dionysos: Zusammenstoß zweier Rassen 71
Der römische Colluvies: Nordischer Stamm und
allochthone Schichten 73
Athen, Rom, Berlin: Die Translatio studiorum et imperii
aus Sicht der NSDAP 75
Sonne, Krug und Parthenon: Klimatheorie versus zurückgebliebenes
Germanentum 78
Liebe zur Antike contra Germanentümelei: Hitler und die SS 81
"Wozu die ganze Welt ständig daran erinnern, dass wir keine
Vergangenheit haben?" Ein kultureller Minderwertigkeitskomplex
gegenüber dem Rom Mussolinis 85
Überwindung der Antike-Feindschaft? Die Einrichtung
einer Abteilung für Klassische Altertumswissenschaft im
Ahnenerbe der SS 89
Deutschland geht in die Schule der neuen Geschichte:
Schulungshefte der SS und Schulbücher 95
Indogermanentum und Universität 98
Isar-Athen oder: Die Panathenäischen Feste von München -
Die Tage der Deutschen Kunst 100
Symbolische und territoriale Annexion: Der Blitzkrieg von 1941 oder:
Die vierte indogermanische Invasion Griechenlands 104
Schlussbetrachtung 108
III Mens sana: Altertum, humanistische Studien und
Deutsche Jugend 111
Historia magistra vitae: Hitler und die Geschichte 112
Die literarischen Fächer und den Geschichtsunterricht retten:
Eine notwendige Reform der humanistischen Fächer 117
Manifeste für einen neuen Humanismus: Ganzheitlichkeit
und Politischer Mensch 118
Der Nationalsozialismus ist ein Humanismus 122
Vom gespaltenen zum vollen Menschen: Das Paradigma der
griechischen paideia 126
Ärete, aristoi, Führer: Die Ausbildung von Soldaten und Führern 129
Plädoyer für die Alte Geschichte 131
Attisch und runisch: Die Synthese indogermanischen Menschentums 134
Versionen und Aversionen oder: Der Streit um den Lateinunterricht 137
Die Tugenden der alten Römer und das neue Deutschland:
Der Lateinunterricht oder: Was uns das Lateinische lehrt 140
Horaz als Kampfschriftsteller 143
Denkschriften für eine Reform 144
Die Lehrpläne von 1938 und der altsprachliche Unterricht 147
Von der deutschen Griechenlandbegeisterung zur
germanisch-griechischen Rassenverwandtschaft 148
Martin Heidegger und die Rückbesinnung auf das
griechische Seinsdenken 154
Inszenierte, unechte Beziehung zum Griechentum 158
Schlussbetrachtung 160
Zweiter Teil:
Die Nachahmung der Antike 165
I Das Corpus sanum des neuen Menschen - Vom Stein zum
Fleisch: Ästhetik und Eugenik des arischen Körpers 167
Die Faszination der Deutschen für den griechischen Körper 168
Die Spiele von Berlin: Nationalsozialistische Olympiade,
deutsches Olympia 170
Spiele in griechisch-römischen Gewändern: Die große Inszenierung
der hellenisch-germanischen Verwandtschaft 176
Der Staffel-Lauf der olympischen Flamme als Metapher für die
Verbindung zwischen Hellenen- und Germanentum 179
Griechische paideia und deutsche Erziehung:
Der volle Mensch 182
Der erhabene Rasse-Körper und seine Antithese 185
Die Wiedererweckung des antiken Kanons 188
Von griechischen agon zum deutschen Sport 191
Vom Sport zum Krieg 196
Die Erotik des nationalsozialistisch-antiken Akts 197
Eine gesunde Kunst für gesunde Köper: Kunst als Matrix
und Ansteckung 199
Schlussbetrachtung 204
II Rassistischer Staat und ganzheitliche Gesellschaft: Piaton als
Philosophen-Herrscher oder: Das "Dritte Reich" als zweites Sparta 206
Der Meisterdenker: Piaton als nordischer Held und Herold
nordischen Menschentums 207
Rassismus und Anti-Egalitarismus: Piaton als Vorläufer des Führers 211
Chorisches Theater und griechische Amphitheater:
Die Darstellung einer ganzheitlichen Volksgemeinschaft 217
Aristoteles im Fegefeuer 218
Die Stoa oder: Der Anti-Platonismus 219
Der Philosoph von der traurigen Gestalt: Sokrates als Silen,
Metöke und Verfallserscheinung 224
Mythos Sparta - von der Antike zum "Dritten Reich" 227
Der Sparta-Kult zwischen Totalitarismus und Neugründung
des Abendlands 229
Die Erziehung in Sparta: Agoge des neuen Menschen 231
