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Die Ordnung der Familie
VerfasserIn: Donzelot, Jacques
Verfasserangabe: Jacques Donzelot. Übers. von Ulrich Raulff. Mit e. Nachw. von Gilles Deleuze
Jahr: 1980
Verlag: Frankfurt am Main, Suhrkamp
Mediengruppe: Buch
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Inhalt
La police des familles. - Unter dem Ancien Regime konnte die Familie noch als natürlicher Agent der bestehenden Ordnung gelten. Der Staat garantierte die Macht des Vaters und Familienoberhauptes - im äußersten Falle durch den Erlaß der berüchtigten lettres de cachet -, und dieser schuldete ihm dafür die Gewähr für das Wohlverhalten der Familienmitglieder. Aber um die Mitte des 18. Jahrhunderts geht dieses Gleichgewicht zu Bruch. Als Reichtum und Macht zu einer Sache der Produktion werden und nicht mehr bloße Verausgabung und Verschwendung darstellen, wird es erforderlich, den Körper zu ökonomisieren und die Bevölkerung zu steuern. Und dies ist die Aufgabe der »Polizey« in jenem weiteren Sinne, den Justi beschrieben hat, die Aufgabe einer Wohlfahrts-Wissenschaft im Dienste nationaler Macht. Im 19. Jahrhundert wird die Ordnung der Familie durch die vielfältigen und schillernden Formen der Philanthropie geprägt. Der Paternalismus in den Unternehmen, die Moralisierung des Sparens und die Hygienevorschriften der häuslichen Medizin sind einige Momente dieser Ordnung. Sie vereinigen sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit den Praktiken der direkten und indirekten Überwachung zum Bereich des Sozialen, dessen Epizentrum die Familie bildet. In dieses durch die Auflösung der väterlichen Autorität destabilisierte Wechsel Verhältnis von Familie und Gesellschaft tritt in unserem Jahrhundert die Psychoanalyse ein. Zunehmend wird sie in das Repertoire der Wahrneh-mungs- und Verhaltensmuster all jener Institutionen aufgenommen,.die das Verhältnis von Familie und Gesellschaft regulieren -von der Jugendgerichtsbarkeit, der Bewährungshilfe, den Erziehungsanstalten und Fürsorgeeinrichtungen über die Familien-, Ehe-und Erziehungsberatung bis hin zur Seelsorge. Ihr Erfolg bei Individuen, Familien und Institutionen beruht dabei auf der Ein-iührung eines Diskurses, der ein zirkuläres Verhältnis zwischen den Bestrebungen der Familie und den normativen Anforderungen der sozialen Apparate zu etablieren gestattet; er beruht auf einer Methode, die das Individuum aus der Familie herauslöst und es zugleich auf sie zurückwirft. Donzelots Studie ist nicht nur eine - auf Frankreich beschränkte - Geschichte jener Vielzahl von Institutionen, die an der Regulierung der Familie beteiligt sind, sie bietet vor allem auch eine kritische Auseinandersetzung mit den Bildern, die der Marxismus, die Psychoanalyse und die Frauenbewegung von der Familie entworfen haben.
Details
VerfasserIn: Donzelot, Jacques
VerfasserInnenangabe: Jacques Donzelot. Übers. von Ulrich Raulff. Mit e. Nachw. von Gilles Deleuze
Jahr: 1980
Verlag: Frankfurt am Main, Suhrkamp
Systematik: GS.OL
ISBN: 3-518-07518-7
Beschreibung: 1. Aufl., 251 S.
Beteiligte Personen: Deleuze, Gilles
Sprache: ger
Originaltitel: La police des familles <dt.>
Mediengruppe: Buch