X
  GO
Ihre Mediensuche
Suche
Zweigstelle
Medienart


35 von 49
Freuds Religionskritik und der "Spiritual Turn"
ein Dialog zwischen Philosophie und Psychoanalyse
Verfasserangabe: Eckhard Frick ; Andreas Hamburger (Hrsg.)
Jahr: 2014
Verlag: Stuttgart, Kohlhammer
Mediengruppe: Buch
verfügbar (wo?)verfügbar (wo?)
Exemplare
 ZweigstelleStandorteStatusFristVorbestellungen
 Vorbestellen Zweigstelle: 07., Urban-Loritz-Pl. 2a Standorte: PR.AI Freu / College 3g - Religionen, Esoterik Status: Verfügbar Frist: Vorbestellungen: 0
Inhalt
Sigmund Freuds 1927 erschienene "Zukunft einer Illusion" und die kurz darauf verfasste Erwiderung des reformierten Pfarrers und Psychoanalytikers Oskar Pfister (?Die Illusion einer Zukunft?) eröffnen einen spannungsreichen Dialog zwischen dem Denken, der Praxis, den verschiedenen Schulen und Institutionen der Psychoanalyse einerseits und Theologie, Philosophie und Religionsgemeinschaften andererseits. Der aktuelle ?Spiritual Turn? zeichnet sich durch die Hinwendung zu vielgestaltigen spirituellen Suchbewegungen des religiösen Subjekts aus, sowohl innerhalb religiöser Institutionen als auch unabhängig von diesen. Dieser "Spiritual Turn" löst eine Demokratisierung der Spiritualität, aber auch der klassischen psychoanalytischen Religionskritik und ihres Dialogs mit ihren Gesprächspartnern aus.
 
Die Herausgeber erkennen aktuell eine Tendenz zu einem "Spiritual Turn", wie sie es nennen; dieser zeichne sich durch die Hinwendung zu vielgestaltigen spirituellen Suchbewegungen des religiösen Subjekts aus, sowohl innerhalb religiöser Institutionen als auch unabhängig von diesen. Dieser "Spiritual Turn" löse einerseits eine "Demokratisierung"von Spiritualität, zudem Reflexionsbedarf bei der klassischen psychoanalytischen Religionskritik aus.
 
Vielleicht stellt die zunehmende Beschäftigung der Psychoanalyse mit Grenzerfahrungen (dem unausweichlichen Leiden, dem Altern und Sterben) mehr noch einen innerbetrieblichen Turn, die aufkommende Ahnung einer (narzisstischen?) Kränkung der Psychoanalyse an sich dar, die diese Grunddispositionen zwar betrachten, deuten und in Teilbereichen beim einzelnen lindern, aber eben nicht abzustellen vermag? Psychoanalyse heißt Auf-Lösen; die definite Lösung, nämlich die Antwort auf die Frage, was Sinn, Zweck und Ziel des Lebens sei, ein Er-Lösungsversprechen, vermag sie nicht zu geben.
 
Insofern dürfte das vermehrte Thematisieren von Spiritualität, von Tod und Endlichkeit innerhalb der Psychoanalyse selbst nicht zuletzt auch einem kollektiv-unbewußten und drängender werdenden Begehren des eigenen Berufsstandes geschuldet sein: diese Gedanke kommt auf, wenn man bedenkt, wie demografiebedingt in Deutschland die Überalterung der Psychoanalyse und ihrer Vertreter voranschreitet. Wer in seinen besten Jahren nicht wirklich bearbeitete eigene narzisstische Anteile mit Therapieerfolgen, Vorträgen und Buchpublikationen befriedigen und seine Todesfurcht damit im Zaum halten konnte, dem mag eines Tages beim Anblick seiner dann "leeren Couch" das Verzagen ankommen; gewiss dann, wenn der "Sitz im Leben" nicht über die kontinuierliche Selbstanalyse, die ihren Niederschlag in einem still sich vollziehenden Reifungsprozess finden wird, erarbeitet wurde?
 
 
 
 
 
 
/ AUS DEM INHALT: / / /
 
 
 
Statt eines Vorwortes: Die Herausgeber im Dialog 7
Die Illusion einer Zukunft 17
Wohin dreht der "Spiritual Turn"? 19
Eckhard Frick
Wie schwer das Leben ohne Boden ist 34
Andreas Hamburger
Subjekt 51
Selbst und Transzendenz - Überlegungen zur Stellung des
Subjektes bei C. G. Jung im Kontext des "Spiritual Turn" 53
Roman Lesmeister
Die Religionskritik Freuds 64
Godehard Brüntrup
Die Offenheit nach oben 75
Ein Dialog zwischen Godehard Brüntrup und
Roman Lesmeister
Postmoderne 79
Identität und Kontingenz. Psychoanalytische Überlegungen
zur Konstitution des nachreligiäsen Subjekts in der
Flüchtigen Moderne 81
Gerhard Schneider
Das (postmoderne) Subjekt ideologischer Anrufung nach Lacan.
Philosophische Überlegungen zum Kontext spiritueller
Suchbewegungen 97
Dominik Finkeide
Die Schwebe als sicherer Ort? 112
Ein Podiumsdialog zwischen Gerhard Schneider und
Dominik Finkeide
Religionskritik und Religionsersatz 117
Zwangsneurose oder Fortschritt in der Geistigkeit.
Zu Freuds Religionskritik 119
fan Assmann
Die Grenze zwischen Lebenden und Toten.
Zur Vorgeschichte der Aufstellungspraxis im Medium
der Literatur 135
Aleida Assmann
Freud und die Geister 151
Ein Dialog mit Aleida und fan Assmann
Transformation 157
Wer glaubt, wird vielleicht nicht selig, aber klug.
Von Hume bis Freud: Die religiöse Praxis als Glaubenstrost
mit dem hohen Preis geistiger Selbstbeschränkung 159
Brigitte Boothe
Religionskritik im Licht von Habermas' Spätphilosophie - eine
sozialphilosophische Analyse 175
Michael Reder
Sprechen und Glaubenkönnen 189
Ein Dialog zwischen Brigitte Boothe und Michael Reder
Sachwortregister 195
Personenregister 198
 
 
 
 
 
Details
VerfasserInnenangabe: Eckhard Frick ; Andreas Hamburger (Hrsg.)
Jahr: 2014
Verlag: Stuttgart, Kohlhammer
Systematik: PR.AI
ISBN: 978-3-17-023065-1
2. ISBN: 3-17-023065-4
Beschreibung: 1. Aufl., 199 S. . graph. Darst.
Beteiligte Personen: Frick, Eckhard; Hamburger, Andreas
Fußnote: Literaturangaben
Mediengruppe: Buch