Ganzheitlichkeit, Sozialismus, Eugenik 233
Schlussbetrachtung 238
III Vom Imperium zum Reich: Lehren aus römischer Hegemonie
und antiker Kolonisierung 241
Rom als Vorbild für Souveränität und germanische
Aristokratie 242
Die Wehrmacht in den Fußstapfen der römischen Legionen 244
Reichsautobahnen und Viae romanae:
Die Errichtung eines Reichs 248
Reichsgedanke und imperiale Architektur:
Staatsarchitektur als Kulturdenkmal und Machtattribut 252
Hybris - Stein gewordene Megalomanie 258
Rom als Vorbild und Herausforderung 260
Größer als das Kolosseum 262
Germania als Nova Roma: Ein steinernes Manifest 263
Römisches und mythologisches Zitat 267
Gigantomanie und Hieratik der Antike oder: Von Nürnberg nach
Paris - Das Bild des neuen Deutschlands 270
Die Führerpersönlichkeit in der Antike 274
Altertum und Personenkult: Geschichte, Vorsehung und
individualistisches Postulat 277
Ein österreichischer Autodidakt und seine Liebe zur Antike 280
Die Errichtung eines Reichs durch Kolonisierung:
Landhungrige nordische Bauern des Altertums auf der Suche
nach einem Lebensraum 285
Ver sacrum, Helotisierung und Wehrbauerntum:
Der Antike-Bezug in der Vorstellungswelt der
Ost-Kolonisation 290
Wehrbauern und Sklaven: Sparta als Kolonisationsmodell 291
Schlussbetrachtung 294
Dritter Teil:
Nachhall der Antike 297
I Geschichte als Rassenkampf:
Der Gegensatz Orient/Okzident in der Antike299
Die Geschichte als Schauplatz von Rassenkämpfen 299
Festung Europa: Von den Katalaunischen Feldern (451) bis Stalingrad 302
Delenda est Carthago, delenda est Hierosolyma 305
Der ewige Kampf zwischen Orient und Okzident in Unterricht
und weltanschaulicher Schulung 308
Die Judenfrage im Altertum: Weltreich und Weltjudentum oder:
Die Geburt der jüdischen Internationale 310
Diaspora und Assimilation der Juden in der Antike 313
Der Jude Paulus und die Subversion des Reichs 317
Christlicher Obskurantismus contra antike Klarheit 321
Das Christentum, eine Form des "Bolschewismus in metaphysischer
Verbrämung" 325
Von Rom zum Reich: Jüdisches Christentum,
jüdischer Bolschewismus und christlicher Bolschewismus 328
Schlussbetrachtung 333
II Volkstod, Rasseselbstmord: Vom Sterben der Kulturen 336
Geburtenrückgang: Die Demographie bei Griechen und Römern 336
Bevölkerungsrückgang: Selbstzerfleischung und Blutverlust 338
In Tiberim defluxit Orontes: Römische Dekadenz 341
Die Entnordung des römischen Volks 344
Warnung an Deutschland 348
Demokratie als rassische Bastardisierung 352
Alexander und die Epoche des Hellenismus:
Der große rassische Mahlstrom 357
Die Prophezeiung der Apokalypse: Lehren aus dem Untergang
der alten Kulturen 361
Schlussbetrachtung 365
III Choreographie des Untergangs: Ästhetizismus, Nihilismus
und Katastrophenszenario 367
Abgang: Schrecken und Mitleid 368
Rienzi: Tod eines romantischen Helden in den Flammen Roms 370
Spuren hinterlassen - wichtiger als aufbauen 373
Die Ruine als Programm: Die Theorie der Ruinenwerte 376
Durch seinen Tod unsterblich werden: Das Stehen und Kämpfen
der Nationalsozialisten 379
Durchhalten oder: Spartanisches Heldentum von den Thermopylen
bis Stalingrad 383
Hannibal ante portas: Der Endsieg der Römer im Kampf
mit Karthago 386
Qualis artifex pereo oder: Die Zerstörung Karthagos 392
Schlussbetrachtung 399
Allgemeine Schlussbetrachtung 401
Anmerkungen 407
Bibliographie 469
Literatur 469
Quellen 472
Bundesarchiv Berlin-Lichterfelde (BABL) 490
Namensregister 494
 
 
 
 
 
Details
VerfasserIn: Chapoutot, Johann
VerfasserInnenangabe: Johann Chapoutot. Aus dem Franz. von Walther Fekl
Jahr: 2014
Verlag: Darmstadt, von Zabern
Systematik: GE.SX
ISBN: 978-3-8053-4768-6
2. ISBN: 3-8053-4768-5
Beschreibung: 500 S. : Ill.
Beteiligte Personen: Fekl, Walther
Originaltitel: Le national-socialisme et l'Antiquité <dt.>
Fußnote: Teilw. zugl.: Paris, Univ., Diss., 2006
Mediengruppe: Buch