Wenn Wladimir Putin im Februar 2014 die Olympischen Winterspiele in Sotschi eröffnet, wird er weiterhin beharrlich über das Schicksal der Volksgruppe schweigen, deren letzte Hauptstadt Sotschi war und auf deren letzten Schlachtfeldern nun Sportwettkämpfe stattfinden: die Tscherkessen.
Im 19. Jahrhundert wurden sie nach mehreren Jahrzehnten russischer Eroberungsversuche zu Hunderttausenden aus ihrer angestammten Heimat im Kaukasus in die Türkei und nach Nahost vertrieben oder ermordet. Ihre letzten Siedlungsgebiete befanden sich zwischen Kaukasus und Schwarzem Meer.
Manfred Quiring erzählt die Geschichte dieses Volkes und wirft einen Blick auf die aktuelle Situation der Tscherkessen, von denen viele wieder in den Kaukasus zurückkehren möchten, was russische Behörden verhindern. Er schildert den Kampf der Tscherkessen um Anerkennung und gegen das Vergessen ihrer Vertreibung und Ermordung. (Verlagstext)
Inhaltsverzeichnis:
Vorwort
Cem Özdemir 9
Einleitung 11
Sotschi 2014 - Putins Prestigeveranstaltung 17
Das olympische Vorspiel 17
»Schaufenster für ein neues Russland« 21
Imagepflege im Schnee und unter Palmen 24
Umweltsünden in der Imereti-Niederung 26
Das Msymta-Tal 28
Russland fuhrt ein Doppelleben 33
Ein russischer Patriot 37
Der Kaukasus und die Tscherkessen 41
Tscherkessien in der Geschichte 44
Das zeitweilige Bündnis mit den Moskowitern 49
Tscherkessische Fürsten in Moskaus Diensten 53
Die Tscherkessen und das Osmanische Reich 55
Adyge Habse 57
Puschkin und Lermontow - verbannt in den Kaukasus 62
Tolstois »Hadschi Murat« 66
Was suchten die Zaren im Kaukasus? 68
Das dritte Rom 68
Katharina II. und das griechische Projekt 70
Der indische Traum 73
Der Kaukasus - ein strategischer Ort 76
Der kaukasische Krieg 80
Erste russische Feldzüge nach Süden 80
Mosdok - Beginn des 100-jährigen Freiheitskampfes 81
Der Abrek - ein kaukasischer Kämpfer 83
Mansur, der Siegreiche 86
General Jermolow, der »Großvater des Genozids« 87
Die Brutalität des Krieges 91
Imam Schamil 93
Der Zar forciert die Unterwerfung 97
Alexander II. trifft die Tscherkessen 99
Die letzten Kämpfe 102
Deportation? Ethnische Säuberung! 106
Die Kosaken 110
Sonntags schwingen sie die Säbel 111
Eine Figur aus der Tiefe der Steppe 113
Das Militärlager hinter den Stromschnellen 116
Die Zähmung der Kosaken 119
Die kaukasische Linie 124
Die tscherkessische Diaspora 127
Millionen sind verstreut über vier Kontinente 127
Deutscher Politiker mit tscherkessischen Wurzeln 129
Tscherkessische Identität und Anpassung 134
Urbanisierung und Assimilierung 138
Was wollen die Tscherkessen heute? 140
Die Anerkennung des Völkermordes 140
Olympische Winterspiele am heiligen Ort 145
Vereinigung — Der Traum von der eigenen Republik 148
Groß-Tscherkessien? 153
Rückkehr - Der Traum von Sicherheit und Ruhe 157
Ibrahim: Meine Heimat ist Adygeja 162
Die Antwort des Atamans 165
Labile Sicherheit im Kaukasus 168
Der Norden bleibt ein Pulverfass 168
Olympia mit Sicherheitsproblemen 170
Die Abchasen - Sotschis separatistische Nachbarn 174
Dagestan - Hochburg der Fundamentalisten 179
In Tschetschenien herrscht Ramsan 183
Inguschetien 188
Die neue Rolle der Kosaken 190
Das Kosakentum gilt wieder etwas 190
Mobilmachung in Südrussland 196
»In unserem Kloster herrschen unsere Regeln« 198
Schlussbemerkungen 202
Anhang
Dokumente 204
Der Nordkaukasus in Zahlen 208
Anmerkungen 210
Literatur 218
Abbildungsnachweis 219
Dank 219
Geographisches Register 220
Angaben zum Autor 224